Beinschuss-Direkt mit Uwe Wolf (Wacker Burghausen)

"Geld schießt eben doch Tore!"

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Hat klare Vorstellungen von der Ausrichtung des SV Wacker Burghausen: Cheftrainer Uwe Wolf.

Burghausen - Uwe Wolf, Trainer von Wacker Burghausen, ist für seine deutlichen Aussagen bekannt. Auch im Gespräch mit Beinschuss-Direkt findet er klare Worte: Über die aktuelle Situation seines Teams, die nicht voll ausgeschöpften Möglichkeiten des Vereins und über seine Zukunft in Burghausen.

Beinschuss-Direkt: Servus Uwe! Am Freitag beginnt in Memmingen die Saison. Wie  zufrieden bist Du mit der Vorbereitung?

Uwe Wolf: Es lief ordentlich. Meine Spieler sollen auf ein gutes Fitness-Level kommen, das haben wir geschafft. Wichtig ist für mich als Trainer außerdem, dass die Zeit bis zum ersten Punktspiel verletzungsfrei überstanden wird. Bis auf Stefan Wächter, der sich einen Bänderriss zuzog, haben wir das aber geschafft.

Die Vorbereitung war ordentlich. Was hätte besser laufen müssen?

Als Trainer darfst du nie zufrieden sein! Sonst gibt es immer eine gewisse Art von Stillstand in der Mannschaft und das möchte ich nicht. Eine optimale oder perfekte Vorbereitung gibt es in meinen Augen nicht. Man kann immer etwas verbessern. Trotzdem sind die Wochen im Große und Ganzen gut verlaufen!

Wie gut sind die Neuzugänge schon integriert?

Ich habe eine charakterlich sehr gute Mannschaft. Da fällt es neuen Spielern nicht schwer, sich in das Mannschaftsgefüge einzufinden. Das Gemeinschaftsgefühl passt und die vielen jungen Spieler arbeiten sehr gut zusammen.

Letztes Jahr Platz Zwei. Kann man das wiederholen? Oder sogar die Meisterschaft erringen? 

Erst einmal muss ich noch einmal meinen Hut ziehen vor meinen Jungs. Was wir letztes Jahr geleistet haben, war schon klasse! Das war nicht selbstverständlich. Damit haben wir auch eine gewisse Erwartungshaltung geschaffen. Wir werden alles daran setzen, wieder eine so erfolgreiche Saison zu spielen. Aber die anderen Klubs wie Unterhaching, Bayern II oder auch Schweinfurt haben sich mit sehr namhaften Spielern verstärkt. Um da mithalten zu können, müssen wir in allen Bereichen professioneller werden!

Was meinst Du damit? Was muss sich denn konkret ändern? 

Wir sind in der Regionalliga zwar noch in einer Amateurliga, trainieren aber auf Profi-Niveau. Um dieses Niveau weiter zu verbessern, müssen vor allem im Sponsoring Veränderungen geschehen! Die finanziellen Möglichkeiten, die wir haben, könnten besser sein. Der Verein hat das erkannt - wenn auch spät - und möchte demnächst eine hauptamtliche Stelle schaffen. Ich hoffe sehr, dass hier eine richtungsweisende Personalentscheidung getroffen wird!

Geld spielt eben auch schon in der Regionalliga eine große Rolle.

Eben. Je mehr Sponsoren wir hätten, desto professioneller wären auch die Bedingungen hier. Es ist kein Geheimnis, dass ich letztes Jahr Markus Ziereis holen wollte. Ich wollte ihn, und er wollte zu uns. Bei Jahn Regensburg ist er dann Torschützenkönig in der Regionalliga geworden. Mit besseren finanziellen Möglichkeiten hätten wir ihn verpflichten können. Geld schießt eben doch Tore!

Klingt so, als wärst du mit der aktuellen Situation in Burghausen nicht zufrieden?

Nein, ich beschreibe nur den aktuellen Stand! Den größten Anspruch habe ich immer an mich selbst – deswegen habe ich aber auch einen hohen Anspruch an mein Umfeld, also an den Verein. Meine Aufgabe als Trainer ist es, eine gute Mannschaft aufs Feld zu schicken, vor allem in dieser Saison: Denn die Liga ist wieder extrem ausgeglichen. Wir waren letztes Jahr nicht der Favorit - und sind es dieses Jahr auch nicht!

Heuer ist es Unterhaching?

Richtig. Es ist unfassbar, wie viel Qualität die Spielvereinigung in ihrem Kader hat. Mit Dominik Stahl von 1860 München konnte sich Haching ja diese Woche nochmal verstärken. Der DFB-Pokal hat natürlich viel Geld in die Kassen gespült. Aber Manni Schwabl (Präsident bei Unterhaching; Anm. der Red.) leistet auch einen richtig guten Job - der ist einfach fußballverrückt!

Gibt es solche Leute in Burghausen nicht? Außer Dir?

In Burghausen haben wir schon einen mit hoher Fußball-Affinität: Das ist Hans Steindl, der Erste Bürgermeister der Stadt. Ohne ihn gäbe es in Burghausen keinen Fußball mehr auf diesem Niveau. Ich würde mir wünschen, dass er nach seiner letzten Amtszeit als Bürgermeister Präsident bei Wacker wird.

Es muss sich also einiges tun in Burghausen? 

Ich bin mit dem Anspruch hierher gekommen, dass mittelfristig wieder Profi-Fußball gespielt wird – also Fußball in der 3. Liga! Wenn man es mit dieser Infrastruktur nicht schafft, dann kann es eigentlich auch kein anderer Verein schaffen. Da müssen wir einfach noch mehr rausholen!

Was ginge es denn mit Dir persönlich weiter, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt?

Ich identifiziere mich mit Burghausen! Die Stadt hat sehr viel zu bieten, ich fühle mich hier sehr wohl! Ich habe einen leistungsbezogenen Vertrag, der sich bei einer gewissen Platzierung verlängert. Es braucht eine gewisse Konstanz: Auf der Trainerposition genauso wie im Kader: Die Abgänge, die wir hatten, haben wir gut kompensiert. Die Spieler, die ich halten wollte, sind hiergeblieben. Mein Plan ähnelt vielleicht etwas dem der Würzburger Kickers, die dieses Jahr erneut aufgestiegen sind. Auch in Burghausen ist so etwas möglich!

Noch kurz zum Auftakt gegen Memmingen. Da habt ihr noch was gutzumachen, oder?

Genau, gegen Memmingen und auch gegen Fürth (Heimspiel am 2. Spieltag; Anm. d. Red.) haben wir im Frühjahr verloren. Der FCM hat eine robuste Mannschaft mit vielen Neuzugängen. Es wird sicher kein leichtes Spiel! Aber wir wollen natürlich punkten. Denn wie gut die Vorbereitung tatsächlich war, zeigt sich immer erst bei den Punktspielen!

Vielen Dank für das ausführliche Interview und einen guten Start in die neue Saison!

Gern geschehen! Danke! Den werden wir hoffentlich haben...

Quelle: rosenheim24.de

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