Gegner entscheidet sich Dienstag

Eishockey-WM: Deutschland steht im Viertelfinale

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Thomas Greiss.

St. Petersburg - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beendet die Gruppe B bei der Weltmeisterschaft in Russland auf Rang drei. Der Spielbericht.

Die von großem Verletzungspech gebeutelten deutschen Eishockey-Cracks haben mit einem Zittersieg gegen Ungarn eine Blamage vor dem ersten WM-Viertelfinale seit 2011 verhindert. Ohne vier verletzte Stammspieler erkämpfte sich das Team von Bundestrainer Marco Sturm am Montagabend ein 4:2 (0:1, 1:0, 3:1) gegen den krassen Außenseiter, dem der direkte Wiederabstieg droht. „Im Hinterkopf hat man vielleicht gehabt, dass man schon qualifiziert ist. Die Ungarn haben um ihr Leben gespielt“, sagte NHL-Verteidiger Korbinian Holzer.

Deutschland beendet die Gruppe B in St. Petersburg damit auf jeden Fall als Dritter. Der Gegner des Viertelfinals am Donnerstag wird am Dienstag ermittelt. Infrage kommen WM-Gastgeber Russland, Tschechien und Schweden. Gegen die Skandinavier hatte Deutschland das bislang letzte WM-Viertelfinale vor fünf Jahren in Bratislava 2:5 verloren.

Patrick Hager (32. Minute), Denis Reul (42.), Constantin Braun (58.) und Marcel Goc (60.) schossen die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zum vierten Vorrundensieg bei dieser Weltmeisterschaft. Dies hatte es zuletzt vor 23 Jahren gegeben. Damals belegte Deutschland am Ende Rang fünf. „Wir haben gezeigt, dass das deutsche Eishockey einen Schritt nach vorn gemacht hat“, meinte Torschütze Braun. Istvan Sofron (10.) und Kevin Wehrs (46.) trafen für die vom Coach des deutschen Zweitligisten Löwen Frankfurt, Rich Chernomaz, betreuten Ungarn.

Die erste Viertelfinal-Teilnahme Deutschlands seit fünf Jahren stand schon vor dem letzten deutschen Vorrundenspiel fest, da Frankreich am Nachmittag gegen Kanada 0:4 verloren hatte. Nach sieben Spielen in zehn Tagen hat die DEB-Auswahl nun erstmals zwei Tage am Stück frei und kann am letzten Vorrunden-Spieltag am Dienstag entspannt zuschauen. Die Pause zum Kräftesammeln wird dringend benötigt.

Zu den bisherigen WM-Ausfällen Tobias Rieder und Gerrit Fauser kamen am Montag zwei weitere hinzu. Auch für den Kölner Abwehrspieler Torsten Ankert ist die WM nach einem Sehnen-Einriss in der Hüfte beendet. Für das Viertelfinale am droht zudem noch der Ausfall von Felix Schütz. Der Stürmer ging während des ersten Drittels am Montag vorzeitig vom Eis und kam nicht mehr wieder.

„Das wäre bitter, schweißt uns aber zusammen“, sagte Holzer zum drohenden WM-Aus von Schütz. Die Verletzung des in Schweden beschäftigten Profis war negativer Höhepunkt in einem aus deutscher Sicht katastrophalen Anfangsdrittel. Ohne Druck, noch ein Spiel gewinnen zu müssen, summierten sich ungewöhnlich viele Konzentrationsfehler und Abstimmungsproblem. Die verdiente Führung des krassen Außenseiters fiel nach Fehlern der deutschen Verteidiger Christian Ehrhoff und Reul.

Erst nach der ersten Drittelpause wurde es deutlich besser und der beherzte Auftritt erinnerte phasenweise an die stärkeren Leistung während des Turniers mit den Siegen gegen die Slowakei, Weißrussland und die USA. Der Ausgleich in Überzahl nach einer guten halben Stunde fiel fast schon zwangsläufig. „Es ist auch nicht gut für die Jungs, wenn wir sagen würden, wir gehen die Sache auch mal ruhiger an. Wir sind jetzt in einem guten Rhythmus“, hatte Sturm gesagt und einen Sieg gegen die Ungarn verlangt, die am Samstag gegen Weißrussland beim 5:2 den ersten Sieg bei einer A-WM seit 1939 gefeiert hatten.

Sein Team tat ihm diesen Gefallen. Der Abwehrhüne Reul mit einem erst zweiten Länderspieltor brachte Deutschland im Schlussdrittel in Führung. Die DEB-Auswahl war jetzt in Fahrt und hatte auch die Energie, um den Ausgleich der Ungarn knapp eine Viertelstunde vor dem Ende noch einmal zu kontern. Braun per Schlagschuss und Goc ins leere ungarische Tor besorgten den Endstand.

dpa

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