Overtime-Fluch setzt sich auch in Spiel 3 fort

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Bremerhaven – Es ist unfassbar: Die Starbulls verspielten im dritten Playoff-Viertelfinale einen 2:0-Vorsprung – und verloren am Ende mit dem bereits „berühmten“ Ergebnis. *NEU: Video*

Video: Die Highlights des Spiels

Haare raufen reicht da wohl nicht mehr: 2:0 geführt, dann Chancen sogar auf ein drittes Tor, aber am Ende doch wieder leer ausgegangen – die Rosenheimer Eishockeyspieler haben auch das dritte Playoff-Viertelfinale gegen die Fischtown Pinguins mit 2:3 (2:0, 0:1, 0:1, 0:1) nach Verlängerung verloren. Damit liegen sie in der Best of Seven-Serie nun mit 0:3 zurück und müssen am Freitag zwingend gewinnen, um das vorzeitige Saisonende zu verhindern. Allerdings hätten die Grün-Weißen das Eis erneut nicht als Verlierer verlassen müssen, denn vor allem im ersten Teil des Spiels und dann wieder in der Verlängerung waren sie die bessere Mannschaft.

Schiedsrichter im Mittelpunkt

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Bericht der Fischtown Pinguins

Leider hatte das Spiel auch einen sehr faden Beigeschmack: Die Schiedsrichter Tony Engelmann (Ratingen) und Sirko Hunnius (Berlin) mischten sich durch zahlreiche fragwürdige und einige schlichtweg falsche Pfiffe – teils einfach Konzessionsentscheidungen – massiv ins Spielgeschehen ein. Dabei sollte man doch, vor allem in den Playoffs, immer die Spieler das Spiel entscheiden lassen. "Die Schiri-Leistung war absolut indiskutabel. Kein Spieler hat gewusst, was los ist. Das war für mich absolut playoff-unwürdig", wetterte Starbulls-Coach Franz Steer. Kollege Mike Stewart stieß ins selbe Horn: "Das war unterirdisch und hat alle verrückt gemacht!"

Beide Klubs mussten im dritten Vergleich je einen nennenswerten Ausfall verkraften: Die Pinguine mussten Sam Verelst an DEL-Kooperationspartner Hamburg Freezers abstellen, bei den Starbulls war der im Gesicht verletzte Tim Kunes zuhause geblieben. Für ihn stand diesmal Sergio Somma, der zu seinem ersten Playoff-Einsatz kam, im Aufgebot. Nach einer kurzen Schrecksekunde zu Beginn, als Beppo Frank kurzzeitig benommen auf dem Eis liegengeblieben war, überzeugten die Oberbayern zunächst mit einer kompakten Defensive und schlugen im ersten Drittel zweimal eiskalt zu.

Doppelpack von Tyler McNeely

Zuerst war eine Strafe gegen die Pinguine gerade zwei Sekunden abgelaufen, als der Puck zu Tyler McNeely kam, der aus halblinker Position unhaltbar unter die Querlatte traf (12.). Anschließend gab es bereits die erste „Strafen-Orgie“, ehe die Gäste 50 Sekunden vor der Sirene die Führung sogar noch ausbauten. Kapitän Stephan Gottwald hielt die Scheibe mit einem Hechtsprung im Drittel und bugsierte diese erneut zu McNeely, der frei vor Pinguine-Keeper Ben Meisner durch dessen Schoner zum 0:2 traf (20.).

Nach der ersten Pause kamen die Gastgeber mit mehr Entschlossenheit auf die Spielfläche zurück. Dennoch hatte Max Hofbauer das 0:3 auf dem Schläger, ehe Timo Herden ein Break von Björn Bombis vereitelte. Die Situation konnte aber nicht ganz geklärt werden, denn der Ex-Hannoveraner bekam noch eine zweite Chance und verwandelte zum Anschlusstreffer (22.). Anschließend hatte Gottwald eine riesige Doppelchance zum 1:3, ehe sich der Druck auf das Tor von Herden erhöhte. Vor allem in der 37. Minute war Glück im Spiel, als Andrew McPherson die Querlatte traf und die Grün-Weißen im anschließenden Tumult zweimal quasi auf der Torlinie klärten.

Unglücklich war aus Sicht der Starbulls der 2:2-Ausgleichstreffers nur 62 Sekunden nach dem Beginn des dritten Abschnitts. Ein Schuss von Pawel Dronia wurde geblockt, doch der Puck landete genau auf der Kelle von Brendan Cook. Der „Sniper“ drehte sich blitzschnell und versenkte die Scheibe maßgenau neben dem linken Pfosten. Nach einem „Blackout“ von Gabe Güntzel hätte McNeely dann für die neuerliche Starbulls-Führung sorgen können, ehe zahlreiche mehr als diskutable Strafen den Spielfluss hemmten, denn im Powerplay waren beide Teams nicht wirklich gut drauf.

Individueller Fehler besiegelt Pleite

Das setzte sich auch in der Verlängerung fort, wo beide Klubs je zwei volle Überzahl-Situationen nicht nützen konnten. Die Entscheidung fiel – wie so oft, wenn die Kräfte nachlassen – nach einem individuellen Fehler. Es lief bereits die 76. Minute, als sich Verteidiger Güntzel nach vorne schlich und einen Diagonalpass von McPherson zum Siegtreffer für Bremerhaven verwandelte. „Da hat Mario Trabucco einen falschen Wechsel gemacht, anstatt mit zurückzulaufen. Deswegen haben wir das Spiel verloren“, so Steer.

Ansonsten wollte der Chefanweiser seinem Team aber keinen Vorwurf machen: „Auch dieses Match stand auf des Messers Schneide. Wir haben toll gekämpft, Schüsse geblockt und hart gearbeitet!“ Stewart dagegen musste hinterher erst einmal durchatmen: „Nach dem 0:2 haben wir uns Schritt für Schritt zurückgekämpft. Es war aber brutal eng und das Quäntchen Glück wieder auf unserer Seite!“ Spiel vier findet am Freitag, 19.30 Uhr, im Rosenheimer Kathrein-Stadion statt.

Das Spiel in der Statistik:

Fischtown Pinguins - Starbulls Rosenheim 3:2 (0:2, 1:0, 1:0, 1:0) n.V. 

Tore: 0:1 (12.) Tyler McNeely (Michael Rohner, Stephen Schultz), 0:2 (20.) Tyler McNeely (Stephan Gottwald – Überzahl-Tor), 1:2 (22.) Björn Bombis (Brock Hooton, Gabe Güntzel), 2:2 (42.) Brendan Cook (Pawel Dronia, Björn Bombis), 3:2 (76.) Gabe Güntzel (Andrew McPherson, Pawel Dronia – GWG).

Schiedsrichter: Tony Engelmann (Ratingen) und Sirko Hunnius (Berlin).

Strafen: Bremerhaven 18 – Rosenheim 24.

Zuschauer: 4.010.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Ruprecht

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