Youngster trumpft als Rechtsverteidiger auf

Herr Kimmich, lösen Sie jetzt auch Lahm beim FC Bayern ab?

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Joshua Kimmich brauchte wie beim FC Bayern auch in der Nationalmannschaft keine lange Anlaufzeit.

München - Joshua Kimmich gehört zu den Durchstartern bei der EM 2016. Im Interview spricht der Youngster über seine Rechtsverteidiger-Rolle in der Nationalelf und beim FC Bayern.

In den ersten beiden Gruppenspielen gegen die Ukraine und gegen Polen saß Joshua Kimmich noch 90 Minuten auf der Ersatzbank zu. Bei seinem EM-Debüt gegen Nordirland überzeugte der 21-Jährige den Bundestrainer von seinen Qualitäten auch auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition und bekam im Achtelfinale gegen die Slowakei erneut das Vertrauen von Joachim Löw.

Für Kimmich geht bei der EM 2016 ein Kindheitstraum in Erfüllung

Es scheint, als hätte sich der Youngster festgespielt in der deutschen Nationalmannschaft - obwohl er zu Turnierbeginn sicher nicht mit so viel Einsatzzeit gerechnet hätte. "Ich war erst mal nur froh, dass ich überhaupt im Kader dabei war. Ich habe dann ein paar Mal hinten rechts trainiert, aber dass es so läuft, damit konnte ich selbst auch nicht rechnen", sagt der Shootingstar im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Für ihn sei das Ganze "ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht".

Spätestens seit ihn Pep Guardiola in der Champions League gegen Juventus Turin als Innenverteidiger ran ließ, ist klar, dass Kimmich offenbar mehr als nur den defensiven Sechser geben kann. Von seinen Flank-Qualitäten ist der beim VfB Stuttgart ausgebildete und über RB Leipzig zum FC Bayern gewechselte Kimmich aber selbst überrascht. "Ganz ehrlich? Nein, ich wusste das nicht", antwortet der gebürtige Rottweiler auf die Frage, ob er eigentlich wusste, dass er so gut flanken kann.

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Gibt Kimmich jetzt dauerhaft den Rechtsverteidiger - in der Nationalmannschaft UND beim FC Bayern, wo zwar noch Kapitän Philipp Lahm gesetzt ist, dessen Karriere aber 2018 endet? Kimmich gibt sich diplomatisch und wiegelt erstmal ab. "Also bitte, ich bin jetzt zum ersten Mal bei der Nationalmannschaft dabei, ich kann das alles schon gut einschätzen. Was die Position angeht, würde ich schon sagen, dass ich von Hause aus ein defensiver zentraler Mittelfeldspieler bin, ein Sechser." Generell abgeneigt scheint er aber nicht zu sein. "Spieler müssen flexibel sein, und lieber spiele ich rechts hinten als auf der Sechs die fünfte Geige", so Kimmich und gibt zu bedenken: "Ich hätte ja auch nicht gedacht, dass ich bei Bayern plötzlich Innenverteidiger spiele. Auch das hat Spaß gemacht, so wie der Rechtsverteidiger jetzt."

Klar ist, dass Kimmich offenbar über ein hervorragendes taktisches Verständnis verfügt und sich neue Rollen ungewöhnlich schnell, ohne großes Training, aneignen kann. So habe er das Flanken nur "hier in Frankreich ein paar Mal trainiert". Löws Assistent Thomas Schneider habe ihn "nach dem Training ab und zu an den Rand geschickt und gesagt: Schlag doch mal ein paar Flanken".

Und die Innenverteidigerrolle beim FC Bayern erlernte Kimmich offenbar nur in der Theorie. So habe ihm Pep Guardiola vor seinem ersten Einsatz in der Defensivzentrale "vorher mit vielen Szenen per Video gezeigt, was ich in der Abwehr anders machen muss als auf der Sechs, und das hab' ich dann halt versucht umzusetzen". Hat ziemlich gut geklappt, Herr Kimmich!

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