Ex-Wolfsburger in Bremen vorgestellt

Kruse hofft auf Rückkehr zur Nationalmannschaft

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Max Kruse beim Training mit der Nationalmannschaft - bevor er von Bundestrainer Löw aussortiert wurde. 

Bremen - Fußball-Profi Max Kruse will an alter Wirkungsstätte in die deutsche Nationalmannschaft zurückkehren.

Die guten Vorsätze hat Max Kruse schon einmal mitgebracht nach Bremen. "Ich komme als Nationalspieler hierher und diesem Anspruch möchte ich absolut gerecht werden", hat der kapriziöse Neuzugang vom VfL Wolfsburg seinen künftigen Teamkollegen und auch den Werder-Fans versprochen.

Der Neuzugang des Bundesligisten hofft nach einem turbulenten Jahr beim VfL Wolfsburg, den Fokus auf den Sport legen zu können. „Ich will wieder den Spaß am Fußball finden“, sagte Kruse bei seiner Vorstellung am Mittwoch. „Jeder, der bereits in der Nationalelf gespielt hat, will da wieder zurück. Aber es ist die Entscheidung des Trainers. Ich kann nur Leistung zeigen und mich anbieten.“

Werder als bewährtes "Therapiezentrum"

Es könnte also sein, dass der nicht nur auf dem Spielfeld oft unberechenbare Exzentriker verstanden hat: Die Rückkehr zu seinem ersten Klub im Profibereich dürfte für den 28-Jährigen seine vielleicht letzte Chance sein, noch einmal die Kurve zu kriegen. Da trifft es sich vielleicht nicht schlecht, dass sich der SV Werder in seiner Vergangenheit schon häufiger als "Therapiezentrum" für problematisch geltende Kicker bewährt hat. Leistungsträger wie Mario Basler, Ailton, Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil galten als nicht ganz so einfache Kandidaten, fanden jedoch am Osterdeich in die Spur. 

Gerade das Beispiel Ailton zitiert sein damaliger Mitspieler, der heutige Sportdirektor Frank Baumann, gern als Beleg für den grün-weißen Umgang mit schwierigen Profis. "Hätten wir Toni komplett eingesperrt, hätte er niemals seine ganze Stärke ausspielen können", erinnerte sich kürzlich der Ex-Nationalspieler. Und Kruse ist auch klar, dass die Rückkehr auf die internationale Bühne mit dem VfL Wolfsburg sicherlich einfacher gewesen wäre. "Werder hat mir aber vor zehn Jahren die Möglichkeit gegeben, Fußball-Profi zu werden. Das möchte ich jetzt ein Stück weit zurückzahlen", sagte der offensive Mittelfeldspieler in einem Interview auf der Klub-Homepage.

Der Offensivspieler war am Dienstag für rund 7,5 Millionen Euro an die Weser gewechselt. Baumann verriet nur, dass der Vertrag bis mindestens 2018 laufen soll. "Die genaue Laufzeit gehört zu den Inhalten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind", sagte er.

Kruse: Rückkehr ist kein "Karriereknick"

An der Weser jedenfalls ist die Vorfreude auf Kruse groß. Baumann: "Wir sind sehr froh, dass sich Max mit voller Überzeugung für eine Rückkehr zu Werder ausgesprochen hat." Der Hoffnungsträger darf es auch als Wertschätzung verstehen, dass ihm die begehrte Rückennummer 10 anvertraut wird. 

Dass der SV Werder seit Jahren gegen den Abstieg kämpft, nimmt Kruse ebenso hin wie eine spürbare Gehaltskürzung. Sein optimistischer Blick ist nach vorne gerichtet: "Ich möchte wieder eine Heimat haben und einen Verein, der zu 100 Prozent hinter mir steht. Ich sehe die Rückkehr überhaupt nicht als Karriereknick." 

Dass dieser Rückhalt in Wolfsburg nicht immer gegeben war, daran war Kruse aber in erster Linie selbst schuld. Der Verlust von 75.000 Euro Bargeld in einem Berliner Taxi brachte ihn ebenso in die Kritik wie eine Auseinandersetzung mit einer Bild-Reporterin. Bundestrainer Joachim Löw sortierte den Offensivspieler frühzeitig aus und verzichtete bei der EURO in Frankreich auf Kruse. 

Rein statistisch indes kann sich der Neu-Bremer nur verschlechtern. Denn bei seinem bislang einzigen Bundesliga-Einsatz für Bremen im September 2007 gegen Arminia Bielefeld trug Kruse mit einer Torvorlage zum 8:1-Kantersieg bei. Und das bei einer Einsatzdauer von gerade einmal 28 Minuten...

dpa/sid

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