Neuanfang bei 96: Chance und Risiko auch für Frontzeck

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Michael Frontzeck will in nur fünf Spielen Hannover 96 wieder auf Kurs bringen. Foto: Ole Spata

Hannover 96 und sein neuer Coach Frontzeck stehen vor entscheidenden Wochen. Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist will mit aller Macht in der Liga bleiben. Auch für den Coach selbst steht viel auf dem Spiel.

Hannover (dpa) - Nicht nur für Hannover 96 soll es am Samstag gegen 1899 Hoffenheim einen Neuanfang geben. So wie der abstiegsbedrohte niedersächsische Fußball-Bundesligist kämpft auch der neue Coach Michael Frontzeck um seine persönliche Zukunft.

"Das ist auch für mich eine neue Situation mit den fünf Spielen", sagte Frontzeck zu dem ungewöhnlichen Job: Fünf Spiele hat der 51-Jährige Zeit, 96 vor dem Abstieg zu retten und sich selbst wieder zu empfehlen.

"Ich habe viel erlebt in diesem Geschäft", sagte der Nachfolger des beurlaubten Tayfun Korkut: "Aber es kommen immer wieder neue Sachen hinzu." In der Tat ist seine Erfahrung vor allem im Kampf gegen den Abstieg groß, der Erfolg aber überschaubar bislang. 2007 stieg er mit Alemannia Aachen aus der Bundesliga ab, 2009 wurde er bei Arminia Bielefeld einen Spieltag vor dem Saisonende (und dem Abstieg) beurlaubt. Auch in Mönchengladbach (2011) und beim Zweitligisten FC St. Pauli (2013) musste Frontzeck vorzeitig gehen. Seitdem war der 51-Jährige anderthalb Jahre ohne Anstellung.

Gelingt dem früheren Nationalspieler mit 96 der Klassenverbleib, dürfte Frontzeck wieder bessere Karten im Trainergeschäft haben. Vielleicht gar bei 96. Das in diesem Jahr noch sieglose Team geht mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang in das erneut eminent wichtige Spiel gegen Hoffenheim. "Wir halten uns alle Optionen offen", sagte Clubchef Martin Kind über die Zukunft seine gerade verpflichteten Coaches. 

Natürlich geht es offiziell für alle "nur um den Verein". Frontzeck soll und muss die Negativserie von 13 sieglosen Partien in Serie und dem Absturz auf Platz 15 stoppen. "Wir brauchen Aufbruchstimmung und die hat Michael Frontzeck erzeugt", sagte Sportdirektor Dirk Dufner, der vor allem den Eifer des neuen Coaches bewunderte. "Fast schon schockierend früh ist er auf dem Trainingsgelände", stellte Dufner fest.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Dufner trotz seines Vertrages bis 2016 den Club bereits in diesem Sommer verlassen. "Nach der Saison werde ich mich mit Herrn Dufner zusammensetzen und offen darüber reden, wie es weitergeht", sagte 96-Chef Kind zuletzt der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Zufriedenheit über die Arbeit des Sportdirektors hört sich anders an.

Dem früheren Freiburger Manager wird wohl auch eine verfehlte Transferpolitik vorgeworfen. Mit rund 10,8 Millionen Euro gab Hannover in dieser Saison so viel Geld für neue Profis aus wie nie zuvor in der Vereinsgeschichte. Doch die Mannschaft steht im Vergleich zur Vorsaison noch schlechter da.

Während die Zukunft von Dufner entschieden scheint, beginnt für Frontzeck mit dem Spiel gegen Hoffenheim die große Chance. Aktuell macht er sich "keine Gedanken über den Sommer hinaus". Zumindest besitzt der 96-Trainer keine Zukunftsängste. "Angst habe ich nur bei Krankheiten in der Familie oder wenn ich im dunklen Wald fünf Wölfen begegne", sagte Frontzeck. Dessen zweiter Gegner als 96-Chefcoach ist in einer Woche der VfL Wolfsburg.

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