Neue Dimensionen: Liga investiert fast halbe Milliarde

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Der BVB hat sich für 108,7 Millionen Euro runderneuert. Foto: Guido Kirchner

Rekordsommer auf dem Transfermarkt: Die 18 Bundesliga-Clubs haben deutlich mehr als 400 Millionen Euro in neue Spieler investiert - so viel wie noch nie. Viele Bestmarken wurden pulverisiert. Allein Borussia Dortmund bewegte knapp 215 Millionen Euro.

Düsseldorf (dpa) - Die Fußball-Bundesliga ist auf dem Transfermarkt in neue Dimensionen vorgestoßen. Sowohl bei den Ausgaben für neue Spieler als auch bei den Einnahmen durch Verkäufe purzelten die Rekorde.

Insgesamt gaben die 18 Erstligisten bis zum Dienstag rund 435 Millionen Euro für neue Profis aus - so viel wie nie zuvor. Auf der Einnahmenseite stehen 417 Millionen Euro, so dass die Transferbilanz fast ausgeglichen ist. Das ergab eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur 16 Tage vor dem Saisonstart.

Mit einer weiteren Steigerung der Summen ist zu rechnen, da die Wechselperiode noch bis zum 31. August andauert. Durchaus denkbar, dass sogar die vor Jahren noch undenkbare Schallmauer von einer halben Milliarde Euro durchbrochen wird. In jedem Fall ist die Bestmarke von rund 300 Millionen Euro aus den Vorsaison Makulatur. Nicht eingerechnet wurden Ausgaben und Einnahmen für Leihgeschäfte. Für 15 Spieler mussten die Bundesligisten einen zweistelligen Millionenbetrag hinblättern - ebenfalls ein Rekord.

Allein Borussia Dortmund setzte im EM-Sommer an der heißen Wechselbörse rund 215 Millionen Euro um und ist damit unangefochten Spitzenreiter. 106 Millionen Euro flossen durch den Verkauf der Leistungsträger wie Henrich Mchitarjan, Mats Hummels und Ilkay Gündogan in die BVB-Kasse. Gleichzeitig wurde der Kader von Thomas Tuchel mit acht Neuzugängen - darunter die Weltmeister André Schürrle und Mario Götze - für 108,7 Millionen Euro runderneuert.

Nur Platz zwei belegt diesmal Branchenführer Bayern München, der sich die Toptransfers Hummels und Renato Sanches zusammen 70 Millionen Euro kosten ließ, aber auch 45,5 Millionen Euro einnahm. Hinter den Bayern nimmt der VfL Wolfsburg bei den Ausgaben mit 34,5 Millionen Euro Platz drei ein, kassierte im Gegenzug 37,5 Millionen Euro durch die Verkäufe von Schürrle und Max Kruse.

Zum teuersten deutschen Spieler der Historie avancierte Schalkes Sturmjuwel Leroy Sané, der für 48 Millionen Euro plus Boni zu Manchester City mit Trainer Pep Guardiola wechselte. Insgesamt summieren sich Schalkes Einnahmen auf 54,3 Millionen Euro. Zuvor hatte der neue Sportvorstand Christian Heidel für Sturmtalent Breel Embolo (FC Basel) bereits die Clubrekordsumme von 22,5 Millionen Euro hingeblättert. Den zweithöchsten Betrag (45,0) im Rekordsommer kassierte Borussia Mönchengladbach vom FC Arsenal für Granit Xhaka, holte auf der anderen Seite Christoph Kramer (15,0) aus Leverkusen zurück und Jannik Vestergaard aus Bremen (11,0).

Von solchen Beträgen können andere Clubs nur träumen. Am sparsamsten war bisher der SV Darmstadt. Die "Lilien" überwiesen gerade einmal 750 000 für den Freiburger Immanuel Höhn, die restlichen Spieler kamen ablösefrei. Ebenfalls bescheiden nehmen sich die Investitionen von Eintracht Frankfurt (2,20), FC Ingolstadt (3,95), Hertha BSC (4,0) und 1. FC Köln (4,0) aus. Sogar Aufsteiger SC Freiburg gab mit knapp zehn Millionen Euro wesentlich mehr aus.

Neuling RB Leipzig kann dank der Red-Bull-Millionen dagegen mit der etablierten, finanzstarken Konkurrenz mithalten und holte vier Neuzugänge für 27,5 Millionen Euro, ohne - als einziger der 18 Clubs - einen Cent durch Verkäufe einzunehmen. Die Zuwendungen von Investor Klaus-Michael Kühne versetzten auch den Hamburger SV in die Lage, mit 25,45 Millionen Euro mehr als Bayer Leverkusen (25,0) auszugeben und sich in Filip Kostic (14,0) den teuersten Spieler der Clubgeschichte zu leisten.

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