Eine Woche vor Olympia

10,01: Reus läuft deutschen Rekord über 100 m

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Julian Reus.

Mannheim - Eine Woche vor den Olympischen Spielen ist Julian Reus in Mannheim in 10,01 Sekunden deutschen Rekord gelaufen.

Julian Reus kommt der magischen Schallmauer immer näher. Der 28-Jährige lief bei der Olympia-Verabschiedung der Sprinter und Springer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Mannheim in 10,01 Sekunden deutschen Rekord und präsentierte sich damit eine Woche vor Beginn der Sommerspiele in Rio de Janeiro in glänzender Form. Die Zehn-Sekunden-Marke für den schnellsten Deutschen der Geschichte ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt.

Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt hat sich der Wattenscheider damit bei einem zulässigen Rückenwind von 1,8 m/s eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach seinem deutschen Rekord (10,03) im Juni beim Meeting in Zeulenroda verpasste er bei den Europameisterschaften Anfang Juli in Amsterdam als Medaillenhoffnung noch die Endläufe über 100 und 200 m. Bei leichtem Gegenwind war Reus im 100-m-Halbfinale nur 10,22 Sekunden gelaufen. Dafür rehabilitierte er sich am Freitag mit einem Paukenschlag.

An die 9,99 will er aber trotzdem (noch) nicht denken. "Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich gefragt wurde", sagte Reus: "Ich bin das Thema nur noch leid." Die Fragen werden vor dem ersten Startschuss am Zuckerhut dennoch wieder aufkommen.

Reus hatte die deutsche Uralt-Bestmarke des Magdeburgers Frank Emmelmann aus dem Jahr 1986 bei den deutschen Meisterschaften 2014 in Ulm um eine Hundertstel auf 10,05 Sekunden gedrückt. Schon damals erklärte er: "Unter 10 Sekunden? Das lässt mich kalt. Dabei gibt es so viele Dinge, die man nicht planen kann. Und deshalb macht es auch keinen Sinn, sich darüber einen Kopf zu machen." Seit seinem ersten Rekordlauf nähert er sich der Grenze von 10,00 Sekunden aber immer weiter an.

Zuletzt hatte Reus den nachsichtigen Umgang mit Dopingsündern in der internationalen Leichtathletik kritisiert und flächendeckende Nachtests bei überführten Sportlern gefordert. "Fakt, dass die Amerikaner bei der WM 2015 in Peking mit drei Mann die Staffel bestritten, die schon wegen Dopings gesperrt waren: Mike Rodgers, Tyson Gay und Justin Gatlin. Toll finden wir das nicht", sagte er im FAZ-Interview.

Bei den Frauen gab es unterdessen in Mannheim über die 100 m ebenfalls starke Vorstellungen. Tatjana Pinto (Paderborn) drückte ihre persönliche Bestleistung als schnellste Läuferin der Konkurrenz bei einem Rückenwind von 1,2 m/s von 11,19 auf glatte 11,00 Sekunden. Damit steht die 24-Jährige auf Platz sieben der "ewigen" deutschen Bestenliste. Zweite wurde Gina Lückenkemper (Dortmund) in 11,04 Sekunden. Ihre Bestmarke lag zuvor bei 11,13 Sekunden.

SID

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