NBA-Finals wieder offen

82 Punkte! Super-Duo James/Irving führt Cavs zum Sieg

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Überragend: Aufbau Kyrie Irving mit 41 Punkten.

Oakland - Was war das für eine Show: LeBron James und Kyrie Irving schiessen mit je 41 Punkten die Cleveland Cavaliers zum Sieg - und zurück in die NBA Finals.

Kyrie Irving hat ein Pseudonym, das in der Basketball-Welt jeder kennt. Uncle Drew nennen sie den Aufbau-Spieler der Cleveland Cavaliers. Die Kurzform, wie er den Spitznamen verpasst bekam: Irving drehte einen Werbespot für den Getränke-Konzern Pepsi. Darin schaut er, verkleidet als alter Mann mit Rauschebart, am Freiplatz vorbei. Die jungen Basketballer nehmen den Senior, der Uncle Drew heißt, nicht ernst. Bis der brave Onkel richtig aufdreht und mit halsbrecherischen Dribblings sowie irren Würfen seine Gegenspieler vernascht. Soweit die Werbung. 

Zwei Teamkollegen mit 40 Punkten - das gab's noch nie in den Finals

Was Irving aber mit den Golden State Warriors in Spiel fünf der NBA Finals anstellte, na das sah ganz genauso aus, wie im Pepsi Marketing-Gag. 41 Punkte legte der Cave-Star auf, netzte 17 seiner 24 Versuche ein und traf - in bester Uncle Drew-Manier - aus jeder noch so verzwickten Lage. Irre Würfe versenkte Irving. Egal, wie hartnäckig ihn die Verteidiger der Warriors auch verfolgten. Mit Irving alleine hätte Cleveland die Partie wohl trotzdem nicht gewonnen. Dafür brauchte das Team noch seinen Anführer: LeBron James - Super-Athlet und Gesicht der Liga. Auch der Forward der Cavs sammelte 41 Zähler, dazu 16 Rebounds und 7 Assists. Um die Zahlen einzuordnen: Noch nie zuvor in der Geschichte der NBA hatten zwei Teamkollegen mehr als 40 Punkte in einem Finalspiel aufgelegt. Es war die magische Nacht des Super-Duos. Einer der größten Auftritt der Finale-Geschichte, der den Warriors die Meisterparty versaut hat. Cleveland ist zurück in den NBA Finals und verkürzt in der Best-of-7-Serie auf 2:3.

Im Vorfeld hatte ein Thema alles bestimmt: der Schlag von Warriors-Basketballer Draymond Green in die Weichteile von James in Partie 4. Die Liga reagierte im Nachhinein. Sie sprach ein "Flagrant 1"-Foul gegen Green aus - sein viertes in den laufenden Playoffs, das automatisch ein Spiel Sperre zur Folge hat. Nach NBA-Statuten darf Green die Partie nicht live im Stadion verfolgen. Also schaute sich der Forward zeitgleich die Baseballer der Oakland Athletics an, die ihre Heimspiele direkt neben der Oracle Arena austragen. Die Warriors-Fans forderten mehrmals mit "Free Draymond"-Sprechchören, die Suspendierung aufzuheben. Superstar James dagegen buhten sie gnadenlos aus. Diese Menge wollte Blut sehen, wie bei einem Box-Kampf. Bekam sie nicht. Stattdessen eine unfassbare Show. Zur Pause hatten beide Teams schon 61 Zähler auf dem  Konto. Viel Spektakel, viele Treffer, aber auch viele Fehler in der Defensive. 

James lobt Irving: "Eine der größten Vorstellungen, die ich je gesehen habe."

Golden State vermisste Green gewaltig. Bei der Wahl zum Verteidiger des Jahres hatte er Rang zwei belegt. So furios Stephen Curry die Offensive antreibt, mit so viel Herz und Hirn lenkt Green die Defensive. Teamkollege Klay Thompson, der ihn "Herz und Seele" nennt, sagt: "Wir haben ihn sehr stark vermisst." Green schafft an, Green blockt Würfe, Green stopft Lücken, Green kann jeden Gegenspieler verteidigen - egal ob Aufbau oder Center. "Es sieht das ganze Feld,er koordiniert uns. Wir haben versucht, uns anzupassen. Aber wir haben das nicht umgesetzt", sagt Curry. Am meisten profitierte LeBron James davon. 

Aber es wäre viel zu leicht, jetzt zu sagen: Das lag nur an Greens Fehlen. James ging mit der Einstellung ins Spiel: Heute stoppt mich niemand. Der Forward attackierte. Aggressiv wie noch nie in den Playoffs 2016. "Das wichtigste war, uns eine weitere Chance zu geben", sagt James. Bis zur Pause hatte er zwar keine Vorlage gegeben, jedoch schon 25 Punkte gescort. Der Anführer signalisierte seinen Mitstreitern, dass er sie nicht im Stich lassen würde. Viele erinnerten an sein vielleicht bestes Spiel: 2012 im Halbfinale, Spiel 6 in Boston, als er 45 Punkte geholt und die Serie (ebenfalls auswärts) im Alleingang ausgeglichen hatte. Diesmal bekam er Unterstützung. Von Irving, dem bösen Onkel. "Das war eine der größten Vorstellungen, die ich live gesehen habe", lobt James. 82 Punkte erzielten sie zusammen, an 97 Zählern waren sie beteiligt. Den Warriors insgesamt gelangen ebenfalls 97 Punkte. "Es wäre schön gewesen, heute zu gewinnen. Aber wir haben nicht gut gespielt", sagt Warriors-Trainer Steve Kerr. Partie sechs steigt in der Nacht auf Freitag in Cleveland.

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