Marcus Burghardt über Erfolge, Privatleben und einen lustigen Zufall

Samerberger radelt bei der Tour de France mit

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Der 33-jährige Radprofi Marcus Burghardt - er wohnt seit einigen Jahren auf dem Samerberg.

Samerberg/Frankreich - Für Radsportfans sind die aktuellen Wochen das absolute Highlight, denn im Zeitraum von 2. bis 24. Juli findet die 103. Tour de France statt. In den bisherigen sechs Etappen sorgte vor allem ein bisher weitgehend unterschätztes Team für Aufsehen: das schweiz-amerikanische BMC Pro Racing. Besonders erfreulich für unsere Region: Einer der neun Fahrer ist der Samerberger Marcus Burghardt.

Wenn sich knapp 200 Radprofis durch weite Teile Frankreichs strampeln, Berg über Berg bezwingen, dann ist es wieder so weit: der berühmteste und wohl auch wichtigste Radsportwettkampf, die "Tour de France", findet statt. In diesem Jahr inzwischen schon zum 103. Mal. Am 2. Juli in Mont-Saint-Michel gestartet, radeln sich die Fahrer über insgesamt 21 Etappen durch ganz Frankreich, bis sie am 24. Juli die wohlverdiente, finale Ziellinie auf der Champs-Élysées in Paris überqueren.

Ein Team überzeugt besonders

Nach den ersten sechs Etappen haben die Teilnehmer bereits über 1200 km in den Beinen, und es werden noch weitere tausende Folgen. Denn schon am Freitag stehen in der ersten Bergetappe zwischen L'Isle Jourdain und Lac de Payolle 162,5 km auf dem Programm. Bei den ersten sechs Etappen sorgte vor allem ein Team für eine Überraschung: die Mannschaft von BMC Pro Racing.

Denn der Träger des gelben Trikots, Auszeichnung für den Führenden der Gesamtwertung, ist Teil dieser Mannschaft: der Belgier Greg Van Avermaet. Mit 5:11 Minuten Vorsprung führt er das Feld seit der fünften Etappe an, die er überraschenderweise für sich entscheiden konnte.

Unterstützt wird er dabei von den acht anderen Fahrern des Teams BMC Pro Racing. Darunter ist auch der 33-jährige Samerberger Marcus Burghardt. Rosenheim24.de hatte wenige Stunden vor der siebten Etappe die Gelegenheit, mit dem Radprofi aus der Region über seine Radkarriere und die aktuellen Erfolge zu sprechen.

Marcus Burghardt: ein wichtiger Akteur im Hintergrund

Einen tiefenentspannten Eindruck macht Marcus, obwohl es nur noch wenige Stunden bis zum Start sind. Wohl auch deswegen, weil es in diesem Jahr für ihn und sein Team bisher alles andere als schlecht läuft. BMC Pro Racing stellt den aktuell Führenden im Gesamt-Klassement und ist seinen Underdog-Status als Erster in der Mannschaftswertung los, nachdem das Team lange Zeit unterschätzt wurde.

Ein Samerberger startet bei der Tour de France

Da Marcus Unterstützer ist, steht er nicht so viel im Rampenlicht, wie manche seiner Mannschaftskollegen. "Meine Aufgabe ist es unsere zwei Kapitäne zu unterstützen, die im Gesamt-Klassement vorne mitmischen wollen", erläutert er. "Also mich werdet ihr eher nicht so oft im gelben Trikot sehen", schmunzelt der 33-Jährige. 

Trotzdem lebt er den Traum eines jeden Radsportlers. Als einer der "auserwählten" 200 Fahrer hat er das Privileg, als Radprofi für ein Team bei der Tour de France zu starten. Und wie kam es zu dieser fulminanten Karriere? Wir haben bei Marcus nachgefragt.

Per lustigem Zufall zum Radsport gekommen

Marcus wurde am 30. Juni 1983 in Chemnitz geboren. Wie er zum Radsport kam, ist eine recht lustige Geschichte. "Meine Mutter hat eigentlich nur eine Freizeitbeschäftigung für mich gesucht", lacht Marcus. Und er gibt zu: "Mit dem Fußball hatte ich nicht so viel am Hut, das schied also für mich aus."

Per Zufall sei er dann zum Radsport gekommen. Als Zahnärztin hätte seine Mutter einen Patienten gehabt, der Trainer in einem lokalen Radsportverein gewesen sei. "Und so bin ich dann mit zehn Jahren zu meinem späteren Beruf gekommen", erzählt Marcus.

Von der "Freizeitbeschäftigung" bis zur Tour de France

Marcus Burghardt bei seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France.

Über mehrere Zwischenstationen landete er dann bei seinem heutigen Team. "2001 war ich in der Sportförderung der Bundeswehr, bevor ich 2005 dann zum offiziellen Profi im T-Mobile-Team wurde", schildert er seine Karriere grob.

Dort wurde er auch zum ersten Mal im Jahre 2008 zum Starter in der Tour de France rekrutiert, wo er auch gleich eine Etappe für sich entscheiden konnte. 2010 wechselte er dann das Team und schloss sich BMC Pro Racing an, einer schweiz-amerikanischen Mannschaft. Abgesehen von 2015, nahm Marcus seitdem an jeder Tour de France teil. Dieses Jahr startet er also zum insgesamt achten Mal.

Radprofi, doch wie steht es um Marcus privat?

Seit vier Jahren wohnt er nun am schönen Samerberg. Auf die Frage, wie er auf dieses schöne "Fleckerl" gekommen ist, antwortet der 33-Jährige: "Meine Frau Maria stammt vom Samerberg, und es ist auch eine wunderschöne Gegend zum Radeln." Wenn er zu Hause ist, trainiere er auch gerne auf den hiesigen Straßen, beispielsweise am Chiemsee oder am Sudelfeld. Und wenn es einmal etwas länger in die Berge gehen soll, fahre er halt nach Tirol, erläutert Markus.

Und dabei sei er nicht immer ohne Begleitung unterwegs. "Ich radle gerne auch einmal mit Freunden und Bekannten aus der Region, unter anderem auch mit einem Bahnradprofi", so der Samerberger. Und falls es sich zeitlich arrangieren lasse, würde er sonntags auch öfters mit einer Radlergruppe vom Ralph-Denk-Radstore in Raubling Touren unternehmen.

Zum Abschluss des Gesprächs wünschen wir ihm und seinem Team noch ganz viel Glück in den verbleibenden Etappen. Unterstützt wird er unter auch vom Café Romanicum in Raubling, das den leidenschaftlichen Kaffee-Trinker mit einer ordentlichen Ladung Kaffee versorgte. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen!

mwi 

Quelle: rosenheim24.de

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