Fireballs-Headcoach Oliver Schmid ist Trainer und Lehrer zugleich

Vom Aiblinger Gymnasium auf den Basketballplatz

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Schuldirektor Michael Beer unterstützt das Basketball-Engagement seines Lehrers Dominik Schmid, dem Headcoach der Fireballs-Damen. 

Bad Aibling - Er war in der vergangenen Saison einer der Erfolgsgaranten für den sofortigen Wiederaufstieg der Aiblinger Basketballerinnen in die 1. Bundesliga: Headcoach Oliver Schmid (r.). Seine kollegiale aber konsequente Art brachte die FireGirls auf die Siegesstraße, und das soll auch in der neuen Saison so weiter gehen. Nach dem Motto „Never change a winning Team“ will auch der Aiblinger Trainer an Bord bleiben. Nur: Er ist im Hauptberuf Lehrer am Gymnasium Bad Aibling. Von dort bekommt er glücklicherweise alle erdenkliche Unterstützung, denn Direktor Michael Beer (l.) steht voll hinter seinem prominenten Sportlehrer.

Eines vorweg: Dass Oliver Schmid das Damen-Team in der Bundesliga coachen wird, war lange nicht so klar, wie es jetzt aussieht. Denn noch angesichts des sich abzeichnenden Aufstiegs sagte der Erfolgscoach in der vergangenen Saison: „Die erste Bundesliga tue ich mir nicht an.“ 

Dahinter steckte seinerzeit die volle Überzeugung. Denn Oli Schmid wusste schon damals, was dies bedeutet: Noch härteres, intensiveres Training, ein viel akribischeres Studium der Gegner, mehr taktische Varianten und vor allem viele längere Fahrten zu Auswärtsspielen. Eigentlich ein Fulltime-Job und für einen Man wie ihn, der als Lehrer am Gymnasium Bad Aibling Sport und Deutsch unterrichtet, schlicht nicht machbar. 

Umfeld mit viel Verständnis

Doch dann war der Reiz der 1. Liga größer als alle Vernunft. „Ich weiß genau: Wenn ich das nicht gemacht hätte, würde ich mir irgendwann wohin beißen“, sagt er. Zum Glück hat er ein Umfeld mit viel Verständnis. Zuerst bekam er das Ja seiner Familie und dann erhielt er auch die Unterstützung seiner Schule. 

Direktor Michael Beer: „Wir hatten ganz entspannte Gespräche und schafften es, gemeinsam Kompromisse zu finden.“ Da ist auf der einen Seite das Beamtenrecht, das verlangt, dass ein Lehrer seine volle Kraft seinem Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss. Andererseits genießt es das Aiblinger Gymnasium auch, einen wie Schmid im Kollegium zu haben. „Er ist da schon ein Aushängeschild für uns“, sagt Beer. 

Aiblinger Gymnasium Ausnahmeschule 

Ganz so einfach, wie sich das auf den ersten Blick darstellt, war die die Sache dann doch nicht. Denn manche Vorgaben kann auch ein toleranter Schulleiter wie Michael Beer nicht ignorieren und außer Kraft setzen. „Allerdings sind viele Dinge auch ein bisschen Auslegungssache“, gesteht er und fügt hinzu: „An manch anderen Schulen würde das nicht so gehen.“ 

Michael Beer freut sich auch, dass er gerade am Beispiel des Bundesligatrainers das Leitbild der Schule in die Praxis umsetzen kann. „Unser Leitspruch ist ,Der Mensch steht im Mittelpunkt‘. Bei uns steht der Mensch über irgendwelchen Formalien“, erzählt der Schulleiter. „Hier können wir es beweisen, wir kommen den Kollegen weitgehend entgegen.“ 

Der Spagat zwischen den beiden Welten war für Oliver Schmid auch deshalb möglich, weil er bereit war, dafür einige Dinge hinten anzustellen. „Ich kann da eben nicht jedes Training leiten, wenn ich wichtige Schultermine wie Elternsprechtag habe. Dafür habe ich bei den Fireballs ein kompetentes Team, welches das Training dann für mich übernimmt.“ 

Und was ist mit Auswärtsspielen

Eine weitere wichtige Frage war auch das Thema Auswärtsfahrten. Was, wenn die FireGirls sonntags im hohen Norden spielen müssen und montags wieder Unterricht ist? Schmid: „Da kommt uns der Spielplan entgegen, der Sonntagsspiele eher am Nachmittag ansetzt. Und wenn ich auf der Rückfahrt schlafen kann, ist der nächste Tag nicht ganz so wild.“ Zudem macht die Schule in der Terminplanung bei Oliver Schmid ein paar Ausnahmen, die ihm sein Doppelleben ermöglichen und den Schulalltag nicht allzu stressig machen. 

„Das geht schon, wenn die Ausnahmen nicht zur Regel werden“, sagt Beer. Mit einem Grinsen sagt er auch: Wir sind eben eine außergewöhnliche Schule.“ In der bekommt der Trainer auch von anderen Seiten die volle Unterstützung. So hat er in Bad Aibling sportbegeisterte Kollegen, die das gut finden, was er macht, und auch Eltern wie Schüler haben nichts gegen seine beiden Tätigkeiten. 

Nicht nur Basketball im Sportunterricht

Im Gegenteil: Schmid muss da manchmal bremsen. „Viele Schüler wollen viel mehr Basketball im Sportunterricht bei mir, doch das lehne ich manchmal ab“, sagt er. Die Vielfalt soll erhalten bleiben. Zudem ist nicht jeder Schüler ein begabter Korbwerfer. Schmid will im Unterricht die einzelnen Stärken seiner Schützlinge erkennen und herausarbeiten. Seine Erkenntnis: „Bei den Fireballs geht es um Leistung, Leistung, Leistung. Hier wird gefordert. Die Schule fördert eher.“ 

Und hier schließt sich der Kreis, denn seine Erfahrungen aus dem Schulunterricht kann er dann wieder im Training der FireGirls mit einbringen. „Ich merke, dass ich dadurch trotz des Leistungsdrucks sozialer mit meinem Team umgehe.“ Außergewöhnlicher Lehrer, außergewöhnliche Schule, außergewöhnliche Ergebnisse …

TBA FIREBALLS - TuS Bad Aibling Basketball

Quelle: mangfall24.de

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