Nicki Hronek und Marina Wallner kämpfen sich zurück

Ski-Talent: "Ich bin sehr geschockt gewesen!"

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Nicki Hronek (l.) und Marina Wallner planen nach ihren Kreuzbandrissen das Comeback.

Inzell/Unterwössen - Sie haben einiges gemeinsam, die Inzellerin Marina Wallner und Nicki Hronek aus Unterwössen. Beide sind hoffnungsvolle Skifahrerinnen aus dem Chiemgau, allerdings habe sie eine weitere Gemeinsamkeit und die ist weniger gut.

Beide haben sich vor knapp einem Jahr das Kreuzband gerissen und kämpfen sich derzeit wieder zurück in den Weltcup. Besonders schlimm hat es Nicki Hronek erwischt. Die bald 25-jährige hat sich bereits zum dritten Mal das Kreuzband gerissen.

"Das dritte Mal ist halt nicht mehr so einfach. Das Knie zwickt immer noch, nach jeder Trainingseinheit muss es behandelt werden", sagt Hronek. Wenn alles gut geht, will sie noch im September wieder auf dem Ski stehen. Marina Wallner hat das bereits hinter sich und ist im August auf den Brettern gestanden. "Auch bei mir ist es noch nicht ganz schmerzfrei", schildert sie ihre Saison.

Beide haben sich im vergangenen November jeweils im Training die schweren Verletzungen zugezogen. Die Diagnose beim Arzt haben sie gemeinsam bekommen. "Ich bin schon sehr geschockt gewesen, schließlich habe ich den Sturz als nicht so schlimm empfunden und wollte danach eigentlich alles hinschmeißen", gibt Hronek zu.

Die Angst fährt zunächst wohl mit

Nur das gute Feedback vom Skiverband und den Trainern hat sie bewogen, doch weiterzumachen. "Mit einer Verletzung wollte ich dann doch nicht abtreten. Dafür steckt ein zu großes Sportlerherz in mir." Nicki Hronek ist nach ihrer leidvollen Erfahrung klar gewesen, dass sie sich wieder zwischen sechs und zehn Monate durch die Reha quälen muss. Wie immer hat sie diese im ambulanten Reha-Zentrum in Bad Endorf durchgezogen. Operiert ist sie in Augsburg bei Dr. Ulrich Boenisch worden. "Natürlich bin ich ängstlicher geworden. Wenn ich wieder auf den Skiern stehe, wird die Angst sicher mitfahren", sagt sie ehrlich.

Betroffen von Kreuzbandrissen sind in der jüngsten Vergangenheit viele Spitzenrennläufer. Unter anderem Anna Veith aus Österreich oder Abfahrer Josef Ferstl vom SC Hammer. "Die Schneebedingungen und die Abstimmung beim Training in Schweden sind damals nicht gut gewesen", vermutet Hronek als Ursache der Verletzung. In der neuen Saison will sie langsam wieder versuchen, schnell Skizufahren.

Schließlich ist sie eine Speed-Spezialistin. 2018 sieht sie Olympia als Ziel. Genauso sieht es Marina Wallner. Die 21-jährige Inzellerin hat in ihrer kurzen Karriere schon einige Verletzungen gehabt. Nach einer überstandenen Sprunggelenksblessur hat sie sich ebenfalls im Training das Kreuzband gerissen. Mitten während der Fahrt ist das passiert.

Zur Reha nach Österreich

Die Operation bei Marina Wallner ist beim Mannschaftsarzt des DSV, Dr. Ernst-Otto Münch durchgeführt worden. Zur Reha ist sie zu Markus Kahr in die Ramsau am Dachstein gegangen. Er ist auch ihr Konditionstrainer. "Ich habe mir dort sogar eine kleine Wohnung während der Woche genommen." Im August hat sie zunächst auf dem flachen im Schnee erste Schwünge gemacht. Mittlerweile fährt sie wieder durch die Slalomstangen. "Die Belastung ist da und auch die Schmerzen, das Knie braucht nach wie vor viel Pflege."

Auch Marina Wallner erzählt von schlechten Phasen während der Reha. Familie, Freunde und Trainer haben sie immer wieder aufgerichtet. Das Gespür für Schnee hat sie endgültig die harten Tage abhaken lassen. "Das ist einfach ein cooles Gefühl und in einem drinnen", sagt sie lächelnd. "Ich will nach eineinhalb Jahren endlich wieder Rennen fahren", meint sie kämpferisch und mit einem Funkeln in den Augen. Das hat sie mit ihrer Leidensgenossin Nicki Hronek gemeinsam. So leicht lassen sich den beiden Mädels bei ihren Gemeinsamkeiten nicht unterkriegen.

SJH

Quelle: rosenheim24.de

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