Rosenheimer entscheidet über Kult-Motorradrennen

Lässt Hermann Tomczyk den MotoGP am Sachsenring platzen?

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Sind rasende Motorradfahrer auf dem Sachsenring bald schon passé?

Rosenheim/Hohenstein-Ernstthal - Seit Monaten verhandeln ADAC und der Ausrichter SRM nun schon über die Zukunft des Kult-Motorradrennens am Sachsenring. Am Wochenende werden 200.000 Fans wieder das Spektakel live mitverfolgen, doch wird es das letzte Mal sein? Das hängt vor allem von einem Verhandlungsakteur ab: dem aus Rosenheim stammenden ADAC-Sportboss Hermann Tomczyk.

Der Name Tomczyk wird vielen hier aus der Region ein Begriff sein. Denn der 65-Jährige trägt seit Jahren zum makellosen Ablauf des Herbstfests in Rosenheim bei. Als langjähriges Mitglied und 17-jahrelanger stellvertretender Vorsitzender des hiesigen Wirtschaftlichen Verbandes (WV) gestaltete er das Kultfest fast wie kein Zweiter mit. Im Juli vergangenen Jahres wurde Tomczyk für seine besonderen Leistungen innerhalb des WV zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Doch inzwischen hat der gebürtige Traunsteiner weniger Grund zur Freude. Denn sein organisatorisches und logistisches Talent sind nun bei einer anderen Großbaustelle gefragt: dem MotoGP-Rennen am Sachsenring, eine der größten Kultveranstaltungen des Motorradsports. Nächstes Jahr würde der Grand-Prix seinen 90. Geburtstag feiern, vorausgesetzt das Rennen wird dann überhaupt noch am Sachsenring ausgetragen. Ein Mann, der dieses Jubiläum zur Zeit noch in Frage stellt, ist eben der Rosenheimer Tomczyk. WV-Ehrenvorstandsmitglied schön und gut, doch wieso darf er da überhaupt mitmischen?

Tomczyks Rolle als ADAC-Sportpräsident

Hermann Tomczyk ist ADAC-Sportpräsident.

Nun, Tomczyk nimmt eben auch eine andere verantwortungsvolle Position ein: das des ADAC-Sportpräsidenten. Seit 1997 übt er dieses Amt aus und steht nun vor einer der größten Herausforderungen seiner Karriere: wie die Bild berichtet, entscheidet er über die Zukunft des Motorradrennens am Sachsenring. Als Sportchef des ADAC, dem Lizenznehmer des Rennens, ist er mit dem Finanzstatus und der Organisation des Ausrichters Sachsenring-Rennstrecken-Management (SRM) dermaßen unzufrieden, dass er einen weiteren Gran-Prix 2017 am Sachensring in Frage stellt, Jubiläum hin oder her.  

Seit Monaten diskutiert der ranghohe ADAC-Vertreter schon mit SRM und dem Freistaat Sachsen. Doch auch wenige Tage vor dem 89. Grand Prix auf dem Sachsenring, konnten sich die Akteure am Verhandlungstisch noch nicht einigen. Nun stellte Tomczyk dem Ausrichter ein Ultimatum: Wenn SRM nicht bis zur zweiten Augustwoche einen konkreten Plan mit einer vernünftigen organisatorischen und finanziellen Struktur vorlege, werde er das 90. Jubiläum des Kultrennens platzen lassen.

Anlass zum Durchatmen

Die Motorradfans im Lande müssen aber nicht um einen gänzlichen Verlust des Motorrad Gran-Prix in Deuschland bangen. Der ADAC hat sich mit dem MotoGP-Vermarkter Dorna bereits auf einen weiteren Fünfjahres-Vertrag geeinigt. Aktuell stellt sich also nur noch die Frage, wo Motorradsportfans in den kommenden Jahren hinpilgern müssen, um ihren Helden auf den Zweirädern zujubeln zu können. Am Sonntag dürfen die 200.000 Fans das Spektakel definitiv noch einmal am Sachsenring miterleben, doch ab nächstem Jahr könnte auch einer der zahlreichen anderen deutschen Interessenten den Zuschlag erhalten.

mwi

Quelle: rosenheim24.de

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