20 von 20: Wasserburg zerlegt auch Halle

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Wasserburg - Souverän haben die Wasserburger Basketball-Damen das Spiel gegen Halle für sich entschieden. Der Heimsieg war am Ende eine klare Sache. Die Siegesserie hält an.

An Wasserburgs Basketball-Damen führt in der Bundesliga derzeit kein Weg vorbei. Da gab es auch für das angereiste Team aus Halle an der Saale keine Ausnahme. Vor heimischer Kulisse in der Wasserburger Badriahalle siegte das Team von Trainer Bastian Wernthaler am Samstagabend mit 70:45 (38:23) und machte so den zwanzigsten Saisonsieg im zwanzigsten Saisonspiel perfekt.

Das ist jetzt schon Rekord und hier bahnt sich eine Sensation an. Noch nie haben Wasserburgs Damen die Liga dermaßen dominiert. Doch Trainer Wernthaler, der in diesem Jahr sein Team letztmalig zur Meisterschaft führen will, zeigt kurz vor der heißen Phase der Spiele um Meisterschaft und Pokal noch verhaltenen Optimismus.

„Wir haben einen guten Kader und wir arbeiten jeden Tag. Aber das bringt alles nichts. Jetzt kommen die großen Spiele und davor können wir alle mit fünfzig Punkten Unterschied gewinnen“, kommentiert Wernthaler die Situation seines Teams. „Das hilft alles nichts. Die großen Spiele müssen wir gewinnen.“

Doch daran zweifeln die Fans derzeit nicht. Zu dominierend ist das, was der TSV Wasserburg derzeit aufs Parkett bringt. Doch das honorierte das Publikum in der gefüllten Badria-Halle nicht. Zumindest die ersten zwei Minuten lang. Der Fanclub des TSV, die Wasserburger Lions, hatte zum „Protest durch Stille“ aufgerufen. Mit Flugblättern, die der Vorsitzende des Fanclubs Wolfgang Tschentscher bereits am Eingang an die Fans verteilte, sollte ein Zeichen gegen die Entscheidung der DBBL gesetzt werden. Mit dieser wurde das traditionelle Eröffnungsturnier zu Beginn der jeweiligen Saison, das „Season Open“, abgeschafft. Bis auf einige wenige Besucher hielt sich das Publikum auch daran und so herrschte zu Beginn der Partie fast schon gespenstische Stille in der vollen Halle.

Trainer Wernthaler nahm es gelassen: „Jeder kann seine Meinung äußern. Das Team und ich sind froh, dass das gesamte Season Opening abgeschafft wurde. Aber da darf man doch auch anderer Meinung sein.“ Für das Spiel jedoch habe das keine Auswirkungen gehabt, so der Trainer.

Und in der Tat demonstrierten die Innstädterinnen über vierzig Minuten ihren Anspruch auf den nächsten Titel. Dabei überzeugten sie vor allem mit einer konsequenten Verteidigung unter dem eigenen Korb, welche die eine oder andere Schwäche im eigenen Spiel dann jeweils mehr als wettmachte.

Die SV Halle Lions hatten zu selten die Möglichkeit zu einer erfolgreichen Chancenverwertung. Nach dem letzten Ausgleich zum 3:3 in der vierten Minute lief das Team von Trainerin Jennifer Kerns einem stetig wachsenden Vorsprung Wasserburgs hinterher. Nach dem ersten Viertel führte Wasserburg bereits souverän mit 13 Punkten (22:9). Mitverantwortlich dafür war vor allem Anne Breitreiner, die bereits in diesem Viertel zwei ihrer insgesamt vier erfolgreichen Dreier-Würfe durch die Reuse brachte und so schon in diesem frühen Spielabschnitt acht Punkte zum Vorsprung beitrug.

Etwas ausgeglichener aus Sicht der Halle Lions ging es dann in den beiden folgenden Spielabschnitten zur Sache. Auf Seiten der Gäste, konnte man die Möglichkeiten, die Wasserburg dem Gegner bot, besser verwerten. Dadurch wuchs zwar der Vorsprung der Gastgeberinnen nicht maßgeblich an, zerrte aber auf der anderen Seite an den Kräften der Lions erheblich. Diese mussten in dieser Partie zudem auf ihre Leistungsträgerin Tiffany Porter-Talbert verzichten. Die Ex-Wasserburgerin musste verletzungsbedingt zuhause bleiben. Der Ausfall von Wasserburgs Emma Cannon nach einem Muskelfaserriss schaffte da vielleicht etwas Ausgleich, was man aber am Ergebnis auf der Anzeigetafel nicht ablesen konnte. Mit 38:23 und 57:34 endeten Viertel zwei und drei.

Vergleichsweise locker machten Wasserburgs Damen in den folgenden letzten zehn Spielminuten den Sack zu. Wieder war es Anne Breitreiner, die mit drei erfolgreichen Abschlüssen in Folge punkten konnte und so ihr Team außer Reichweite der Gäste brachte. Wernthaler brachte die Bank aufs Parkett und verschaffte auch den Nachwuchsspielerinnen Tatjana Stemmer und Sara Vujacic wertvolle Erstliga-Minuten. Beide bedankten sich mit jeweils einem Treffer und sorgten so für den Endstand von 70:45.

Gute Nachrichten gibt es für alle Fans von Emma Cannon. Nach ihrer Verletzung und intensiver erfolgreicher Arbeit vom zuständigen Physiotherapeuten-Team der Praxis Friedl konnte sie bereits wieder am Training teilnehmen und wird spätestens bis zu den Play-Offs wieder für den TSV Wasserburg punkten.

Es spielten: Anne Breitreiner (20 Punkte), Svenja Brunckhorst (6), Anna Jurcenkova (12), Shey Peddy (10), Nicole Romeo (6), Tatjana Stemmer (2), Tiina Sten (2), Daniela Vogel (5), Sara Vujacic (2), Steffi Wagner (5).

Pressemitteilung TSV 1880 Wasserburg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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