Es drohen Schließungen und Entlassungen

"Unsicherheit nagt" bei hiesigen Tengelmann -Beschäftigten

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Landkreis - Die Lebensmittelkette Kaiser's Tengelmann ist weiterhin von der Zerschlagung bedroht. Die Unsicherheit nagt auch in den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land an den Beschäftigten:

Die Fusion der Lebensmittelkette Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka liegt weiterhin auf Eis. Zwar hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit einer Ministererlaubnis den Weg für die vom Kartellamt untersagte Fusion wieder frei gemacht. Doch nach Beschwerden von Wettbewerbern wie Rewe kassierte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Erlaubnis wieder ein. Edeka und Gabriel zogen anschließend vor den Bundesgerichtshof. Der will am 15. November eine erste Entscheidung treffen. 

Aktionen für Erhalt der Arbeitsplätze

Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann wollen in dieser Woche mit Aktionen auf den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze aufmerksam machen. Zweck der Aktion sei es, Rewe und die anderen Beschwerdeführer dazu zu bewegen, ihre Klage beim Oberlandesgericht wieder zurückzuziehen. "Wir wollen nicht einfach zusehen, wie die Chance verspielt wird, unsere Arbeitsplätze zu retten", teilten die Mitarbeiter der dpa mit.

Es drohe die Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann. Dutzende Filialen sollen tatsächlich zur Schließung anstehen. Vor allem Nordrhein-Westfalen würde es hart treffen: 3000 der 4000 Mitarbeiter dort müssten wohl gehen, hatte eine mit der Sache vertraute Person am Sonntag gesagt. Beraten wird der Plan am kommenden Freitag vom Aufsichtsrat.

Lage in der Region

Auch in den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land hat Kaiser's Tengelmann zwölf Filialen. Diese Karte gibt eine Übersicht:

ver.di: Große Unsicherheit unter den Beschäftigten

Auf Nachfrage von rosenheim24.de erklärte Dominik Datz von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, dass er sich momentan zu "Spekulationen und Gerüchten" über eventuell drohende Schließungen nicht äußern möchte."Sobald belastbare Informationen vorliegen, werden wir uns sicherlich an die Öffentlichkeit wenden." erklärte der Gewerkschaftssekretär für den Bereich Handel.

Allerdings bemerkt auch er, "dass die Unsicherheit an den Beschäftigten nagt". "Erst der Übernahmepoker, dann die Gerichtsentscheidung gegen die Ministererlaubnis und nun die Spekulationen um eine drohende Zerschlagung erzeugen eine enorme Unruhe und schaffen eine große Unsicherheit in den Reihen der Beschäftigten.", so der ver.di-Mitarbeiter.

Soziale Standards sollen erhalten bleiben

Für die Gewerkschaft sei es wichtig, dass die sozialen Standards bei einer eventuellen Übernahme erhalten bleiben. "Daher begrüßten wir, dass der Wirtschaftsminister Gabriel eine Ministererlaubnis an den Abschluss entsprechender Tarifverträge koppelte." Die Tarifverträge hätten unter anderem "die Standort- und Beschäftigungsgarantien, den Erhalt der Tarifbindung und den Erhalt der Mitbestimmung durch Betriebsräte" als Regelungsgegenstand, so Datz.

Würde die Übernahme genehmigt, träten diese Standards in Kraft, denn: "Die Tarifverträge wurden zwischen ver.di und Edeka im August unterzeichnet" weiß der ver.di-Mitarbeiter. Das wünscht sich die Gewerkschaft natürlich dringlich für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann. 

Simon Lenze mit Material von dpa

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser