Zwei Varianten spalten den Gemeinderat

Kindergartensanierung - Wie geht es weiter in Haag?

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Haag - Die Sanierung des Kindergartens sorgte auf der vergangenen Gemeinderatsitzung für eine lange und rege Diskussion.

Die Zeit drängt, die Frist zur Antragsstellung für Fördermitel zur Sanierung des Kindergartens und dem Neubau einer Kindergrippe, läuft Ende des Jahres aus. Auf der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag wurden zwei Konzeptvorschläge vorgestellt, wie das bestehende Gebäude umgebaut und erweitert werden könnte. Insgesamt besteht die geplante Sanierung aus drei wesentlichen Bausteinen: Die Sanierung des Kindergartens, der Neubau einer Kindergrippe und die Renovierung der Außenfassaden.

Variante A zur Sanierung des Kindergartens

Bei der Variante A müssten die momentan sehr großen Räume von 90m² auf etwa 58m² verkleinert werden. Dafür würde ein Keller gebaut werden. Auch der Verkehrsparcours vor dem Kindergarten müsste bei dieser Variante dem Umbau weichen. Die Kosten für Variante A würden sich insgesamt auf etwa zwei Millionen Euro belaufen, wobei davon etwa die Hälfte, etwas mehr als eine Million Euro, vom Staat gefördert werden könnte.

Variante B zur Sanierung des Kindergartens

Für die Variante B müssten die Räume nicht verkleinert werden, Garten und Erdgeschoss würden ebenerdig. Momentan liegt der Garten tiefer, die Kinder müssen eine Treppe benutzen, um den Garten zu betreten. Der Garten würde zwar kleiner werden, könnte aber auch besser genutzt werden. 

Die Kosten für die Variante B würden sich etwa auf 1,67 Millionen Euro belaufen. Auch hier würden allerdings, genau wie bei Variante A, etwa eine Million Euro an Fördermitteln fließen. Variante B wäre also um einiges günstiger für die Marktgemeinde.

Variante A aus "pädagogischen Gesichtspunkten" nicht vertretbar?

Auch der Träger des Kindergartens, die katholische Kirche, und die Erzieherinnen wurden befragt, welche Variante sie bevorzugen würden. Nach Meinung der Fachkräfte ist Variante A aus pädagogischer Sicht "völlig indiskutabel", sie favorisieren  klar Variante B. Ein weiterer Vorteil der Variante B wäre die gegebene Barrierefreiheit, da sich fast alle Räume auf der gleichen Ebene verteilen.

Die Meinung der Pädagogen und die niedrigeren Kosten konnte allerdings einige Gemeinderatsmitglieder nicht überzeugen. Es wurde kritisiert, dass so ein teures Projekt in so kurzer Zeit durch den Gemeinderat abgewunken werden soll. Anschuldigungen, die Mitglieder des Gemeinderats hätten gar keine Vorstellung von den örtlichen Gegebenheiten wurden laut. 

Letztendlich entschloss sich der Gemeinderat, nach langem hin und her, die Variante B unter Vorbehalt einzureichen, um die Frist zur Einstreichung der Fördergelder nicht zu verpassen. Wie und was letztendlich gebaut wird, kann auch nach Antragsstellung noch geändert werden.

bcs

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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