Der neue Putz soll 30 Jahre halten

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Optisch ein Kleinod, baulich ein Sorgenkind: Nicht nur der Schlossturm, auch die Ringmauer muss saniert werden.

Haag - Den Untergrund des Schlosshofes und den Zustand der Ringmauer kennt man jetzt: Die Voruntersuchungen für die Schlosssanierung in Haag sind abgeschlossen.

Obwohl es noch kein Gesamtsanierungskonzept gibt, sind die ersten Schritte für die Renovierung des Haager Schlossturms schon erfolgt. Bei Baureferent Andreas Grundner in der Haager Gemeindeverwaltung laufen alle Fäden zusammen. Nachdem das historische Wahrzeichen in die Verantwortung der Gemeinde gekommen ist, führt er Regie über die weiteren Sanierungsschritte. Die Verwaltung erhält nun auch alle Unterlagen, die bisher beim staatlichen Bauamt lagen.

Für die ersten Voruntersuchungen hatte man einen Restaurator beauftragt, der ein Putzkonzept für den Turm erstellen soll. Die Koordination der Maßnahmen wurde dem Ingenieurbüro Barthel & Maus übertragen, das auch schon beim Zehentstadel Bauregie führte. Mit dabei ist auch ein Bauhistoriker. Zunächst erfolgte die Georadaruntersuchung des Schlosshofs.

Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Vorweg kann Baureferent Andreas Grundner jedoch schon sagen, dass die Grundrisse, die man in den alten Plänen fand, bestätigt wurden. Das betrifft beispielsweise die Fundamente der Schlosskapelle und weiterer Anbauten an die Mauer. Mit dieser Methode fand man auch die Stelle, an der man in die historische Tiefe hinuntergraben will. Die Aufschüttungen späterer Zeiten kamen ebenso zum Vorschein. "Der Hof hatte früher ein tieferes Niveau", so Andreas Grundner. Sinn und Zweck der Radarmessung war das Erforschen der Grundfeste von Turm und Mauer: "Alles Bisherige ist Vermutung."

Das Gutachten für den Putz am Turm soll demnächst fertig werden. Hier zählt, was da ist, zu erhalten und, wenn nötig, zu ergänzen. Dabei sei für den Haager Schlossturm noch nie die Gestaltung wichtig gewesen, so Grundner: "Das ist ein reiner Zweckbau."

Die Ostseite weist noch originale Putzstellen auf. Im Westen scheint alles durch die Witterung freigewaschen. Ob der Turm künftig wieder eine Putzschicht erhält, wird sich aus dem Gutachten der Voruntersuchung ergeben. Wenn nötig, wird er komplett überputzt. Ziel ist, dass das Denkmal die nächsten "20, 30 Jahre hält".Für die Ringmauer-Untersuchungen wurde der Efeu entfernt. Außerdem hatte es auf der Mauerkrone schon Bewuchs mit Bäumen gegeben. An den Seiten kamen Blattwerk und Äste weg. Sie gaben den Blick frei auf bröselige Stellen, lose Steine und Fehlstellen. "Wir müssen nicht nur den Turm herrichten, sondern auch die Mauer erhalten", so der Baureferent.

Die Abnahme des Efeus erfolgte in Absprache mit der Naturschutzbehörde des Landratsamtes und der Bund Naturschutz-Ortsvorsitzenden Heide Schmidt-Schuh. Im Umfeld blieb viel Efeu für Bienen und Insekten erhalten. Auch künftig will man die Anliegen der Naturschützer beachten und den Lebensraum der Tiere am Turm nach Möglichkeit schützen: "Es soll keiner vor den Kopf gestoßen werden."

Insgesamt sieht Andreas Grundner nach den ersten Schritten der Voruntersuchung eine "schöne, aber schwierige Aufgabe" vor sich. Alles wäre noch schöner, wenn der Wermutstropfen der Kosten nicht wäre.

red/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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