Sammlung startet am Freitag

Gegen das Vergessen: Kriegsgräberfürsorge sammelt wieder

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Die deutsche Kriegsgräberstätte Budaörs (Ungarn): Hier ruhen über 15.600 deutsche Gefallene des Zweiten Weltkrieges.

Mühldorf - Eine der ersten Bürgerinitiativen Deutschlands sendet wieder seine Spendensammler aus: der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Seine Aufgabe geht weit über einfache Grabpflege hinaus.

Im Kernzeitraum von Freitag, dem 21. Oktober, bis einschließlich Sonntag, dem 6. November, findet die Sammlung zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. statt. Der Volksbund wurde 1919 durch Heimkehrer, Witwen und Hinterbliebene des Ersten Weltkrieges ins Leben gerufen. Derzeit pflegt die Organisation in45 Ländern auf 832 Kriegsgräberstätten die Gräber von rund 2,7 Millionen Toten beider Weltkriege. 766 Hektar betreute Friedhofsfläche entsprechen der Größe von 1.000 Fußballfeldern.

Seit 1989 wurden über 856.000 Kriegstote in Osteuropa aus gefährdeten Grablagen geborgen, viele von ihnen identifiziert, alle jedoch würdig bestattet, die Angehörigen, wo immer dies möglich war, benachrichtigt. Parallel hierzu wird die Gräberdatenbank unter www.volksbund.de ständig erweitert. Aktuell umfasst sie fast 4,7 Millionen Verlustmeldungen. Jeder Name steht für ein Kriegsschicksal und damit auch für ein Familienschicksal.

„Lernorte der Geschichte“ 

Seit 1953 arbeitet der Volksbund mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf den Kriegsgräber- und Gedenkstätten Europas. So werden auch heuer wieder über 14.000 Teilnehmer in rund 70 Workcamps und in den vier Jugendbegegnungs- und Bildungseinrichtungen (Golm, Lommel, Niederbronn, Ysselstein) betreut.

Ein Friedhof von den 832 gepflegten Friedhöfen durch den Volksbund ist der Soldatenfriedhof Budaörs in Ungarn. 15.600 Gefallene des Zweiten Weltkrieges fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte, die hauptsächlich aus dem Bereich östlich der Donau, aus den Komitaten Komáron-Esztergom und Pest sowie aus der Hauptstadt Budapest geborgen wurden. Der Friedhof wurde am 19. Oktober 2002 eingeweiht. Auf dem etwa 6 Hektar großen Gelände entstand neben dem Friedhof ein Friedenspark mit insgesamt 674 Bäumen. Der Kreisverband der Krieger- und Soldatenkameradschaften im Landkreis Mühldorf fährt vom 13. bis 17. September 2017 nach Ungarn und besucht den deutschen Soldatenfriedhof Budaörs. Für einen Friedensbaum hat der Kreisverband der Krieger- und Soldatenkameradschaften im Landkreis Mühldorf a. Inn die Patenschaft übernommen.

Der Volksbund muss 70 Prozent der erforderlichen Mittel selbst aufbringen. Landrat Georg Huber, Vorsitzender des Volksbund-Kreisverbandes Mühldorf a. Inn und Franz Maier, Vorsitzender des Kreisverbandes der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaften im Landkreis Mühldorf, bitten daher um einefreundliche Aufnahme der ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammler der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaften in den Kommunen und um eine großzügige Spende, damit der Verband seinen humanitären Auftrag weiterhin erfolgreich fortführen kann. Die Sammlerinnen und Sammler bitten auch bei der Friedhofssammlung zu Allerheiligen um eine Spende.

INFO:

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bezirksverband Oberbayern, Maillingerstr. 24, 80636 München, Tel. 089-187598; Fax: 089-12779834 (Büro) oder 186670 (24h); bv-oberbayern@volksbund.de.

Pressemitteilung Landkreis Mühldorf a. Inn

Quelle: innsalzach24.de

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