Allen die gleichen Chancen geben

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Aschau - Der Landkreis stellte seinen ersten Bildungsbericht vor. Als wichtigste Aufgabe sah Landrat Georg Huber dabei in der Wahrung der Chancengleichheit.

Der Landkreis hat zusammen mit "Lernen vor Ort" im Berufsbildungszentrum in Waldwinkel/Aschau den ersten Bildungsbericht vorgestellt. Landrat Georg Huber sieht den Landkreis als Bildungsregion.

"Die Aufarbeitung der Bildungsstruktur ermöglicht uns, die Gegenwart deutlich und für die nahe Zukunft Handlungsbedarf zu erkennen und diese objektiv zu diskutieren", stellte Huber bei der Vorstellung des Berichts heraus. Er soll auch dazu dienen, den Landkreis zur "Bildungsregion" und zur "Verantwortungsgemeinschaft für Bildung" zu machen. "Unsere wichtigste Aufgabe ist es, allen Bürgern den Zugang zu Bildung und erfolgreichem Lernen zu ermöglichen: Chancengleichheit bedeutet Lebensqualität und Teilhabe", sagte Huber.

Die Zahl der Kinder (3300 bis 3400) in Kindertageseinrichtungen bleibt im Landkreis stabil. Der Auslastungsgrad der Betreuungsplätze liegt bei 92,5 bis 96,6 Prozent. Positiv entwickelt sich die Zahl der Kinder unter drei Jahren, die in den Kindertageseinrichtungen betreut werden. Deren Zahl hat sich von 88 auf 182 mehr als verdoppelt. "Die gute Betreuungssituation und frühkindliche Bildung kann Chancenungleichheiten ausgleichen", erläuterte Geschäftsbereichsleiter Michael Stadlmann, der den Bildungsbericht vorstellte.

Die Zahl der Grundschüler im Landkreis ist dagegen rückläufig, sie hat um 14,9 Prozent abgenommen. Auch die Zahl der Hauptschüler sinkt um 16,9 Prozent kontinuierlich. Die Zahl der Realschüler im Landkreis stieg dagegen um 456 (plus 26 Prozent) und die Gymnasiasten um 246 Schüler (plus 8,6 Prozent). Die Verteilung der Bildungsabschlüsse zeigt, dass die Anteile derjenigen mit allgemeiner Hochschulreife und mittlerem Schulabschluss steigen. Der Trend im Landkreis geht eindeutig zu höheren Abschlüssen. Die Übergangsquote von der Grundschule in die Hauptschule sinkt. Es fällt jedoch auf, dass Schüler nicht-deutscher Herkunft doppelt so häufig (zu fast 80 Prozent) in Hauptschulen übertreten wie deutsche Schüler.

Der am häufigsten erworbene Abschluss ist die mittlere Reife (45 Prozent), gefolgt vom Abitur (22 Prozent). Der Anteil der Schüler ohne Abschluss im Landkreis hat sich auf vier Prozent halbiert.

Drei von vier Berufsschülern im Landkreis Mühldorf absolvieren eine duale Ausbildung. Den größten Anteil der neuen Lehrlinge hat einen Hauptschulabschluss erworben. "Der mittlere Abschluss scheint jedoch zunehmend eine Zugangsvoraussetzung für das Berufsbildungssystem zu sein, denn dieser Anteil steigt", sagte Stadlmann. 20 Prozent der Schüler mit nicht-deutscher Herkunft wechseln ohne Abschluss an eine Berufsschule. Neun von zehn Berufsfachschülern sind Mädchen. Dies liegt vor allem daran, dass an den Schulen im Landkreis vor allem soziale Berufe erlernt werden können, die besonders attraktiv für Frauen zu sein scheinen. Mehr als 80 Prozent der an die Berufsfachschulen übergetretenen Schüler hat einen Hauptschulabschluss.

14,2 Prozent der Berufsschüler erwerben mit ihrem Berufsabschluss einen zusätzlichen allgemeinbildenden Abschluss. Damit sind Abschlusszahlen doppelt so hoch wie in Oberbayern oder Bayern. Landrat Huber betonte: "Unsere Kinder müssen früh gefördert werden. Familienfreundliche Politik ist also die bestmögliche soziale und strukturelle Verknüpfung von Familie, Gesellschaft, Erziehung, Bildung und Wirtschaft."

sb/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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