A8-Ausbau: Kreative Lösungen für Frasdorf und Rohrdorf

Bürgermeister Praxl: "Es muss sich etwas ändern an der A8"

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Landkreis - Mehr als 70 Jahre führt die Autobahn von München nach Salzburg an Rohrdorf vorbei und prägt das Leben der Anwohner mit. Der geplante Ausbau von Rosenheim zum Bernauer Berg könnte vieles verbessern.

Wer in Rohrdorf wohnt, hat auch Berührungspunkte mit der Autobahn, erklärt Bürgermeister Christian Praxl (CSU) gegenüber rosenheim24.de. Seit die A8 in den 1930er Jahren quer durch Oberbayern gebaut worden ist, durchschneidet die Straße die Region. Gemeinden wie Rohrdorf und Frasdorf werden von der Autobahn geteilt.

Nun soll die A8 bald ausgebaut werden. Damit wären die Orte Rohrdorf und Achenmühle - direkt an der Autobahn gelegen - erstmals umfassend mit Lärmschutzwällen und -wänden vor den Geräuschen der Fahrzeuge geschützt.

Vier Kernforderungen des Gemeinderates

"Wir haben uns im Gemeinderat sehr intensiv damit beschäftigt", sagt der Bürgermeister. "Und grundsätzlich den sechsspurigen Ausbau als sinnvoll erachtet." Aber auch einen umfangreichen Katalog an Forderungen aufgestellt.

Priorität hat dabei die Ortschaft Thansau. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde dort etwa eine Million Euro in Hochwasserschutz investiert. So sind Gewässer und Rückhaltebecken ausgebaut sowie ein neues Grabensystem eingerichtet worden. Der Umbau hat sich bei Starkregen bereits bewährt. Die Ortschaft scheint seitdem gut auf Hochwasser vorbereitet zu sein.

Doch eine Sorge bleibt. Denn das Wasser von der A8 wird momentan zum Teil auch in Richtung Thansau abgeleitet. Zusätzliche Wassermengen können durch die Gräben in der Ortschaft nicht mehr aufgenommen werden, lautet daher das Fazit des Gemeinderates. Das Risiko von Hochwasser darf mit dem A8-Ausbau weder in Thansau steigen, noch in den Orten Rohrdorf und Achenmühle, die beide ebenfalls direkt an der Autobahn liegen.

Außerdem fordert der Gemeinderat eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Kilometern pro Stunde auf der ausgebauten Autobahn. Hintergrund dafür ist, dass Berechnungen für den Lärmschutz im Ort auf dieser Geschwindigkeit basieren. Eng damit verbunden ist die Forderung nach optimalem Lärmschutz für Anwohner. Zudem regt der Gemeinderat einen geringeren Flächenverbrauch beim Ausbau an. Zum einen bedrohe der enorme Flächenverbrauch die Existenz von Landwirten, weil oft auch landwirtschaftliche Flächen davon betroffen sind. Zum anderen zerstören die Veränderungen das Landschaftsbild.

Auch einen Vor-Ort-Termin hat es im April 2012 mit Vertretern der Autobahndirektion Südbayern und der Bürgerinitiativen in Frasdorf und Achenmühle sowie Politikern gegeben. Dabei sind nochmals Einzelheiten zum Ausbau in den beiden Gemeinden besprochen worden.

Ausbau macht Orte interessanter für Unternehmer

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Dass sich etwas an der Autobahn verändern muss, zweifelt der Gemeinderat nicht an. "Es ist eine unfallträchtige Strecke", sagt Bürgermeister Christian Praxl. Und selbst wenn der Verkehr zwischen München und der österreichischen Grenze nicht mehr werden sollte, wie von Ausbaugegnern oft argumentiert, müsse die Autobahn ausgebaut werden, weil sie bereits jetzt für den vorhandenen Verkehr nicht ausreiche. Der fehlende Standstreifen und die engen Kurven machen die Strecke riskant. Und es dürfe auch nicht vergessen werden, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in den Orten entlang der Autobahn ausrücken müssen, wenn auf der A8 etwas passiert.

Außerdem bietet der Ausbau auch Vorteile für anliegende Gemeinden, erklärt Christian Praxl. Für Unternehmen können Standorte wie Rohrdorf oder Frasdorf mit der besseren Autobahn interessanter werden. Wenn Firmen sich nicht direkt in Rosenheim, aber doch in der Nähe der Stadt ansiedeln wollen, bieten sich so neue Möglichkeiten.

Und wenn der Ausbau kommt, dann hat Rohrdorfs Bürgermeister nur einen Wunsch: Dass die Bauzeit möglichst kurz ausfällt. "Weil Rohrdorf und Achenmühle während der Bauzeit sicher auch mit Umleitungsverkehr belastet sein werden", sagt er. "Denn wenn auf der Autobahn Stau ist - und während des Baus wird sicher Stau sein - kommen die Autos hier durch."

So könnte der Ausbau Frasdorf verändern

Auch für die Nachbargemeinde Frasdorf könnte der A8-Ausbau Vorteile als Gewerbestandort haben. Deren Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller (CSU) möchte sich aktuell nicht zu den Ausbauplänen äußern, da diese derzeit nochmals überarbeitet werden und sich dadurch erneut Änderungen ergeben können.

Bei verschiedenen Treffen ist in der Vergangenheit bereits gezeigt worden, wie sich Frasdorf mit dem Ausbau der A8 verändern könnte, damit Anwohner einen Eindruck vom Ausbau bekommen. Dort haben sich Vertreter der Gemeinde und Bürgerinitiative für eine Einhausung eingesetzt. Mit Erfolg.

Zunächst ist nur eine Lärmschutzwand geplant worden (Für Vorher-Nachher den Regler auf dem Bild hin und her schieben. Falls es nicht funktioniert, bitte den Browser wechseln.):

Im Nachhinein haben die Planer sich doch für eine Einhausung entschieden:

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

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