A8-Ausbau: Die Unfallstatistiken

15 Unfallschwerpunkte zwischen Rosenheim und Grenze

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Dieser Audi ist 2015 auf der A8 zwischen Felden und Übersee bei einem spektakulären Unfall über die Leitplanke geflogen.

Landkreis - Knapp 70.000 Fahrzeuge sind innerhalb von 24 Stunden auf der Autobahn zwischen München und Salzburg unterwegs. Das sorgt für Probleme, die mit einem Ausbau ab dem Inntaldreieck zum Teil gelöst werden könnten.

Fast täglich - so erscheint es - gibt es einen Unfall auf der A8. Vor allem der Bereich zwischen Rosenheim und der Landesgrenze ist mit jeweils zwei Spuren pro Richtung zu eng für die Menge an Verkehr, die sich täglich über die Straße schiebt. Auch der Irschenberg ist eine Problemstelle, obwohl die Strecke dort bereits dreispurig ist.

Dass der zweispurige Bereich der A8 ausgebaut werden muss, bezweifeln nur noch wenige. Denn die Strecke entspricht nicht mehr modernen Standards. Standstreifen fehlen weitestgehend. Ebenso sind Mittelstreifen zwischen beiden Fahrspuren praktisch nicht vorhanden. Wann es losgeht, ist allerdings noch nicht hundertprozentig sicher.

Doch wie ist das Unfallgeschehen auf der A8 zwischen München und Salzburg einzuschätzen? Und wie steht die Strecke im Vergleich zu anderen Abschnitten der Autobahn da? Zum Beispiel der A8 von Augsburg nach München?

Themenseite:

"Ein direkter Vergleich des Unfallgeschehens der Autobahnabschnitte ist aufgrund der unterschiedlichen Streckenlängen und Verkehrsbelastungen nicht zielführend", erklärt Sprecher Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. Der Abschnitt von Augsburg nach München ist knapp 50 Kilometer lang, der von München zur österreichischen Grenze hingegen rund 120.

Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen sind auf der A8 bei Rosenheim 2015 rund 66.675 Kraftfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden gezählt worden, bei Holzkirchen sogar fast 107.000 Kraftfahrzeuge. Nahe Augsburg hat die automatische Zählstelle auf der A8 etwa 82.300 Kraftfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden registriert.

Die Unfallraten

Bewährt habe sich ein Vergleich mithilfe sogenannter Unfallkenngrößen, erklärt Josef Seebacher. Eine gebräuchliche Kenngröße stelle dabei die Unfallrate dar. Diese werde aus der Gesamtzahl der Unfälle pro einer Million Kraftfahrzeugkilometer errechnet. Die letzten Kenngrößenkarten sind für die Jahre 2010 bis 2012 erstellt worden. Jene für 2013 bis 2015 sind in Arbeit und werden voraussichtlich Mitte Dezember fertiggestellt.

Es zeige sich, dass im Betrachtungszeitraum 2010 bis 2012 die Unfallraten der A8 etwa auf einem Drittel der Streckenlänge über dem Bayerndurchschnitt liegen, erklärt der Sprecher der Autobahndirektion. Insbesondere der Bereich ab der Anschlussstelle Grabenstätt bis zur Grenze sei betroffen.

Die durchschnittliche Unfallrate in Bayern liegt bei 0,20. 

In Richtung Salzburg liegt der Wert zwischen Grabenstätt und Schweinbach sowie Neukirchen und Anger bei 0,24 bis 0,34 Unfällen pro einer Million gefahrener Kraftfahrzeugkilometer. Ebenfalls diesen Wert hat der Abschnitt vom Irschenberg nach Bad Aibling sowie von Rohrdorf bis Achenmühle. Zwischen Bernau und Felden liegt die Unfallrate sogar bei 0,34 bis 0,46.

In Richtung München wird sogar die höchstmögliche Unfallrate erreicht, ein Wert von über 0,46. Erreicht wird dieser in der Statistik aber lediglich an der Grenze von Österreich nach Deutschland. Ansonsten ist der Bereich von der Bundesgrenze bis nach Bergen der Unfallrate 0,24 bis 0,34 zugeordnet. Mit einer Ausnahme: Der Abschnitt zwischen Traunstein/Siegsdorf und Schweinbach ist mit der zweithöchsten Unfallrate von 0,34 bis 0,46 eingestuft. Auch im Bereich zwischen Achenmühle und Rohrdorf wird die Unfallrate mit 0,24 bis 0,34 höher eingestuft als der bayerische Durchschnitt.

Die Unfallschwerpunkte

Zudem verweist Josef Seebacher auf sogenannte Unfallhäufungen. Dabei handelt es sich um Bereiche im Straßennetz, in denen mehr Unfälle dokumentiert sind, als in diesen Bereichen als normal gelten.

Für den Bereich der A8 zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und dem Grenzübergang nach Österreich sind für den Zeitraum 2013 bis 2015 in Fahrtrichtung Salzburg neun Unfallhäufungen und in Fahrtrichtung München zwölf Unfallhäufungen ermittelt worden. Insgesamt gibt es zwischen München und der Landesgrenze also 21 Unfallschwerpunkte (siehe Karte unten), an denen die Anzahl der Unfälle über dem Durchschnitt lag. 15 der 21 Unfallschwerpunkte liegen zwischen Rosenheim und der Landesgrenze - eine Häufung, die auch den nötigen A8-Ausbau verdeutlicht.

"Diese Unfallhäufungen werden derzeit von der Unfallkommission analysiert", erklärt Josef Seebacher. "Falls erforderlich, werden verkehrsrechtliche oder bauliche Abhilfemaßnahmen festgelegt." Dadurch soll die Situation so verbessert werden, dass weniger Unfälle passieren.

Dort passierten 2013 bis 2015 überdurchschnittlich viele Unfälle:

Unfallzahlen zwischen München und Landesgrenze seit 2011:

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser