Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Das sagen die Bahnbetreiber

Mobilfunk für Kunden unbefriedigend

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vor allem Meridian-Züge sind auf der Strecke zwischen München und Salzburg unterwegs. Fahrgäste müssen bei der Fahrt an vielen Stellen auf mobiles Internet verzichten.

Landkreis - Wer auf der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg unterwegs ist, kann oft nur offline mit Computer oder Handy arbeiten - ein Problem auch für die Bahnbetreiber.

"Verbesserungswürdig" - so nennt Sprecher Christopher Raabe von der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (BOB) das mobile Internet entlang der Strecke von München nach Salzburg. Stündlich fahren die Meridian-Züge des Unternehmens mit den beiden Geschäftsführern Fabian Amini und Bernd Rosenbusch auf dieser Strecke. "Wir bemerken, dass das Mobilfunknetz und damit auch mobiles Internet instabil sind und wir unsere Fahrgäste immer wieder durch Funklöcher fahren müssen", erklärt BOB-Sprecher Christopher Raabe.

Weitere Informationen:

Dieses Defizit falle besonders fernab wichtiger Verkehrsstrecken wie der A8 oder großer Städte wie München, Rosenheim oder Salzburg auf. Sobald die Strecke von dort wegführe, werde das Signal immer schlechter. Dies sei auch an anderen Strecken der Fall. "Die Mobilfunkanbieter haben in den vergangenen Jahren beim Funkmastausbau das Augenmerk auf Ballungsräume gelegt", sagt der BOB-Sprecher, "und dabei kleine Ortschaften vergessen, die wir mit dem Meridian auch bedienen."

Fahrgäste würden oft das Fehlen einer Mobilfunkverbindung bemängeln, sagt der Unternehmenssprecher. Reisezeit werde immer mehr zu einer Zeit, die man für sich nutzen wolle. Nicht nur, um zu arbeiten, sondern auch um im Internet zu surfen oder Filme zu schauen. Etwa acht Millionen Fahrgäste jährlich sind auf der Meridian-Strecke zwischen München und Salzburg unterwegs.

Dass Bahnfahrer gerne eine funktionierende Mobilfunkverbindung im Zug hätten, zeigt auch eine Umfrage von rosenheim24.de. Demnach ist mobiles Internet im Zug für mehr als zwei Drittel der Teilnehmer wichtig bis unverzichtbar.

"Wir bieten momentan noch kein mobiles Internet in den Zügen an", sagt Christopher Raabe. Grund dafür ist, dass es sehr aufwendig ist, eine Zulassung für mobile Sender und Empfänger zu erhalten. Dabei werden hohe Anforderungen gestellt, weil ein System verwendet werden muss, das den Zugfunk nicht stört. Momentan werden verschiedene Systeme begutachtet. Aber konkrete Ergebnisse diesbezüglich gibt es noch nicht. Dabei muss auch berücksichtigt werden, wie diese Systeme gewartet werden können. Denn die Züge müssen nicht täglich zurück ins Bahnbetriebswerk. Folglich sollte das auch für Sender und Empfänger der Fall sein.

W-LAN für ICE-Züge

Die Deutsche Bahn fahre lediglich mit einigen Intercity-Zügen von München nach Salzburg, erklärt der für Bayern zuständige Sprecher Franz Lindemair von der Deutschen Bahn AG. "Wie bereits mehrfach angekündigt, rüsten wir unsere Fernverkehrszüge mit W-LAN aus", erklärt er. "Grundsätzlich ist die Frage des Empfangs immer eine Angelegenheit  zwischen einer Bahngesellschaft und den Mobilfunkbetreibern." Die Deutsche Bahn hat eine Kooperation mit der Telekom. Diese bietet W-LAN in ICE-Zügen an. Außerdem stattet das Unternehmen seine komplette ICE-Flotte bis Ende 2016 mit einer neuen Multiprovider-Technik für schnelleres und stabileres Internet aus. Allerdings ist ein Großteil der Bahnpendler eher in Intercity-Zügen oder Regional- und S-Bahnen unterwegs. Wann es auch dort W-LAN gibt, ist derzeit noch offen.

Multiprovider stabilisieren das Netz

Auch Railjet-Züge der Österreichischen Bundesbahnen fahren auf dem Abschnitt von München nach Salzburg. "Die Mobilfunkversorgung ist für Kunden nicht gerade zufriedenstellend im Vergleich zu versorgten Vergleichsstrecken in Österreich", erklärt Johann Kapferer vom Unternehmen. Kunden seien es vor allem in Fernverkehrszügen gewohnt, funktionierendes W-LAN zu haben. Daher sei auch der Abschnitt von Salzburg nach München relevant, weil Bahnfahrer gerne bis zum Zielbahnhof München das Internet zum Arbeiten oder für andere Tätigkeiten nutzen möchten.

Als ein Problem nennt er, dass kein Mobilfunkbetreiber eine durchgehende Versorgung anbieten könne. Hinzu komme, dass die verfügbare Bandbreite zumeist nicht ausreichend sei. Folglich sei das Notebook oder Smartphone des Bahnfahrers andauernd mit dem Wiedereinbuchen ins Netz beschäftigt. Um eine stabile Verbindung herzustellen, nutzt das Unternehmen sogenannte Multiprovider-Systeme. Diese bündeln das Netz verschiedener Mobilfunkanbieter und die vorhandenen Bandbreiten. Die Folge ist eine bessere Verbindung im Zug.

Das fehlende Mobilfunknetz auf der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg ist also nicht nur für Bahnfahrer ein Ärgernis, auch die Bahnbetreiber sind mit der aktuellen Situation unzufrieden.

Kampagne: "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen Salzburg und München unterwegs ist, braucht also Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig. 

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, starten deshalb eine Kampagne. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden. 

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie die aktuellen Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser