Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Das sagen die Mobilfunkanbieter

Bahnbetreiber schuld an fehlendem Netz im Zug?

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Vielleicht gibt es bald eine weitere Funkstation in der Region.

Landkreis - Der Mobilfunk an der Strecke München-Salzburg ist laut den Netzbetreibern gut. Die Realität für Bahnpendler sieht anders aus. Bald könnte sich die Situation zumindest nahe Rosenheim verbessern.

Das sagt die Telekom

Gibt es bald einen neuen Funkmasten am Simssee? Derzeit sei ein neuer Standort bei Söchtenau im Gespräch, erklärt Hubertus Kischkewitz von der Deutschen Telekom AG. Damit soll sich die Situation an der Bahnstrecke Rosenheim-Salzburg im Bereich Krottenmühl-Untershofen verbessert werden.

"Konkreter hinsichtlich unserer Planungen kann ich derzeit aus Wettbewerbsgründen aber nicht werden", sagt Hubertus Kischkewitz. Die Kosten für eine neue Mobilfunkanlage können im unteren und mittleren sechsstelligen Bereich liegen. Eine genaue Summe nennt er nicht.

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Allerdings verspricht der Unternehmenssprecher, dass die Telekom nicht nachlassen werde, das Netz zu verbessern. Vor allem Pendlerstrecken seien beim Ausbau wichtig. Jährlich um die vier Milliarden Euro investiere die Telekom in den Netzausbau. Ziel ist es, 95 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit LTE zu versorgen. Momentan liegt die Abdeckung bei rund 93 Prozent. LTE steht für Long Term Evolution, zu Deutsch "langfristige Entwicklung", und beschreibt einen modernen Mobilfunkstandard.

Das sagt Vodafone

Auch bei anderen Anbietern wird die Abdeckung positiv gesehen. Die aktuelle Funkversorgung von Vodafone entlang der Bahnstrecke zwischen München über Rosenheim Richtung Salzburg sieht gut aus. So lautet das Fazit einer Sprecherin des Unternehmens. Generell sei das Netz ausreichend. Vielfach liege sogar LTE800 vor. 800 gibt die Frequenz in Megahertz an, auf der beim LTE gesendet wird. Diese Frequenz strahlt in freiem Gelände viel weiter als höhere Frequenzen. Ein Radius von bis zu zehn Kilometern kann damit versorgt werden. Wenn es die Topografie zulässt.

Das sagt O2

Der dritte große Mobilfunkanbieter in Deutschland ist O2. Eine konkrete Antwort zur Situation an der Bahnstrecke München-Salzburg gibt Sprecher Jörg Borm nicht. Nur so viel: "Derzeit überarbeiten wir überall in Deutschland unser Netz", erklärt er. "So führen wir Region für Region die beiden Netze von E-Plus und O2 zu einem Netz zusammen." Dazu gehöre auch der weitere LTE-Ausbau. Anschließend stünde allen Kunden ein optimales Netzerlebnis zur Verfügung.

Wer ist schuld am fehlenden Netz im Zug?

Doch wie kann es sein, dass man dennoch netzlos ist im Zug zwischen München und Salzburg? Es gibt Probleme, das Netz in die Züge zu bekommen. Und entgegen der Aussagen der Mobilfunkanbieter ist die Netzsituation laut Bahnbetreibern für Kunden nicht zufriedenstellend.

Für die Vodafone-Sprecherin ist die Erklärung dafür recht einfach. Trotz vorhandenem Netz könne die Funkversorgung im Zug unzureichend sein, da das Signal nicht mit sogenannten Repeatern in den Zug hinein verstärkt wird, erklärt sie. Diese Verstärker seien Teil der Zugausstattung und ermöglichen die Nutzung der Dienste innerhalb der Waggons.

Allerdings sind diese Repeater auch kein Allheilmittel für Internet im Zug. Zum Beispiel arbeitet die Deutsche Bahn dabei mit der Telekom zusammen. Die vom Unternehmen im Auftrag der Deutschen Bahn eingebauten Repeater würgen mitunter andere Netze wie Vodafone oder O2 ab. Das haben Tests von unabhängigen Technikern des Mobilfunkspezialisten P3 communications und der connect-Redaktion ergeben, wie das Magazin Wirtschaftswoche berichtet.

Fazit: Viele Probleme, aber wenige Lösungen

Die Situation scheint vertrackt. Bahnbetreiber nervt das schlechte Netz entlang der Bahnstrecken. Denn Kunden haben zum Teil auch keine stabile Internetverbindung trotz entsprechender Technik im Zug. Laut Mobilfunkanbietern ist das Netz aber gut. Doch stimmt das? In unserem nächsten Artikel, der am morgigen Freitag erscheint, werfen wir einen Blick auf die Standorte der Mobilfunkmasten.

Kampagne: "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen Salzburg und München unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig. 

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, starten deshalb eine Kampagne. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden. 

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

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