Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Wo stehen Funkmasten?

Das große Geheimnis um die Funknetze

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Wie viele Funkmasten stehen in der Region?

Landkreis - Laut Mobilfunkanbietern ist das Netz an der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg ausreichend. Die Realität sieht allerdings anders aus:

Mobilfunkanbieter halten sich oft bedeckt, wo ihre Funkmasten stehen. Im Internet gibt es dennoch Portale, die versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. So versucht zum Beispiel LTEmobile die Position möglichst vieler Sender zu lokalisieren. Und dabei ergibt sich ein anderes Bild als von den Mobilfunkanbietern gezeichnet. Denn die Karte zeigt Lücken entlang der Bahnstrecke München-Salzburg.

LTE800-Sendemasten in der Region (mit Cursor auf Karte klicken):

Weitere Informationen:

Angeblich senden die Funkmasten mit LTE800 als aktuell gängigem Mobilfunkstandard bis zu zehn Kilometer weit. Laut den Betreibern der Internetseite LTEmobile beträgt der Senderadius in bergigen Regionen aber eher um die drei Kilometer. Je weiter man vom LTE-Sender entfernt ist, desto geringer ist die Chance auf guten Empfang. Folglich dürfte der Empfang bei LTE800 in neun Kilometern Entfernung nur in Ausnahmefällen befriedigend möglich sein.

Die Gründe der Telekom

Wie die Lage genau in der Region zwischen München und Salzburg ist, wollen die drei großen Mobilfunkunternehmen in Deutschland nicht verraten. Aus strategischen Gründen könne er weder die Zahl noch die Reichweiten der Standorte nennen, erklärt Sprecher Hubertus Kischkewitz von der Deutschen Telekom AG. Wie die Region versorgt ist, kann im Internet nachgelesen werden. Auf der Karte sind nur wenige Lücken zu sehen. Diese sind rund um Rosenheim, zwischen Chiemsee und Landesgrenze sowie im Berchtesgadener Land.

Die Gründe von Vodafone

Auch bei Vodafone verweist eine Sprecherin lediglich auf die Versorgungs- und Netzabdeckungskarte. Dort scheint die Abdeckung für mobiles Internet ebenfalls gut. Zumindest entlang der Autobahn. Südlich der A8 sowie in Richtung Salzburg und Berchtesgadener Land wird die Verbindung dünner. Zumindest Orte sind dort noch recht gut versorgt. Wer fernab telefonieren muss, zum Beispiel um bei einer Panne Hilfe zu rufen, scheint allerdings schlechte Karten zu haben. Bei Vodafone wird zwischen drinnen und draußen unterschieden. Was sich gravierend auf die anliegende Verbindung auswirken kann.

Die Gründe von O2

"Die Anzahl entscheidet nicht alleine über die Qualität einer Mobilfunkversorgung", erklärt O2-Sprecher Jörg Borm. "Auch lässt sich aus der durchschnittlichen Reichweite einer Station die Abdeckung nicht korrekt und allgemeingültig ableiten." Vielmehr sei ein Mobilfunknetz ein sehr komplexes technisches Gebilde, welches dazu noch von Tausenden Parametern abhängig und deshalb permanenten Änderungen unterworfen sei. Auch bei O2 macht die Versorgung laut der hauseigenen Karte einen guten Eindruck. Auch dort wird zwischen Versorgung in Gebäuden und Versorgung im Freien unterschieden. Und da gibt es dann doch einige Lücken auf der Karte, in denen das Netz lediglich draußen zu funktionieren scheint. Diese Bereiche liegen vor allem rund um die Grenze zu Österreich.

Bundesnetzagentur entscheidet mit

Weitere Informationen zu Funkanlagen bietet auch die Bundesnetzagentur. Um der Öffentlichkeit Transparenz zu bieten, sind dort standortbescheinigungspflichtige Funkanlagen mit einzuhaltenden Sicherheitsabständen dokumentiert. Die Bundesnetzagentur tut dies auch, um elektromagnetische Felder zu begrenzen. Allerdings ist in der Datenbank weder zu erkennen, wer die Anlage betreibt, noch welche Art Signal von dort gesendet wird, erklärt Michael Reifenberg von der Pressestelle.

Transparenz tut not

Unterm Strich ist es nicht nachvollziehbar, warum aus den Standorten der Sendemasten ein derartiges Geheimnis gemacht wird. Die Versorgungskarten sind nur bedingt transparent, da sie von den Unternehmen selbst zur Verfügung gestellt werden. Zudem spielt in der Region zwischen München und Salzburg die Topografie eine Rolle. Die Berge der Alpen behindern die Funksignale mitunter. Und so sieht die Realität beim Mobilfunk in der Region oft anders aus, als auf den Karten.

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht also Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

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