Gibt es eine Zunahme?

Tödliche Radlunfälle in der Region: Polizei erklärt die Ursachen

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Landkreis - Immer wieder kommt es zu tödlichen Fahrradunfällen in der Region. Doch nehmen diese zu? Was sind die Haupt-Unfallursachen? Wir haben bei der Polizei nachgefragt.

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Erst Ende Oktober kam es zu einem tragischen Unfall in Traunreut. Eine 76-Jährige hatte eine vorfahrtsberechtige Autofahrerin übersehen. Sie starb an ihren durch bei dem Zusammenstoß erlittenen Verletzungen. Bereits in den Vormonaten hatte es mehrere tödliche Radlunfälle in der Region gegeben, unter anderem auf der St 2107 zwischen Altötting und Burgkirchen sowie  zwischen Irschenberg und Dettendorf. Doch nehmen tödliche Radlunfälle in Region zu? Was sind die Hauptursachen? Unsere Redaktion hat beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd nachgefragt.

"Eine Unfallhäufung ist derzeit nicht erkennbar", erklärt Pressesprecher Stefan Sonntag. Die Zahl tödlicher Fahrradunfälle hält sich in den letzten fünf Jahren im niedrigen einstelligen Bereich. In einigen Landkreisen kam es über mehrere Jahre nicht dazu. 

Anmerkung: Zum Durchschalten durch die einzelnen Jahre bitte auf die Pfeile oben an der Grafik klicken.

Vor allem wenn man die Gesamtzahl der Fahrradunfälle in jedem Landkreis ins Verhältnis zu jenen, die tödlich enden setzt, wird deren verhältnismäßig geringere Zahl deutlich. (Siehe Grafiken am Ende des Artikels.) 

Drei Hauptunfallursachen

Auch zu den Hauptunfallursachen in diesem Jahr konnte der Pressesprecher des Präsidiums Angaben machen. Die Hauptunfallursachen bei den getöteten Radfahrern im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums sind: 

  • Missachtung der Vorfahrt 
  • Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot  
  • Nicht angepasste Geschwindigkeit. 

Das "Hauptproblem" sei, dass viele der Getöten keinen Schutzhelm trugen. In diesem Jahr würde außerdem eine Steigerung der Zahl von Senioren unter den Unfallopfern beobachtet. Diese sei von nur einem 2015 auf bisher neun gestiegen. Besonders im Blick sei die vermehrte Anzahl der Unfälle mit E-Bikes. 2015 gab es noch keinen solchen Unfall, der tödlich ausging. 2016 bereits fünf, bei vier davon waren die Opfer Senioren.

E-Bikes schon länger im Fokus

Nach einem nächtlichen Radunfall mit tödlichem Ausgang in Berchtesgaden im Juni fragte BGLand24.de bei dem femininen Automagazin active woman drive&style nach, wie gefährlich E-Bikes tatsächlich sind. Das Magazin hatte  sich selbst bei der Unfallforschung der Versicherer erkundigt. Das Ergebnis mag viele überraschen, denn demnach sind Elektrofahrräder grundsätzlich nicht gefährlicher wie normale Räder. Laut dem Magazin lauert die Gefahr woanders. Etwa bei Autofahrern, die oftmals die Geschwindigkeit bei Elektrofahrrädern unterschätzen. Oder wenn sich (ältere) Leute nach einer längeren Radpause auf ein Elektrorad setzen, weil sie der Meinung sind, jetzt wieder kinderleicht Radtouren zu absolvieren. Hier sind auf jeden Fall Fahrtrainings sinnvoll!

Gesamtzahl der Radlunfälle im Verhältnis zu tödlichen Unfällen nach Landkreisen sortiert

hs

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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