A8-Ausbau: Der Abschnitt zwischen Rosenheim und Bernau

Über 1.400 Einwände gegen A8-Ausbau

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Die A8 soll zwischen München und Salzburg sechsspurig ausgebaut werden. Zunächst werden zwei Teilabschnitte von Rosenheim bis zum Bernauer Berg geplant.

Landkreis - Die Autobahndirektion Südbayern plant derzeit den Ausbau der Autobahn 8 zwischen Rosenheim und dem Bernauer Berg. Ab 2018 könnten die Arbeiten beginnen. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

"Freie Fahrt auf der A8 ab 2018" - dieses Ziel des früheren Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) wird definitiv nicht mehr erreicht. Die Autobahndirektion Südbayern plant noch immer den Ausbau der A8 von vier auf sechs Spuren zwischen Rosenheim und dem Bernauer Berg.

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Etwa 230 Anwohner, Behörden und Initiativen haben Einwände gegen die Pläne zwischen Rosenheim und Achenmühle eingereicht, erklärt Sprecher Josef Seebacher von der Autobahndirektion. Für den Bereich von Achenmühle über Frasdorf zum Bernauer Berg sind es sogar rund 330 Einwender. Insgesamt wurden über 1.400 Verbesserungsvorschläge gemacht.

Zuvor ist ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren beantragt worden. Darin wird alles rund um den Ausbau geregelt. Danach sind die kompletten Unterlagen in anliegenden Gemeinden ausgelegt worden. Bis November 2014 hatten alle Betroffenen Zeit, Einwände gegen die Pläne vorzubringen. Seit 2015 bearbeiten Mitarbeiter der Autobahndirektion die eingereichten Stellungnahmen. „Wenn möglich wurden die Einwendungen im Rahmen von Planänderungen berücksichtigt“, sagt Josef Seebacher.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte es Ende 2017 handfeste Ergebnisse für den Bereich von Achenmühle über Frasdorf bis zum Bernauer Berg geben. Für den Abschnitt sind die Einwände bereits im Juli erörtert worden. Derzeit werden mögliche Änderungen eingearbeitet. Voraussichtlich Ende 2017 könnte die Regierung von Oberbayern den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Sofern nicht geklagt werde, bestünde dann vollziehbares Baurecht, erklärt Josef Seebacher.

Bei den Erörterungen sind auch Mitglieder der Bürgerinitiative „A8 Frasdorf - Für eine lebenswerte Zukunft an der Autobahn“ dabei gewesen. Deren Einwände sind dabei Punkt für Punkt durchgesprochen worden. „Die Bewertungen seitens Autobahndirektion zu unseren einzelnen Einwendungen sind jedoch sehr bürokratisch und teilweise unverständlich“, erklärt Wolfgang Mentzel von der Bürgerinitiative. „Allerdings hatten wir den Eindruck, dass die Vertreter der Regierung von Oberbayern durchaus Interesse und Verständnis für unsere Einwendungen hatten.“

Die Bürgerinitiative ist nicht gegen den Ausbau der A8. Sie befürwortet das Projekt sogar in Anbetracht des derzeitigen Zustandes. „Wir wollen allerdings einen möglichst verträglichen Ausbau in Hinsicht auf Lärmschutz und landschaftliche Einbindung durch unsere sensible und landschaftliche Heimatgemeinde“, sagt Wolfgang Mentzel. „Betrachtet man aber das Ergebnis der vorliegenden Planungen, so wurden hier wieder nur die gemäß den gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien geltenden minimalen und selbstverständlich kostengünstigen Lösungsansätze geplant.“ Mit der vorliegenden Einhausungslösung im eigentlichen Ortsbereich Frasdorf sei durchaus etwas erreicht worden. Für das restliche Gemeindegebiet gebe es nach wie vor Verbesserungsbedarf.

Sobald die Finanzierung steht, kann der Ausbau beginnen. Vorbereitende Arbeiten, wie Bäume fällen, könnten 2018 starten. Das hängt auch davon ab, ob jemand klagt. „Wir als Bürgerinitiative können nicht klagen“, sagt Wolfgang Mentzel. „Es ist auch fraglich, ob man über ein Klageverfahren etwas erreicht.“ Alle diesbezüglichen Verfahren und Urteile seien bisher abgeschmettert worden. Das haben Mitglieder der Bürgerinitiative für das ganze Bundesgebiet recherchiert.

Abschnitt Rosenheim-Achenmühle wird Anfang 2017 nochmals diskutiert

Im Abschnitt von Rosenheim bis Achenmühle wird die Planung noch länger dauern. Mitarbeiter der Autobahndirektion bearbeiten derzeit zahlreiche Einwände. Das Verfahren ist fast abgeschlossen. Danach wird die Regierung von Oberbayern Erörterungstermine festlegen. Diese werden voraussichtlich Anfang 2017 stattfinden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass ab Ende 2017/2018 der Planfeststellungsbeschluss durch die Regierung von Oberbayern erlassen werden kann“, sagt Josef Seebacher. „Sofern nicht geklagt wird, wäre ein Baubeginn ab 2019 denkbar.“

Weitere Artikel zum Thema "A8-Ausbau" folgen in der kommenden Woche!

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

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