Bundespolizei beendet Afghanen-Tortur

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Rosenheim/Bad Reichenhall - Der Bundespolizei ist es gelungen, vier junge Afghanen aufzugreifen, die illegal einreisen wollten. Zwei von ihnen durchlebten einen wahren Höllentrip.

Am Donnerstag (19. Januar) hat die Bundespolizei in Zügen aus Österreich mehrere junge Afghanen in Gewahrsam genommen. Für den Aufenthalt in Deutschland hatten Sie keine Papiere. Zwei von ihnen berichteten von einer regelrechten Tortur, die sie in den vergangenen Tagen hinter sich gebracht hatten.

Um die Mittagszeit überprüften Bundespolizisten auf Höhe Teisendorf zwei Jugendliche im Zug aus Salzburg. Keiner von beiden konnte sich den Fahndern aus Bad Reichenhall gegenüber ausweisen. Nach eigenen Angaben waren sie seit Wochen unterwegs – zu Fuß, mit dem Transporter oder dem Lastkraftwagen. Während der Fahrt durch Europa hätten sie sich tagelang im Ladebereich eines Lkw verstecken müssen.

Für ihre Notdurft soll ihnen nichts anderes als Cola-Flaschen zur Verfügung gestanden haben. Die letzte Etappe auf dem Weg nach Deutschland absolvierten sie von Österreich aus mit dem Zug. Für ihre Flucht hätten sie beziehungsweise Verwandte mehrere tausend Euro an eine Schleuserorganisation zahlen müssen. Der 16-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Sein 15-jähriger Begleiter konnte der Obhut des Jugendamts anvertraut werden.

In einem EuroCity aus Kufstein trafen die Rosenheimer Fahnder auf einen jungen Mann, der zwar österreichische Papiere mitführte. Laut dieser Dokumente war dem Afghanen der Aufenthalt allerdings nur in Österreich gestattet. Ein konkretes Reiseziel konnte oder wollte der 18-Jährige den Beamten nicht nennen. Er wurde wegen unerlaubter Einreise angezeigt und auf richterliche Anordnung hin bis zu seiner Zurückschiebung nach Österreich in Haft genommen.

Ähnlich verhielt es sich bei einem 17-Jährigen, ebenfalls afghanischer Staatsangehöriger, der bereits Anfang der Woche in Rosenheim einen Fernreisezug in Begleitung der Bundespolizei verlassen musste. Die Beamten fanden heraus, dass der Jugendliche in der Vergangenheit schon in Österreich Asyl beantragt hatte. Auch er erhielt eine Anzeige wegen unerlaubter Einreise und eine von der Bundespolizei organisierte „Rückreisemöglichkeit“ in die benachbarte Alpenrepublik.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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