Flüchtlinge ausgesetzt: Polizei sucht den Schleuser

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Rosenheim - Die Bundespolizei ermittelt gegen einen unbekannten Schleuser. Er hat drei Flüchtlinge aus Syrien, darunter einen Minderjährigen, nahe Rosenheim ausgesetzt.

Der Schlepper ließ die drei Syrer, darunter ein Jugendlicher, am Freitagmorgen an einem Parkplatz in Autobahnnähe zurück. Die illegal Eingereisten mussten für ihre Fahrt nach Deutschland teuer bezahlen. Über das Wochenende vom 10. bis 11. Januar verteilt hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim insgesamt über 100 unerlaubt eingereiste Personen im südlichen Abschnitt des deutsch-österreichischen Grenzgebietes festgestellt.

Ein aufmerksamer Bürger informierte die Polizei über drei Männer, die in einem Rosenheimer Wohngebiet umherirrten. Gegen 8 Uhr trafen Zivilfahnder die drei in der Kaltwiesstraße an. Keiner von ihnen konnte sich ausweisen. Sie berichteten, von einem Schleuser an einem Parkplatz nahe der Autobahn ausgesetzt worden zu sein. Von dort aus hätten sie sich zu Fuß in Richtung Rosenheim begeben. Die Beamten nahmen sie in Gewahrsam.

Mit Hilfe ihrer Angaben ermittelt die Bundespolizei nun gegen den Fahrer, der die syrischen Staatsangehörigen zurückgelassen hatte. Es soll sich um einen Mann mit kurzen Haaren handeln, der etwa 1,65 Meter groß ist. Bei dem Fahrzeug kommt ein weißer Transporter in Frage, der im Ladebereich keine Fenster und Sitze hat.

Auf der Ladefläche mussten die Syrer, 26, 22 und 16 Jahre alt, offenbar stundenlang ausharren. Zuvor waren sie nach eigenem Bekunden von der Türkei aus in einem Lkw nach Europa gebracht worden. Jeder von ihnen hatte an Hintermänner mehrere tausend Euro für die Schleusung zu zahlen. Einer von ihnen berichtete, dass ihn allein seine Schleusung 9000 Euro kostete.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte der Minderjährige der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut werden. Seine beiden Begleiter wurden an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Ihnen folgten im Verlauf des Wochenendes noch rund 100 weitere unerlaubt eingereiste Personen, die ebenfalls ein Schutzersuchen stellten. Sie stammen überwiegend aus Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan und dem Kosovo.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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