Grenzkontrollen der Bundespolizei bei Kiefersfelden

Schleusungsfälle auf A93 – Migranten in Fernreisebussen

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Kiefersfelden/Mittenwald – Die Bundespolizei hat am Sonntag bei Grenzkontrollen auf der A93 zwei mutmaßliche Schleuser gefasst. Es handelt sich um einen Nigerianer und einen Deutschen, die unabhängig voneinander mehrere Migranten illegal über die Grenze brachten.

In der Kontrollstelle bei Kiefersfelden stoppten die Bundespolizisten am Sonntagvormittag einen Pkw mit insgesamt fünf Insassen. Am Steuer saß ein 20-jähriger Deutscher. Bei seinen Mitfahrern handelte es sich eigenen Angaben zufolge um Palästinenser. Die vier Männer konnten sich nicht ausweisen. Nach ersten Erkenntnissen musste jeder von ihnen für die gesamte Schleusung mehrere tausend Dollar zahlen. Sie erklärten, dass sie nach Deutschland gekommen wären, um Asyl zu beantragen.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Der festgenommene Fahrer wollte sich gegenüber den Ermittlern der Rosenheimer Bundespolizei nicht zum Schleusungsvorwurf äußern. Auf richterliche Anordnung hin wurde der Berliner in Untersuchungshaft genommen.

Kein Interesse an Schutz oder Asyl

In derselben Kontrollstelle hielten die Beamten einen Wagen mit deutschen Ausfuhrkennzeichen an. Fahrzeugführer war ein nigerianischer Staatsangehöriger, der sich mit einer italienischen Aufenthaltserlaubnis ausweisen konnte. Er wurde von zwei jungen Nigerianerinnen begleitet, die keine Papiere dabei hatten. Sie gaben an, zunächst von Libyen nach Italien geschleust worden zu sein.

Interesse an Schutz oder Asyl bekundeten beide nicht, so dass ihnen die Einreise nach Deutschland verweigert wurde. Ihr Fahrer, der einen festen Wohnsitz in Italien hat, konnte im Anschluss an die Vernehmung die Dienststelle wieder verlassen. Auf ihn kommt voraussichtlich schon bald ein Verfahren wegen Einschleusens von Ausländern zu.

Mehrere Ausländer ohne Einreisepapiere

In einem Bus, der regelmäßig zwischen Rom und München verkehrt, traf die Bundespolizei ebenfalls bei Kiefersfelden auf drei Iraker, zwei Georgier und einen Nigerianer, die sich nicht mit den erforderlichen Einreisepapieren ausweisen konnten. Die dreiköpfige irakische Gruppe versuchte zudem vergeblich, die Beamten mit gefälschten griechischen Dokumenten über ihre wahre Identität zu täuschen.

Auf der B2 in Mittenwald stellten die Bundespolizisten im Rahmen von Grenzkontrollen am Sonntag in zwei weiteren Reisebussen insgesamt 19 Migranten fest, die nicht über die notwendigen Papiere für die Einreise oder den Aufenthalt in der Bundesrepublik verfügten. Es handelte sich unter anderem um Syrer, Libyer, Albaner und Somalier. Laut Rosenheimer Bundespolizei würden in Fernreisebussen immer wieder unerlaubt eingereiste Personen angetroffen.

Niveau ähnlich hoch wie im Vormonat

Im Grenzabschnitt zwischen Südbayern und Österreich sind im letzten Monat rund 20 mutmaßliche Schleuser festgestellt und angezeigt worden. Mit rund 1.700 verzeichneten vollendeten oder versuchten unerlaubten Einreisen war die Zahl der Migranten in diesem Abschnitt im August im Vergleich zum Juli mit annähernd 1.800 Migranten auf ähnlich hohem Niveau.

Auch im August wurde beinahe der Hälfte der festgestellten Migranten die Einreise verweigert, da diese nicht über die erforderlichen Einreisevoraussetzungen verfügten und nachvollziehbar kein Interesse an Schutz und Asyl in Deutschland hatten.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei Rosenheim

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