Festnahmen statt Fortbildung

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Rosenheim - Aus einer Polizeiübung an der A8 wurde ganz schnell ein echter Einsatz. Denn die Beamten mussten sich gleich mit mehreren Schleusern auseinandersetzen.

Die Bundespolizei wollte am Donnerstagnachmittag (18. Dezember) auf einem Parkplatz der A8 eine interne Fortbildung durchführen. Doch anstelle Personenkontrollen einzuüben, haben die Beamten einen ungarischen Staatsangehörigen festgenommen. Der 53-Jährige steht im Verdacht mit seinem Fahrzeug sechs Afghanen gegen Bezahlung eingeschleust zu haben. Er war nicht der einzige mutmaßliche Schleuser, dem die Rosenheimer Bundespolizisten an diesem Tag die Freiheit entzogen.

Am Autobahnparkplatz Seehamer See Ost war eine Übung mehrerer Streifen der Bundespolizei vorgesehen. Die Weiterbildung fand jedoch ein vorzeitiges Ende, als die Übungsteilnehmer auf einen abgestellten Wagen mit ungarischen Kennzeichen aufmerksam wurden. Im Auto befanden sich einschließlich Fahrer sieben Personen. Ihre Kontrolle bestätigte, dass die Fortbildung zu Recht abgebrochen worden war. Außer dem Fahrer, der ungarische Papiere mitführte, konnte sich keiner der Insassen ausweisen. Es handelte sich um vier Männer, eine Frau und ein Mädchen, die nach eigenen Angaben aus Afghanistan stammen. Zur Durchführung der erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wurden alle zur Bundespolizeiinspektion nach Rosenheim mitgenommen.

Dort schilderte einer der unerlaubt Eingereisten, dass sich die Gruppe in Ungarn zusammengefunden habe. Für die Schleusung nach Griechenland habe er allein 1.500 Dollar und für die illegale Beförderung von dort nach Deutschland 3.000 Dollar zahlen müssen. Die Bundespolizei geht davon aus, dass die anderen Mitfahrer ähnlich hohe Beträge an eine Schleuserorganisation zahlen mussten. Die Afghanen wurden an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet. Der arbeitslose Fahrer, der in Ungarn gemeldet ist, gab sich ahnungslos. Er konnte die Dienststelle zwar wieder freien Fußes verlassen, wird sich aber voraussichtlich schon bald wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen. Als Sicherheit für das anstehende Strafverfahren hatte er vorab 730 Euro zu hinterlegen.

Anders erging es einem Albaner und einem Italiener. Sie mussten auf richterliche Anordnung hin die Untersuchungshaft antreten. Den 24-Jährigen aus Albanien stoppten die Bundespolizisten am Donnerstag auf der A 93 bei Oberaudorf. Er wird beschuldigt, vier Palästinenser eingeschleust zu haben. Der 25-Jährige aus Italien war mit fünf Palästinensern, die keine Papiere hatten, am Inntaldreieck angetroffen worden. Auch er wird der Schleuserei verdächtigt.

Ein weiterer Italiener, 51 Jahre alt, blieb am frühen Freitagmorgen auf Höhe Bad Aibling im Fahndungsnetz hängen. Offenbar verhalf der mutmaßliche Schleuser sechs Syrern gegen Bezahlung zur illegalen Einreise. Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © BPOLD, SG 26-4

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