15-Jähriger forscht wie ein Profi

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Freuen sich mit Jungforscher Markus Haufellner: Lehrerin Carola Kipferl und Rektor Peter Rink. Foto duczek

Wasserburg - Er ist 15 Jahre alt und forscht bereits auf "universitärem Niveau". Markus Haufellner hat sich für den Landeswettbewerb "Jugend forscht" qualifiziert.

"Die Auswirkung effektiver Mikroorganismen und Homöopathie auf das Redoxpotenzial": Das Thema von Markus Haufellners wissenschaftler Arbeit klingt - zumindest für all jene, die mit den Fächern Biologie und Chemie in der Schule auf Kriegsfuß standen - hochkompliziert. Ist es auch, doch der Wasserburger Gymnasiast schafft bereits in jungen Jahren, was viele Theoretiker aus den Elfenbeintürmen der Wissenschaft nicht können: ein Forschungsthema so zu erklären, dass es auch Laien verstehen. Im Chemiesaal des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg (LGW), zwischen Tischen und Regalen voller Apparaturen und Reagenzgläser, bringt der Neuntklässler seinen preisgekrönten Feldversuch auf den Punkt: "Ich habe zwei Versuchspflanzen - Chinakohl und Zuckerhut - mit Mikroorganismen und homöpathischen Stärkungsmitteln behandelt und anschließend untersucht, ob sich dies auf den Ernteertrag, die Lagerfähigkeit und die Fähigkeit des Gemüses, freie Radikale zu binden, die als Auslöser von schweren Erkrankungen wie Krebs gelten, auswirkt."

Beeindruckend auch das Ausmaß der Forschung: Denn der Wasserburger Biologie- und Chemiefan hatte für seine Untersuchung drei 180 Meter lange Felder in der Gärtnerei der Behindertenwerkstatt Attl genutzt. Hier ist der Sohn einer Attl-Ausbilderin schon als Kind mit großem Entdeckerdrang in die Welt der Pflanzen eingetaucht. Hier hatte er auch schon ähnliche, kleinere Versuchsanordnungen mit Paprika und Tomaten im Gewächshaus, mit denen er 2009 beim Wettbewerb "Schüler experimentieren" auf Regional- und Landesebene siegte, durchgeführt. 2010 kam jetzt die Chance, bei "Jugend forscht" im wahrsten Sinne des Wortes richtig zu forschen - diesmal im großen Stil. Das Mindestalter für die Teilnahme von 15 Jahren hatte Markus Haufellner erst kurz vor Abgabe seiner Arbeit erreicht.

Seine Forschungen stellen alles andere als theoretische Abhandlungen dar. Der Gymnasiast aus dem Wahlkurs "Jugend forscht" am Luitpold-Gymnasium unter Leitung von Lehrerin Carola Kipferl schlüpfte vielmehr für ein Jahr in die Rolle eines Gärtners und Landwirts: Er säte den Chinakohl und Zuckerhut auf den Feldern in Attel an, behandelte die Pflanzen mit den Stärkungsmitteln, pflegte die Anlage, erntete gut vier Tonnen des Gemüses, untersuchte es und lagerte es ein.

Die aufwändigen Messmethoden, mit denen unter anderem das Redoxpotenzial nachgewiesen wird, konnte das Luitpold-Gymnasium natürlich nicht zur Verfügung stellen. Doch Markus Haufellner hatte durch die Teilnahme an den Vorgängerwettbewerben bereits Kontakte zur Wissenschaft geknüpft: Über einen Professor aus Weihenstephan erhielt er die messtechnische Unterstützung eines professionellen Instituts. Sponsoren wie die Firma Meggle und Dr. Ulrich von Raben ermöglichten die Finanzierung.

Fachlich stand dem 15-jährigen Sieger bei "Jugend forscht" außerdem Lehrerin Carola Kipferl zur Seite. Sie und Rektor Peter Rink sind stolz auf die Leistungen des Neuntklässlers, obwohl sie auch einräumen: "Das ist eine Ausnahmeleistung auf universitärem Niveau". Dies hat Markus Haufellner auch die Jury im Regionalwettbewerb bescheinigt.

Auf über 30 Seiten sind die Ergebnisse seiner Untersuchung nachzulesen, für die sich zur Freude des jungen Forschers auch wissenschaftliche Institute interessieren. Das Ergebnis: Mikroorganismen und homöopathische Mittel wirken sich in der Tat positiv auf Wachstum und Ernteertrag und die Lagerfähigkeit des Gemüses aus, berichtet Markus Haufellner. Denn er hat - ganz Profi - natürlich auch ein Feld mit einer Kontrollvariante ohne Einsatz der Stärkungsmittel angelegt und untersucht.

Derzeit überarbeitet der Wasserburger seine Studie noch einmal, um für den Landeswettbewerb vor Ostern optimal aufgestellt zu sein. Für seine vielen Hobbys - Hand- und Volleyball, Sprachen und Modellbau - bleibt da nur wenig Zeit.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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