2011 soll Kröten geholfen werden

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Zu Hunderten bedeckten auch heuer wieder die toten Kröten die Fahrbahn bei Brandstätt. Nun wollen sich Landratsamt und Bund Naturschutz darum kümmern. Foto re

Wasserburg - Seit Jahren sterben hier die Kröten: Auf der Strecke zwischen Wang und Gars bei Brandstätt war die Fahrbahn auch heuer wieder von Tierleichen übersät.

Unterreit - Immer Ende März beginnt das "Massaker", wie es ein langjähriger Beobachter der Szene nennt: Zwischen Tümpeln und Feuchtgebieten auf beiden Seiten der Straße wandern die Amphibien zu ihren Laichplätzen und werden dabei massenhaft von Autos überfahren.

Das ist so seit 1971. Damals wurde diese Gemeindeverbindungsstraße ausgebaut und teilweise verlegt - leider mitten in das Kröten-Wandergebiet hinein.

Der Bund Naturschutz kennt die Situation. Der Kreisvorsitzende Gerd Ruchlinski aus Waldkraiburg kann auch von einem Versuch in früheren Jahren berichten, die Tiere mit einem Zaun zu schützen. Leider hätten sich in Unterreit damals keine ehrenamtlichen Betreuer gefunden, um die Kröten an den Zäunen einzusammeln und auf die andere Seite zu tragen. "Und bei uns ist eben alles ehrenamtlich. Ohne Betreuer kann man das vergessen."

Im kommenden Jahr soll es trotzdem besser werden: Zwei Unterstützer aus München, die regelmäßig ihre Freizeit hier verbringen, haben sich bereit erklärt, so gut wie möglich nach den Tieren zu schauen. Und vielleicht finden sich ja weitere tierfreundliche Unterstützer aus der Gegend. Sie können sich beim Bund Naturschutz in Waldkraiburg, Telefon 0 86 38/37 01, melden.

Aber auch in der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt will man sich in den nächsten Wochen mit dem Thema beschäftigen, so die Auskunft von dort. Vermutlich wird es dabei um Geld gehen, denn: "Wir brauchen da schon insgesamt 800 Meter Zaun auf beiden Seiten, der ja auch auf- und abgebaut werden muss", schätzt Ruchlinski.

Beim Auf- und Abbauen will die Gemeinde Unterreit helfen, ansonsten kann Bürgermeister Gerhard Forstmeier keine Unterstützung in Aussicht stellen. Natürlich könne man nicht das knappe Gemeindepersonal für das Krötentragen abstellen. Und auch für die Finanzierung des Zauns selbst sieht sich Forstmeier nicht in der Pflicht.

Der Bund Naturschutz ist sich da nicht so sicher. Die Gemeinde habe auf ihrer Straße sowohl für den Tierschutz als auch die Verkehrssicherheit die Verwantwortung, glaubt Ruchlinski. Letztere könnte bei dem dicken Schmierfilm, den die Krötenleichen auf dem Asphalt hinterlassen, durchaus auch ein Thema sein.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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