Abiturienten des G8-Jahrgangs verabschiedet

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Wasserburg - Zum zweiten Mal in diesem Jahr fand im Rathaussaal eine Abschlussfeier des Luitpold-Gymnasiums statt. Geehrt wurden nun die erfolgreichen Abiturienten des ersten G8-Jahrgangs.

"Ihr seid die Pioniere des achtjährigen Gymnasiums", bescheinigte Bürgermeister Michael Kölbl den Absolventen in seinem Grußwort. Nach den anstrengenden vergangenen Wochen hätten sie sich die nun vorherrschende Erleichterung redlich verdient. Kölbl ermunterte die Abiturienten, sich bei der nun anstehenden Frage nach dem richtigen Studiengang oder der richtigen Berufswahl nach den eigenen Neigungen und Fähigkeiten zu entscheiden.

Der stellvertretende Landrat Josef Huber gratulierte neben den Absolventen auch deren Eltern, welche das Ziel des Abiturs zusammen mit ihren Kindern erreicht hätten. Angesichts der um ein Jahr kürzeren Schulzeit auf dem Gymnasium meinte er: "Ihr musstet etwas schneller reifen und nun kommen große Dinge auf euch zu." Doch gerade der Landkreis Rosenheim mit seinem vielfältigen Angebot biete jungen Menschen beste Zukunftschancen, war er überzeugt.

Katja Kahles, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, zeigte sich in ihrer Rede beeindruckt von den Abiturienten, welche die große Herausforderung erfolgreich bewältigt hätten. "Ihr musstet euch dabei auch immer mit den G9-Schülern vergleichen und die Vor- und Nachteile der verkürzten Gymnasialzeit erkennen". Die Schüler hätten in den vergangenen Jahren bereits soviel geleistet, dass sie in der Zukunft so schnell nichts aus der Bahn werfen werde. "Bleibt authentisch und sucht euch Vorbilder - macht die Welt jeden Tag ein bisschen heller", gab Katja Kahles mit auf den Weg.

Von einem Meilenstein in ihrem noch jungen Leben sprach Jürgen Strauß von der Luitpoldiana Studiengemeinschaft und gratulierte den Schülern zum erreichten Abitur. "Ihr habt nun eure Studierfähigkeit glaubhaft gemacht." Kritisch äußerte er sich mit Blick auf die Bildungspolitik in Bayern. Das Kultusministerium habe sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleidet.

Kasperltheater Schulpolitik

Die Abiturientenvertreter Mona Bodmeier, Sebastian Drax, Dominik Huber, Antonia Mayr und David Sturm hielten ihre Ansprache in Form eines humorvollen Kasperltheaters mit Handpuppen. "Wo ist denn die Frau Hohlmeier, die uns das ganze Theater hier eingebrockt hat?", fragte da der Seppl. Und der Kasperl hakte nach: "Hoffentlich kommt sie nicht erst nächstes Jahr zu unserer Abifeier, wir sind nämlich heuer schon fertig geworden." Die fünf Redner dankten ihren Lehrern und Eltern für die Unterstützung während ihrer Schullaufbahn und blickten zurück auf eine "tolle Schulzeit".

Schulleiter Peter Rink betonte, dass es für die Lehrer sehr anstrengend gewesen sei, zwei Abiturjahrgänge innerhalb eines Jahres zu betreuen. Umso mehr freue ihn der von den G8-Schülern erreichte beachtliche Notendurchschnitt von 2,2 und die Zahl von insgesamt 16 Einserabiturienten.

Die vor ihm sitzenden Schüler seien damals noch im Glauben auf eine neunjährige Schulzeit in das Gymnasium eingetreten, um nur wenige Wochen nach Unterrichtsbeginn die Entscheidung für eine verkürzte Gymnasialzeit persönlich mitzuerleben. Peter Rink blickte nachdenklich auf gesellschaftliche Entwicklungen und stellte die Frage in den Raum, ob es beim Zugang zu Bildung wirklich Gleichheit und Gerechtigkeit im ursprünglichen Sinne gebe. "Bei uns macht sich eine allgemeine Kultur der Kapitulation breit. Ich bitte euch, macht nicht die Vermeidung von Frustration zu eurem Lebensziel und verwechselt den Begriff der Freiheit nicht mit der Freiheit von Verantwortung". Es gelte, hinzusehen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Bei der anschließenden Zeugnisverleihung erhielten alle Abiturienten eine individuelle Tasse mit dem eigenen Namen und die neun besten Schülerinnen und Schüler mit einer Abiturnote von 1,4 und besser wurden besonders geehrt. Die fünf erfolgreichsten Abiturienten bekamen zusätzlich Sparbücher von der Sparkasse Wasserburg. Drei Schüler, welche bei den Abiturprüfungen im Mai krankheitsbedingt verhindert waren und diese zwischenzeitlich erfolgreich nachgeholt hatten, erhielten im feierlichen Rahmen nun ebenfalls noch ihre Abschlusszeugnisse.

Vitali Boltyschew erhielt für seine herausragenden Leistungen als Jahrgangsbester im Fach Chemie den Ehrenpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Zudem wurden Mona Bodmeier und Sebastian Drax für ihre besonderen Verdienste im Bereich der Schülermitverwaltung geehrt.

Die vielumjubelte musikalische Untermalung der Abiturfeier gestalteten Lisa Kinzner (Harfe), Antonia Mayr (Klarinette) und Raphaela Neumeier mit Sebastian Drax (Gesang). Den vorausgegangenen Festgottesdienst in der Kirche Sankt Jakob hielt Pfarrer Andreas Reisberg.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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