Sonne, Weißwürst und viel Zuspruch für die Landwirte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Eiselfing - Den agrarpolitischen Frühschoppen mit Ilse Aigner nutzten die heimischen Landwirte zum Meinungsaustausch. Die Landwirtschaftsministerin zeigte Verständnis für ihre Anliegen.

Ein Ratsch unter Freunden bei strahlendem Sonnenschein. So schien es am Freitagvormittag in Eiselfing. Rund 100 Interessierte sind gekommen, um die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf dem Hof der Familie Dirnecker hautnah zu erleben. Und so standen auch die Politiker auf Landesebene gerne auf dem Gelände, weil es hier so „menschelt“, wie es der Landtagskandidat und eventuelle Nachfolger von Annemarie Biechl, Otto Lederer, ausdrückte.

Für ihn steht fest, dass gerade die Landwirte nicht außer Acht gelassen werden dürfen. „Das Einkommen der Bauern besteht aus zwei Säulen. Zum einen der Erlös der Produkte, zum anderen die Förderungen. Der Landkreis Rosenheim ist sehr stark von der Landwirtschaft geprägt. Deshalb bin ich mir sicher, dass heute vor allem auch die Entwicklung der Förderungen ein großes Anliegen aller Beteiligten sein wird“.

Otto Lederer behielt Recht, nicht nur beim Vortrag von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kam die Förderungsentwicklung zur Sprache, auch beim regen Informationsaustausch wurde kräftig debattiert. „Wir haben eine Kontrollflut auf den Höfen, die Bürokratie frisst uns fast auf“ hieß es von einem örtlichen Bauern. „Warum werden wir Landwirte zu einer konsequenten Dokumentation gezwungen, wenn die Zeit doch eigentlich für den Hof und die Viecher gebraucht wird?“ Eine andere Bauersfamilie war verärgert, weil auch den Schäfern und Pferdewirten, oder denen, die nebenbetrieblich einen Hof bewirtschaften, oftmals der Alltag deftig schwer gemacht wird. „Wir können so bald nicht mehr weiterarbeiten, keiner kennt sich mehr aus, 19 Verordnungen für die Landwirte sind einfach zu viel“. Ilse Aigner, Annemarie Biechl, Daniela Ludwig und die Herren Stöttner, Lederer und auch Friesinger, hörten sich die Anliegen geduldig an. Ilse Aigner zeigte sich verständnisvoll und erklärte manch schwierige Punkte souverän und zielgenau.

Ilse Aigner nennt sich multitaskingfähig

Locker und mit nur wenigen Notizen in der Hand spricht Ilse Aigner zu den Besuchern. Erklärt, dass gerade in der Förderungsentwicklung schon viel erreicht aber immer noch viel zu tun sei. Vergleicht die Verordnungen und Möglichkeiten von Europaebene aus und blickt zurück auf die vergangenen Jahre, in denen sie sich als Bundeslandwirtschaft- und Verbraucherministerin eingesetzt hatte. „Ich hab mir immer fest vorgenommen, alle Richtungen im Blick zu haben. War in Europa viel unterwegs, um die Ärmel hoch zu krämpeln und Entscheidungen mitzutragen, und hab selbst in Berlin nie aufgehört, echte Bayerin zu sein. Ich trau mir zu sagen, dass ich wohl multitaskingfähig bin. Und bis zur letzten Sekunde meiner Amtszeit im Bund werde ich diese Aufgabe energisch übernehmen mit allem was dazugehört. Ich hab den sprichwörtlichen Dickschädel nämlich von meinen Eltern geerbt. Und weiß meine Kräfte einzusetzen. Aber trotzdem weiß ich immer noch, wo meine Heimat ist. Ich bin kein Großstadtkind gworden, sondern bin aufm Land dahoam.“

Die Förderungen hatte Aigner auch in ihrer gut 20 minütigen Vortragszeit fest im Gespräch. Verwies auf die Schwankungen des Marktes und die sensible Beobachtung, die hierzu nötig sei: „Die beste Geschäftsidee ist die, Abnehmer zu finden. Wo, wenn nicht auf dem Bereich des täglichen Verbrauchs, muss geachtet werden, dass alles gut läuft. Und zwar für alle Beteiligten. Nur zu gut weiß ich, dass auch Leidenschaft dazugehört in der Landwirtschaft. Früh aufstehen und anpacken, des muas ma meng. Da darfs natürlich nicht so sein, das Kürzungen für die Bauern ins Gespräch kommen, wie das von manchen Parteien vorgeschlagen wird. Es darf nie etwas auf dem Rücken unserer Bauern ausgetragen werden. Denn die Landwirtschaft ist lebenswichtig für uns alle. Die Betriebe bei uns haben noch gute Zukunft, weil unsere Landwirte gute Arbeit leisten. Die Landschaft heißt Kulturlandschaft weil sie kultiviert wird“, so die Ministerin weiter.

Ilse Aigner wirkte nicht gehetzt, hatte auch für längere Anliegen der Besucherinnen und Besucher ein Ohr, genoss die Sonne auf der Terrasse. Und mochte die Musik durch den Akkordeonspieler Walter Wiczoreck, der mit seiner Quetschen dieses Treffen der CSU mit seinen Anhängern zu einem landwirtschaftlichen Frühschoppen belebte.

Die scheidende Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl hat sich in recht emotionaler Art bei Ilse Aigner für das Kommen bedankt. Ihrer Meinung nach ist die Landwirtschaft so wichtig wie nie: „Ich bin zutiefst überzeugt dass die Landwirtschaft viel Zukunft hat. Man braucht uns in der Gesellschaft, und das muss uns Landwirten immer bewußt bleiben.“ Sie appelliert an den finanziellen Ausgleich durch den Staat. Biechl blieb nicht allein mit ihren Meinungen, eine Gleichgesinnte fand sie auch bei diesem Treffen in Person von Ilse Aigner, die sich nach dem Stelldichein in Eiselfing noch in die Altstadt von Wasserburg begab, um dort ebenfalls hautnah bei den Bürgern zu sein.

Frühschoppen mit Ilse Aigner in Eiselfing

Regina Mittermair/wasserburg24

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser