Alle haben es geschafft

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In festlichem Rahmen gab es für den Abijahrgang 2010 von Dirktor Peter Rink nochmals ein großes Lob, "der Jahrgang zählte auch zu den nettesten". 

Wasserburg - Alle 86 Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg erhielten ihr Reifezeugnis und legten mit einem Schnitt von 2,32 ein super Ergebnis hin - das zweitbeste der vergangenen 30 Jahre.

"Es macht einfach Spaß und Freude, junge Menschen erwachsen werden zu sehen", so Schulleiter Peter Rink bei der Feier im Rathaussaal. Es herrsche aber auch ein wenig Wehmut und Trauer. Mit dem Unfalltod von Anna Lorenz, der er heute so gerne ihr Abiturzeugnis überreicht hätte, habe das Schuljahr so tragisch begonnen. Doch das traurige Ereignis habe die K13 und auch die ganze Schulgemeinschaft zusammengeschweißt und er habe große Anteilnahme erlebt.

Mit einem Gottesdienst, der von Pfarrer Dr. Schienagel und Eisböck feierlich zelebriert wurde, begann der Festakt zur Abifeier.

Neben den Abiturienten und ihren Familien waren auch auch viele Ehrengäste und Lehrkräfte zur Feier gekommen. Gemeinsam wollte man die Leistung und das Durchhaltevermögen der 86 Abiturienten feiern, "die es alle geschafft haben und zudem mit einem Abiturschnitt von 2,32 zu den besten der letzten 30 Jahre zählen", freute sich Direktor Peter Rink. Acht Schülerinnen und Schüler erreichten Traumnoten von 1,0 bis 1,5 und erhielten dafür eine besondere Auszeichnung und jeweils ein Sparbuch mit 150 Euro, dass ihnen Christoph Rosenzweig von der VR-Bank überreichte.

"Und zudem zählte der Jahrgang auch zu den nettesten", fügte Peter Rink an. Beziehungen seien gewachsen und es habe sich gezeigt, dass "Schule nicht der natürliche Feind von Eltern und Kindern sein muss".

Aber es sei wieder einmal mehr deutlich geworden, dass Bildung Zeit brauche. Mit großer Wehmut betrachte er die Entwicklung im G8, so Rink. Eine Beschleunigung in jeder Ebene sei spürbar und entspreche dem Zeitgeist. Über das Tempo sei er besorgt, wenn er an künftige Abiturjahrgänge denke, denn der Satz des Pythagoras gelte im achtjährigen Gymnasium genauso, aber die Strukturen änderten sich. Das bedeute mehr Stoff in weniger Zeit und sei beinahe wie ein "Crashkurs". "Wie soll das gut gehen", fragte Rink. Um 1800 berichteten Schüler von einer 38-Stunden-Schulwoche und einer täglichen Hausarbeitszeit von zusätzlich 5 Stunden. Dabei hatten sie 7 Prüfungen in vier Tagen absolviert. Solche Mammut-Anforderungen sollten allerdings der Vergangenheit angehören, forderte Rink.

Ebenso wie manche veraltete Sichtweise. So habe man sich im 19. Jahrhundert gesorgt, ob das weibliche Gehirn den großen Strapazen der Lernarbeit auch gewachsen sei? Wenn man sich das Schulranking und die Ergebnisse auf Landkreisebene ansehe, könne man dies aber mit einem sicheren Ja beantworten. Von den 43 Abiturienten aus fünf Landkreisen mit Abiturnoten von 1,0 bis 1,5 seien über 30 Mädchen gewesen und am Luitpold-Gymnasium habe es ein Schüler unter die besten Acht geschafft.

Zweite Bürgermeisterin der Stadt Wasserburg, Marlene Hof-Hippke, hob das Durchhaltevermögen der Abiturienten hervor. In "Wasserburgs schönster Stube", dem Rathaussaal, vor dem Gemälde, das ein Fest aus der Renaissance zeige, sei die Verleihung des Abiturzeugnisses etwas ganz Besonderes und ein verdienter Lohn für mindestens 13 Jahre Lernen, Konzentration und Durchhalten.

Der stellvertretende Landrat und Babenshams Bürgermeister Josef Huber blickte auf die lange Schulzeit der Abiturienten zurück, in der sie Erfolge, Misserfolge, aber auch Freundschaft und möglicherweise die erste Liebe erlebt hätten und wünschte ihnen, ihr Leben vorwärts zu leben.

Heiterhumorvoll war die Ansprache des Elternbeiratsvorsitzenden Jürgen Scheller, der gemeinsam mit Philipp Bachmann die Sicht der Eltern schilderte, die sich das Abitur auch redlich verdient hätten. Die hätten sich viel Stoff erarbeiten müssen und schnell eine weitere Fremdsprache dazubekommen. "Mega", "fett", "ens fett", "mega krass" und "dissen" seien nur einige Beispiele dafür, dass auch das Fach Deutsch nicht einfacher geworden sei. Sie seien in die Wunder der Physik eingeführt worden und hätten die Sensation der nächtlichen Verdunstung ihrer Tankfüllung entdeckt oder mit der höheren Mathematik konfrontiert worden. Beispiel Lineare Gleichungen. "Die hypothetische Anzahl X der möglichen Übernachtungsgäste ergibt sich an der Anzahl der Turnschuhe im Flur, geteilt durch zwei."

Humorvoll auch die Ansprache des Abiturientensprechers Stefan Häuslmann, der sich viele Gedanken gemacht habe, wie er seine Rede anlegen solle. Es sollte nicht zu sentimental werden, ebenso wenig habe er auf Bildungselite, Verantwortung für die Gesellschaft, das aktuelle Weltgeschehen und den Klimawandel einbauen wollen. In den letzten beiden Jahren sei viel zusammengewachsen. Nun seien die Prüfungen und Strapazen vorbei und alle hätten es geschafft. Hier gelte "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker."

Musikalisch umrahmt wurde die Abiturfeier von Bertram Liebmann, Jamie Dyde, Maria Egger, Doris Lehner und Sarah Maier.

Last but not least erhielten elf Schülerinnen und Schülern für ihr langjähriges schulisches Engagement Auszeichnungen. Lucia Ahlgren, Jamie Dyde, Maria Egger, Noah Eshelman, Antonia Größl, Stefan Häuslmann, Samson Kröft, Bertram Liebmann, Doris Lehner, Sarah Maier und Mathias Pömsl bekamen eine Einladung zu einem Theaterbesuch ins Gärtnerplatztheater in München. Die Einladung dazu steckte in einem blauen Umschlag, so sollten wenigstens diese Schüler einmal in ihrem Leben einen echten blauen Brief erhalten.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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