Bürgerversammlung in Amerang 

Erfolgsgeschichte Asyl: "Amerang eine der vorbildlichsten Gemeinden"

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Bastian Niedermaier, Carina Dürnegger und Marina Thaller (v.l.) wurden für ihre herausragenden Leistungen im Abschluss der Mittleren Reife geehrt. 

Amerang - Eine rundum positive Bilanz für die Gemeinde zog Zweiter Bürgermeister Konrad Linner am Freitagabend, 18. November, bei der Bürgerversammlung in der Gemeindehalle.

Linner vertrat den Ersten Bürgermeister August Voit, der sich wegen Krankheit entschuldigen lies. Der zweite Bürgermeister läutete den Abend mit Ehrungen junger Ameranger Bürger für besondere Leistungen ein: Carina Dürnegger bestand die Mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt von 1,25, Bastian Niedermaier mit 1,45 und Marina Thaller mit 1,33 (Foto). 

Zudem wurde Verena Kern für ihr Abitur mit 1,0 geehrt und Stephanie Lutz für ihre mit einem Notendurchschnitt von 1,1 bestandene Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin Kunststoff- und Kautschuktechnik. 

Gemeinde Amerang schuldenfrei

"Unsere Finanzlage ist anhaltend positiv", freut sich Linner bei der Vorstellung des Haushaltsberichts. Die Gemeinde sei schuldenfrei, eine Beanspruchung von Kassenkrediten nicht nötig.

Investitionen, bei denen das Gemeindegeld zum Einsatz kam, waren laut Linner in diesem Jahr unter anderem die Anschaffung des neuen Feuerwehrautos für Kirchensur, das Projekt E-Mobilität im ländlichen Raum, die Straßen- und Kanalerweiterung "Am Kroit" sowie die EDV-Erneuerung am Rathaus mit rund 100.000 Euro Kosten. 

Auch mit dem Breitbandausbau gehe es laut Linner voran: "Unser Ziel ist eine Mindestversorgung von 30 MBit/s für alle Haushalte in der Gemeinde. Die geschätzten Kosten liegen dabei bei rund 2,1 Millionen Euro. Die Gemeinde muss 370.000 Euro für das schnelle Internet selbst aufbringen."

Geplant sei außerdem für das Jahr 2017 unter anderem Sanierung und Ausbau der Schonstetter Straße mit Sanierung der Kanäle und der Trinkwasserleitungen für etwa 685.000 Euro, Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Kammer-Asham im Bestand für rund 400.000 Euro sowie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in allen Ortsteilen durch das Bayernwerk für etwa 44.000 Euro und die Ersterschließung des Kindergartenwegs. 

Des Weiteren sei die Umgestaltung der Dorfmitte von Evenhausen auf den Weg gebracht worden, die Gehweganbindung in der Bahnhofstraße bereits genehmigt und die Erneuerung zweier Brücken in Kirchensur in Planung.

Eines der teuersten Projekte: Sanierung der Gemeindehalle 

"Ein wesentliches Großprojekt für das neue Jahr wird die Sanierung der Mehrzweckhalle mit einer voraussichtlichen Kostenobergrenze von 2.714.000 Euro", so Linner. "Wir haben weiterhin die Berechtigung zur Eigennutzung für Veranstaltungen und die Sanierung kommt immer noch günstiger als ein kompletter Neubau." Geplant sei für die Gemeindehalle ein überdachter Übergang zur nebenstehenden Schule, ein Ausbau der Toiletten, ein kleiner Seminarraum, eine Küche und ein barrierefreies Treppenhaus mit Aufzug. 

Der Beginn der Sanierung sei für das Frühjahr 2017 angesetzt. "Wir hoffen bis zum Start des neuen Schuljahres 2017 die Arbeiten abschließen zu können", erklärt Linner auf Nachfrage der Ameranger. 

Neue Bauland- und Gewerbeflächen

Zweiter Bürgermeister Konrad Linner erläuterte die künftigen Bauvorhaben der Gemeinde bei der Bürgerversammlung Amerang. 

Bei den Gewerbeflächen bekommt die Gemeinde zusätzlichen Bauraum von 5.000 Quadratmetern Fläche bei der Firma Somic sowie ein neues Lager- und Logistikgebäude "Am Kroit II" in einer Größenordnung von 8.400 Quadratmetern. 

Ein Defizit hat die Gemeine bei den Baulandflächen vorzuweisen. "Der Bedarf an Wohnraum in Amerang ist gegeben. Wir haben die Ausweisung des neuen Baulands lange auf Eis legen müssen, aber jetzt hat sich endlich eine Gelegenheit ergeben", erklärt Linner. "In der Orstmitte im Kindergartengebiet entstehen nun fünf Mehrfamilienhäuser mit circa 30 Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit rund 45 Stellplätzen." 

In diesem Rahmen soll auch das Einheimischenmodell zum Vorteil der Bürger angewandt werden. Die Kriterien dafür sind: Fünf Jahre Hauptwohnsitz oder Erwerbstätigkeit in Amerang, die Gesamteinkünfte dürfen maximal bei 90.000 Euro im Jahr liegen inklusive 7.500 Euro pro Kind und das Gesamtvermögen darf den Wert des Gründstücks nicht übersteigen. 

"Sind diese Kriterien erfüllt, gibt es einen Nachlass von maximal 20 Prozent auf den Verkehrswert. Die Vergabe erfolgt nach einem Punktesystem, es gibt also keine Bevorzugungen", erklärt der Zweite Bürgermeister. "Zudem verpflichtet sich der Bauherr innerhalb von fünf Jahren zu bauen und mindestens 15 Jahre in seinem Eigenheim zu wohnen."

Ameranger glänzen mit sozialem Engagement

Dass die Ameranger Bürger eine soziale Ader besitzen, das beweisen sie anhand ihrer Projekte: "Eine sehr erfreuliche Entwicklung ist unser Bürgernetzwerk. Früher hieß das schlicht Nachbarschaftshilfe", lacht Linner. "Doch in Zeiten der modernen Technik bietet die Plattform übers Internet den Bürgern untereinander gegenseitige Hilfe an - ob Gartenarbeiten, Mitfahrgelegenheiten oder Gassi gehen mit dem Nachbarshund."

Auch das Patenprojekt "Jugend in Arbeit" entwickle sich zunehmend. "Dabei setzen sich vorwiegend auch ältere Menschen für junge Leute ein und helfen ihnen bei der Suche nach passenden Ausbildungsstellen oder beim Schulabschluss", erklärt der Zweite Bürgermeister. "Der Erwerb sozialer Kompetenzen für die Arbeitswelt steht dabei im Vordergrund." Gerne dürfe man sich bei den Projekten aktiv beteiligen oder auch finanziell unterstützen

Besonders stolz sei der Zweite Bürgermeister auf die Entwicklung beim Thema Asyl: "Das ist eine wahre Erfolgsgeschichte in Amerang. Wir können mit gutem Gewissen behaupten, eine der vorbildlichsten Asyl-Gemeinden zu sein. Ein herzliches Vergelt's Gott für all die rund 60 ehrenamtlichen Helfer für ihr großartiges Engagement." Aktuell belaufe sich die Zahl der Asylbewerber in Amerang auf 83, darunter 17 Kinder

Abschließend gab Konrad Linner einen Rückblick auf die Feste in der Gemeinde. "Wir haben ein sehr gutes Angebot an Kinderbetreuung in Amerang, da können wir wirklich zufrieden sein. So feierte der Kindergarten Amerang heuer sein 50-jähriges Bestehen, die KiTa Evenhausen wurde 25 Jahre alt und seit zehn Jahren gibt es schon das Kinderhaus Sonnenblume in Unteröd." 

Weitere Feierlichkeiten in Amerang waren 140 Jahre Feuerwehr Kirchensur mit der Weihe des neuen Einsatzwagens, der Prälat Peter Neuhauser feierte sein 50-jähriges Priesterjubiläum und die Autogemeinschaft Amerang gibt es auch bereits seit zehn Jahren

mb

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