Badria-Halle für Briefmarkenfreunde fast zu klein

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Anziehungspunkt für alle Altersgruppen: An 200 Tischen wurde in der Badria-Halle getauscht und gefachsimpelt.

Wasserburg - Eine Rekordzahl an Anbietern lockte der Großtauschtag der Wasserburger Briefmarkenfreunde in die Badria-Halle.

Bereits in den Vormittagsstunden herrschte am Sonntag reges Treiben, und zahlreiche Interessenten durchforsteten die Briefmarken-, Ansichtskarten- und Münzsammlungen nach Raritäten oder waren gezielt auf der Suche nach ganz bestimmten Stücken. Der Vorsitzende der Wasserburger Briefmarkenfreunde, Gerhard Kannengießer, berichtete stolz von 80 Anbietern mit mehr als 200 Tischen. "So viele wie in diesem Jahr waren es noch nie und wir hatten unsere Mühe damit, diese Rekordzahl an Tischen alle in der Halle unterzubringen."

Die Vorbereitungen für den großen Tauschtag seien gut gelaufen und auch das Wetter habe den Organisatoren in die Karten gespielt. "Die wenigsten Aussteller hier sind Einheimische", so Gerhard Kannengießer, "die meisten kommen aus dem gesamten südbayerischen Raum, aber auch aus Baden-Württemberg, Österreich und sogar den Niederlanden." Es freue ihn außerordentlich, dass der große Wasserburger Tauschtag Jahr für Jahr bekannter werde und somit viele Besucher und Sammler anziehe.

Für großes Interesse sorgte die Ausstellung von Briefen und Ansichtskarten aus Wasserburg und Umgebung sowie zum 125. Todesjahr von König Ludwig II. "Ein Stück Heimatgeschichte" hat Fritz Betzl in den vergangenen 25 Jahren mit historischen Briefen aus der Zeit der alliierten Besetzung des Altlandkreises Wasserburg zusammengetragen. Briefmarken waren in der damaligen Zeit von Juli 1945 bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948 oftmals Mangelware und die Postämter mussten sich untereinander aushelfen. Zudem zensierten die Amerikaner den Postverkehr, und so konnte es auch vorkommen, dass etwa einem in den Ostblock adressierten Brief wegen "nichtgestatteter Briefmarkeneinlage" der Poststempel einfach verweigert wurde.

Der Wasserburger Anton Fuchs stellte einen Teil seiner Sammlerstücke zum Märchenkönig Ludwig II. für die Ausstellung zur Verfügung. Darunter fanden sich neben bunten Ansichtskarten beispielsweise auch eine Urkunde aus dem Jahre 1878 mit den Originalunterschriften des Königs sowie seines Kriegsministers oder ein historisches Extra-Blatt der "Neuen freien Volks-Zeitung" zum Tod des Königs. "Seit 20 Jahren sammle ich diese Dokumente und Karten nun schon, wobei es früher noch deutlich einfacher war, an interessante Stücke zu kommen als heute", erzählte Anton Fuchs.

Zwei weitere Ausstellungsthemen beschäftigten sich mit Ansichtskarten und Werbemitteln der Rosenheimer Firma Klepper, bekannt geworden durch ihre Faltboote, und Karten aus Wasserburg. Hier ließen sich alte Aufnahmen und Kartenmotive der Hofstatt und der Salzsenderzeile entdecken, wobei der Fehlerteufel auch in früheren Zeiten schon aktiv war und kurzerhand die "Salzsendersäule" auf eine ganze Ansichtskartenserie gedruckt wurde.

Immer wieder gerne nach Wasserburg kommt Samuel Fleischhacker aus Fürstenfeldbruck. Für ihn ist das Briefmarkensammeln seine große Leidenschaft, wobei er sich auf bestimmte Motive und die dazugehörigen Markenserien spezialisiert hat. Er weiß so manche Sammleranekdote zu berichten, etwa, wie er einmal bei einer Haushaltsauflösung einige scheinbar wertlose Marken für wenige Cent erstanden hat, um dann ein paar Wochen später festzustellen, dass diese auf dem passenden Briefumschlag einen Wert von 600 Euro hatten. "Viele Leute wissen oft gar nichts mit den Sammlungen ihrer verstorbenen Angehörigen anzufangen, so dass diese zum Teil verloren gehen oder gar ins Ausland verkauft werden", so Samuel Fleischhacker.

Einige der Anbieter kommen schon seit vielen Jahren, kennen sich untereinander und wissen ganz genau, bei welchem Stand in der Halle es welche Marken oder Münzen gibt beziehungsweise wen man denn fragen könnte. Und während mancher Sammler sich nach ein oder zwei Stunden mit seinen neu erworbenen Schätzen wieder glücklich auf den Weg nach Hause machte, verbrachten andere den ganzen Tag in der Halle, um den Großtauschtag zum Fachsimpeln und Kontakteknüpfen zu nutzen.

reg/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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