"Schwarze Null" in weiter Ferne

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Der Gaudibrunnen soll attraktiver werden. Vorher aber steht die Sanierung an. Im Wirtschaftsplan der Stadtwerke sind heuer die Planungen und die ersten Arbeiten vorgesehen.

Wasserburg - Knapp 800.000 Euro Verlust bei den Stadtwerken - damit rechnet die Werkleitung im Wirtschaftsplan. Den verabschiedete der Stadtrat dennoch.

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Bei den Stadtwerken ist es Tradition, dass der jeweilige Werkleiter die Zahlen eher etwas vorsichtig ansetzt, das Jahresergebnis meist besser ausfällt als angenommen. Im vergangenen Jahr hatten die Stadtwerke mit einem Minus von gut 410.000 Euro gerechnet, nach Abrechnung der letzten noch offenen Posten wird es wohl auf plus/minus Null herauslaufen. Das sieht Werkleiter Kurt Fritsch für dieses Jahr nicht. Zu viele Faktoren sprächen dagegen.

Es sind nicht nur die heftigen Verluste, die das Badria einfährt. Denn die gibt es jedes Jahr. Schwimmbäder in öffentlicher Hand sind immer Zuschussbetriebe, 1,68 Millionen Verlust sind heuer bei geschätzten 196.000 Besuchern - ein Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr - einkalkuliert. Allerdings sind die Zeiten vorbei, in denen die Gewinne des E-Werkes diese Verluste weitgehend ausglichen.

Das E-Werk geht für dieses Jahr von einem Erlös von rund acht Millionen Euro durch Stromverkauf und Durchleitungsgebühren anderer Anbieter aus. Davon wird über die Hälfte - 4,2 Millionen Euro sind angesetzt - aber für den Einkauf von Strom gebraucht. Außerdem müssen die Stadtwerke für die Nutzung vorgelagerter (sprich: überregionaler) Netze Entgelte zahlen. Und hier hat sich die Summe wegen Offshore-Umlage, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und Paragraf-19-Umlage für die bundesweiten Energiefresser in zwei Jahren nahezu verdoppelt. 640.000 Euro waren es 2011, für dieses Jahr rechnen die Stadtwerke mit 1,12 Millionen Euro. Letztlich wird das E-Werk wohl mit einem Gewinn rund um die 780.000 Euro abschließen.

Relativ unspektakulär sind im Regelfall die Zahlen des Wasserwerkes. Die Menge des verkauften Wassers liegt alljährlich zwischen einer und 1,1 Millionen Kubikmeter. Nur wird heuer am Jahresende weniger Geld übrig bleiben. Da das Wasserwerk zwar kostendeckend arbeiten, aber eigentlich keinen Gewinn machen soll, wurden zum Jahreswechsel die Wassergebühren gesenkt. Deshalb sind am Ende des Jahres voraussichtlich nur 15.000 Euro übrig.

Mit den sogenamnten Nebengeschäften wie Gas- und Wasserkooperationen, Bau und Unterhalt von Straßenbeleuchtung, Nahwärmeverkauf, Energieberatung und einigem mehr erwirtschaften die Stadtwerke seit Jahren etwa 100.000 Euro Gewinn pro Jahr. Diese Summe ist auch für 2013 angesetzt.

Investieren wollen und müssen die Stadtwerke auch. Und auch hier ist das Badria mit 1,04 Millionen der größte Brocken. Je etwa eine Viertelmillion sind für einen Wasserspielgarten im Außenbereich und für den Holzboden in der Badria-Halle vorgesehen, dazu kommt die Erneuerung der Einströmdüsen im Hallen- und Heißbecken. Der große Rest sind Planungskosten: für die energetische Sanierung des Daches und der Fenster, für die Erneuerung des Beckenumganges und die Betonsanierung, für die Betonsanierung der Fläche zwischen Eingang und Schwimmhalle und für die Sanierung und Attraktivitätssteigerung des Gaudibrunnens. Knapp fünf Millionen geben die Stadtwerke voraussichtlich 2014 für die Umsetzung dieser Planungen aus.

Leitungsbau beziehungsweise -ertüchtigung sowie Contracting-Projekte finden sich bei den Investitionen des E-Werkes (Netz und Vertrieb), die sich auf insgesamt rund 750.000 Euro summieren. Wobei der Anteil der Wärmeerzeugung der Contracting-Projekte und des Blockheizkraftwerkes am Badria nicht mit eingerechnet sind, die finden sich mit einer halben Million Euro bei den Nebengeschäften.

Investitionen für knapp 527.000 Euro sind im Wasserwerk geplant. Den größten Anteil daran hat die Sanierung des Hochbehälters oberhalb der Köbingerbergstraße. Insgesamt sind Investitionen und Beteiligungen von rund 2,8 Millionen Euro geplant. Rund 1,2 Millionen Euro werden über Darlehen finanziert, so dass der Schuldenstand Ende des Jahres vier Millionen Euro betragen wird. "Da müssen wir langfristig aufpassen, auch wenn die Eigenkapitalquote derzeit zwischen 65 und 70 Prozent liegt", mahnte Fritsch.

Der Stadtrat stimmte dem Wirtschaftsplan zu.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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