Wasserburg bleibt zuhause ungeschlagen

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Wasserburgs Trainer Hans Brei

Rosenheim - Mit einem in den letzten Minuten dramatischen 72:67 (36:29)-Sieg über Donau-Ries bleibt der TSV Wasserburg erster Verfolger von Tabellenführer Marburg. Außerdem bewirbt man sich um das Top4.

Hitchcock lässt grüßen! Mit einem in den letzten Minuten dramatischen 72:67 (36:29)-Sieg über HELI Donau-Ries bleibt der TSV Wasserburg erster Verfolger von Tabellenführer Marburg. 950 Fans in der prall gefüllten Badria-Halle erlebten einen lange Zeit dominanten Vizemeister, der am Ende froh über die zwei Punkte sein musste.

"Wir sind gut gestartet, gut wie selten und hatten das Match im Griff", meinte Trainerin Wanda Guyton anschließend. "Aber wir haben Donau-Ries am Ende erlaubt, wieder zurückzukommen. Wir haben unsere Systeme nicht mehr gespielt und das Umschalten von Angriff auf Abwehr war zu langsam. Aber: alles was zählt sind zwei Punkte und die bleiben am Inn."

Die Gäste begannen äußerst nervös. Die ersten sieben Würfe verfehlten allesamt, teils deutlich, ihr Ziel. Wasserburg war flüssiger im Spielaufbau, kam aber kaum am Korb zum Abschluss sondern musste aus der Mitteldistanz werfen und hatte ebenfalls wenig Zielwasser getankt (4:0/ 4. Minute). Amanda Rego brachte die ersten Punkte für Donau-Ries per Freiwurf auf die Tafel, doch Wasserburg blieb spielbestimmend und war zunehmend erfolgreicher im Abschluss. Auch die Umstellung auf Zonenverteidigung brachte den Gästen keinen Vorteil, mit einem Korbleger plus anschließendem Freiwurf erhöhte Svenja Brunckhorst auf 11:4 (6.). Doch der Vizemeister kam weiter zu selten unter den Korb der Gäste und die vielen Fehlwürfe aus der Mitteldistanz nutzten die Gäste zu schnellen Gegenangriffen (13:11/8.). Als Tiffany Porter-Talbert, Jessica Höötmann und Rebecca Thoresen drei Angriffe sicher abschlossen, war die Führung wieder deutlich. Bis zur Viertelpause versäumten es die Gastgeberinnen aber sich weiter abzusetzen.

Auch danach war rot-weiß klar spielbestimmend. Doch immer, wenn Wasserburg seine Chancen nicht nutzte oder sich Ballverluste leistete, kamen die Gäste wieder ins Spiel. So wurde aus einem 22:13 ein 22:17 (13.), was Guyton und Hans Brei zu einer Auszeit veranlasste. Bei 28:17 (15.) sah sich Gästecoach Patrick Bär zu einer Auszeit genötigt, die allerdings wenig brachte, denn Wasserburg setzte sich weiter ab. Aber auch zwei Dreier von Jezabel Ohanian und Diana Pop (34:21/17.) nahmen Donau-Ries nicht den Mut, sie nutzten Wasserburger Fehler und kamen zur Pause wieder etwas heran.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war Sabine Loewe die für Wasserburg wertvollste Spielerin. Zuerst vergab die Centerin von Donau-Ries einen freien Korbleger, im nächsten Angriff unterlief ihr ein Schrittfehler. Wasserburg machte aus dem jeweiligen Ballbesitz fünf Punkte und führte wieder komfortabel (41:30, 22.). Die Führung blieb konstant bis Wasserburg wieder zwei Ballverluste einstreute, die die Gäste zum Verkürzen nutzten (52:45/28.). Diana Pop, sonst für die Assists zuständig, übernahm jetzt kurzzeitig das Punkten, streute einen Dreier und einen Sprungwurf ein. Als Ohanian einen weiteren Dreier gegen die Zonenverteidigung nachlegte, hatte Wasserburg die höchste Führung der Partie - 60:45.

Doch wieder verfielen die Gastgeberinnen etwas in Lethargie und erlaubten Donau-Ries sechs Punkte in Serie. Zwei Schnellangriffe machten den Vorsprung wieder zweistellig (64:51), Wasserburg schien alles unter Kontrolle zu haben (68:57/36.). Doch plötzlich erlahmte die Offensive, die Angriffe wurde statisch, zu viel wurde im Eins-gegen-Eins probiert. Donau-Ries witterte seine letzte Chance, pirschte sich Punkt um Punkt heran. Doro Richter und Dasa Rajecka verkürzten ehe Porter-Talbert eine Einzelaktion zum 70:63 (38.) abschloss. Richter und Rajecka punkteten erneut - schon waren die Gäste auf 70:67 dran. Die letzten zwei Minuten waren nichts für schwache Nerven: Hüben wie drüben ging nix mehr rein. So versemmelte Morgan Henderson von draußen die Ausgleichschance, Sequoia Holmes vergab die Entscheidung, Richters Dreier fand ebenso wenig sein Ziel wie Korbleger von Sabine Loewe und Amanda Rego. 13 Sekunden vor Ende hatte Donau-Ries den Ball und die letzte Ausgleichschance, doch Porter-Talbert blockte akrobatisch den Dreier von Richter. Den Rebound griff sich Sequoia Holmes, die anschließend zwei Freiwürfe zum Endstand einnetzte.

Es spielten: Sequoia Holmes (16 Punkte), Jessica Höötmann (12), Jezabel Ohanian (11), Tiffany Porter-Talbert (10), Rebecca Thoresen (8), Diana Pop (8), Jana Furková (4), Svenja Brunckhorst (3), Katharina Kühn, Verena Stürmlinger, Mirijam Unger und Katrin Sandbichler.

Neuzugang als "Stand-by"-Spielerin

Kurz vor Ende der Transferperiode hat der Vizemeister noch eine Spielerin unter Vertrag genommen. Christina Quaye ist eine 26-jährige US-Centerin, die zuletzt in Puerto Rico gespielt hat und bis Sommer, wenn die WNBA ihre Trainingscamps abhält, eigentlich Pause machen wollte. Deshalb ist die 1,85 Meter große Spielerin nur als eine Art Notnagel zu sehen und wird vorerst nicht nach Deutschland kommen. Sie bleibt in den USA, hält sich dort fit, nur falls Wasserburg Probleme im Centerbereich bekommen sollte, wird sie über den Teich fliegen. Europaerfahrung hat Quaye bereits in Spanien und Griechenland gesammelt.

Wasserburg will das Top4 ausrichten

Der TSV Wasserburg bewirbt sich um die Austragung der Pokalendrunde. Fristgerecht gingen Ende vergangener Woche die entsprechenden Unterlagen an die DBBL, die demnächst den Ausrichter benennen wird.

"Wir sind es unseren Fans und Sponsoren einfach schuldig, es nochmal zu probieren", meint Abteilungsleiterin Gaby Brei. Vergangene Saison hatte Saarlouis den Vorzug als Ausrichter erhalten und den Heimvorteil in einem hochklassigen Finale gegen Wasserburg genutzt. Anschließend war die Enttäuschung am Inn groß, denn die Liga führte die bessere Spielhalle samt Parkettboden, einen modernen VIP-Raum und die "politische Unterstützung" (Ministerpräsident Müller als potentieller Ehrengast) als Gründe für die Entscheidung pro Saarlouis an.

Turnier am 19./20. März

All das kann Wasserburg auch heuer nicht bieten. "Statt zu schmollen, wollen wir die Liga überzeugen, die Endrunde endlich wieder nach Bayern zu vergeben, wenn schon zwei bayerische Clubs dabei sind", hofft Gaby Brei. Donau-Ries steht voll hinter der Wasserburger Bewerbung, da man selbst für dieses Wochenende (19./20. März) keine Halle zur Verfügung hat und sich nicht bewerben kann. Ob sich die beiden anderen Halbfinalisten Marburg und Wolfenbüttel bewerben ist in Wasserburg nicht bekannt.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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