Nachdem die Einrichtung zwei Jahre leer stand, weil sich niemand für die Pflege fand, ist nun Christianum eingestiegen

Betreute Wohngemeinschaft geht im Januar in Betrieb

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Gars - Der Pflegedienst Christianum aus Dorfen übernimmt die Betreuung der neuen Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz und für intensivpflichtige Menschen in der Garser Augustinerstraße.

Bei einer ersten Informationsveranstaltung stellte der Betrieb sein Konzept vor, eine zweite findet am kommenden Donnerstag, 19 Uhr, in der Augustinerstraße 2 statt.

Mit der Übernahme der Betreuung der Wohngemeinschaften durch das "Christianum" geht jetzt eine zweijährige Odyssee um das neuerrichtete Gebäude zu Ende: Im Laufe des Jahres 2008 hatte die Erl-Bau GmbH nach dem Abschluss des Projektes "Betreutes Wohnen Augustinerstraße" unter Einbezug des ehemaligen Gstettnerhauses neben dem Garser Rathaus ein großzügig ausgelegtes schwellenfreies und rollstuhlgerechtes Gebäude für ambulant betreute Wohngemeinschaften errichtet.

Mitte Januar 2009 gab es "Tage der offenen Tür", danach sollten die WGs bezogen werden. Die Betreuung war durch das Team des Pflegedienstes Silvia Wolf geplant. Doch soweit kam es nicht und die Erl-Bau bot wenig später den Komplex sogar zum Verkauf an.

Die Wirtschaftskrise zog auf, der Bauträger suchte zusammen mit der Gemeinde engagiert und intensiv, aber lange Zeit vergeblich einen Träger für die Betreuung und Pflege der geplanten Wohngemeinschaften. Erst im Verlauf des Jahres 2010 waren dann schließlich die Bemühungen von Bürgermeister Norbert Strahllechner von Erfolg gekrönt. "Ich erzählte einmal auch meinem Schwindegger Bürgermeisterkollegen Dr. Karl Dürner von unserer bisher vergeblichen Suche. Er stellte daraufhin die Kontakte mit Christian Penzkofer, dem ihm persönlich gut bekannten Leiter des Pflegdienstes Christianum in Dorfen, her. Dieser verfügt über viel Erfahrung in der Betreuung von dezentralen ambulanten Wohngemeinschaften mit einem breiten Pflegeangebot", erzählt Strahllechner.

"Christianum" hat das Gebäude für 15 Jahre vom Besitzer gepachtet und wird dort ab 1. Januar die Mieter in den beiden Wohngemeinschaften betreuen. Beim ersten Informationsabend waren die Besucher vom Konzept, dem Know-how und der Qualität des Pflegedienstes sowie den Räumlichkeiten sehr angetan, die zukünftige Leiterin der WG für die acht Menschen mit Demenz berichtete ausführlich über das diagnosespezifische individuelle Betreuungskonzept. Geschäftsführer Christian Penzkofer stellte die zweite WG für fünf intensivpflichtige Menschen, zum Beispiel mit maschineller Beatmung vor.

Im Gegensatz zu Pflegeheimen, so Penzkofer, bedeuteten ambulant betreute WGs eine Wohnform, die sich aus dem normalen Wohnen heraus entwickelt hat. Im Vordergrund stünde dabei das an den Bedürfnissen der Mieter und den Abläufen eines Privathaushaltes orientierte, möglichst selbständig verbrachte Alltagsleben. Außerdem sei eine 24-Stunden-Pflege durch Fachkräfte gewährleistet, der Pflegebedarf bestimme die Stellenbesetzung.

Jeder Mieter hat seine eigenen Räume, die wie in der eigenen Wohnung individuell gestaltbar sind. Gemeinsam genutzte Räume sind zum Beispiel die Küche und der Aufenthaltsbereich, die Flure werden miteinander gestaltet. Der Pflegedienst hat einen Gaststatus, die Mieter regeln die Angelegenheiten ihrer Hausgemeinschaft einschließlich des Essens selbst.

Die Miete ist ortsüblich, dazu kommt die jährlich abzurechnende Nebenkostenpauschale. Die gemäß Pflegestufe refinanzierbaren Pflegekosten werden individuell nach der nötigen Intensität festgelegt.

"Christianum", so Christian Penzkofer, werde nach den Gesichtspunkten des Qualitätsmanagements auch intensiv mit allen anderen Fachdiensten zusammenarbeiten und die für Gesundheit und Pflege professionell und ehrenamtlich tätigen Einrichtungen in Gemeinde und Region, zum Beispiel Kliniken, Betreutes Wohnen, Fahrdienste oder das soziale nachbarschaftliche Netzwerk "Sonne" mit der Arbeit in den Wohngemeinschaften vernetzen. "Integration statt Isolation" sei das Stichwort.

Wer an einem Platz in den Wohngemeinschaften interessiert ist, kann auch die Pflegedienstzentrale des Christianums in Dorfen unter der Telefonnummer 08081 / 959444 anrufen, Ansprechpartner ist dabei Geschäftsführer Christian Penzkofer.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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