David gegen Goliath: BRK zieht den Kürzeren

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Mirjam Bock hat sich mit ihrem Konzept durchgesetzt.

Wasserburg - Die betreute Wohnanlage im Greinbräu hat einen neuen Betreuungsträger. Der kleine private, ambulante Pflegeservice Bock stach bei den Vertragsverhandlungen das BRK Rosenheim aus.

Lesen Sie hier den Original-Artikel aus der Wasserburger Zeitung:

Privater Anbieter sticht BRK aus

In der betreuten Wohnanlage im Greinbräu hat sich ein Wechsel des Betreuungsträgers ergeben: Das BRK Rosenheim zog bei neuen Vertragsverhandlungen gegenüber dem kleinen privaten, ambulanten Pflegeservice Bock aus Wasserburg den Kürzeren.

Für Joachim Scholz, stellvertretender Geschäftsführer des ambulanten Pflegeservices Bock, liegt der Grund in der Tatsache verwurzelt, dass der private Träger flexibel buchbare Betreuungspakete angeboten hat. Statt eine für alle verbindliche Pauschale zu zahlen, könnten die Bewohner nun entscheiden, ob sie eine Betreuung wünschen würden und wenn ja, in welchem Umfang. Angeboten werde ein Basispaket, das Beratung rund um Fragen der alltäglichen Lebensführung sowie Behördengänge, Vermittlung von Dienst- und kleinere technische Handwerksleistungen umfasse. Die Beratung erfolge in einem eigenen Büro in der Anlage, wo ein Ansprechpartner des Pflegeservices Bock 19 Stunden in der Woche zur Verfügung stehe.

Außerdem können die Bewohner nach Informationen von Scholz Ergänzungspakete buchen. Auch der Hausnotrufdienst, bei dem der Pflegeservice Bock mit der Johanniter-Unfall-Hilfe zusammenarbeite, sei nun frei wählbar.

"Wir glauben, dass auch ältere Menschen sehr wohl ihre Bedürfnisse einschätzen können und die für sie passenden Leistungen selber auswählen wollen", ist die Leiterin des 2003 gegründeten Pflegeservices, Mirjam Bock, überzeugt, mit ihrem Konzept flexibler Betreuungsleistungen auf dem richtigen Weg zu sein. Etwa ein Drittel der Bewohner hat nach Informationen von Scholz die Betreuungsangebote bisher gebucht.

Dass der "vollständige Verzicht des Mitbewerbers auf eine Betreuungspauschale" ausschlaggebend für den Wechsel war, räumt auch das Bayerische Rote Kreuz, Kreisgeschäftsstelle Rosenheim, ein. Der Kreisverband ging mit einem Angebot ins Rennen um die Vertragsverlängerung, das drei Module umfasste. Ein Drittel des Gesamtbetrages habe eine Grundpauschale dargestellt, die weiteren Module seien frei wählbar gewesen, erläutert Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt.

Er weist jedoch ebenso wie Stefan Müller, Leiter Soziale Dienste beim BRK-Rosenheim, auf die Tatsache hin, dass sich für den Wechsel zu einem privaten Anbieter die Eigentümer der 35 Wohnungen entschieden hätten. Sie würden diese in der Regel jedoch nicht selber bewohnen.

Umfragen des BRK zur Zufriedenheit und zum zukünftigen Betreuungsträger während der Entscheidungsfindung hätten ergeben, dass "das BRK von einer sehr großen Mehrheit der Bewohner als Wunschkandidat für die weitere Betreuung genannt wurde". Bei der Versammlung der Wohneigentümer im August 2009 hätten sich diese jedoch für den privaten Träger Bock entschieden.

"Die Zusammenarbeit mit dem BRK war gut", betont die Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut als Hausverwalterin der Immobilie. Als sie das Objekt übernommen habe, sei die fristgerechte Kündigung des Vertrages mit dem Roten Kreuz in Rosenheim schon geschrieben gewesen. Die Eigentümerversammlung habe sich für Bock entschieden, wobei wohl die leichtere Vermietbarkeit der Wohnungen aufgrund der flexibleren Betreuungsangebote die entscheidende Rolle gespielt habe.

Als weiteren Grund für die Übernahme der Betreuung in der Anlage im Greinbräu vermutet Scholz das Angebot des Pflegeservices Bock, ambulante Pflege nach allen drei Pflegestufen in den Wohnungen anbieten zu können. "Grundsätzlich werden auch vom BRK Patienten mit allen Pflegestufen gepflegt, solange diese Pflege sachgerecht und zum Wohle des Patienten ambulant durchgeführt werden kann", unterstreicht auch das BRK die Durchführung dieser Leistungen. Neben BRK und Bock sind weitere Anbieter bei der Pflege im Greinhof aktiv, da bei der Auswahl des Pflegedienstes im Gegensatz zur Betreuung Wahlfreiheit besteht.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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