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Rosenheim -  Die Westtangente kommt: Rosenheim verspricht sich durch sie eine deutliche Entlastung vom Durchgangsverkehr - besonders bei den Lkw!

Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags die ersten Mittel freigegeben hat, soll noch im Herbst der Baubeginn für die Rosenheimer Westtangente erfolgen. Rosenheim verspricht sich durch sie eine deutliche Entlastung vom Durchgangsverkehr. Vor allem Lastkraftwagen sollen künftig einen Bogen um die Innenstadt machen.

Die Gemeinde Schechen und die Bürgerinitiative "B15- Raus aus Pfaffenhofen" wollen sich auch in Zukunft für die Aussperrung des Schwerlastverkehrs auf der B15 einsetzen.

Bürgermeister Hans Holzmeier befürchtet im Charivari-Interview eine lange Bauzeit:

O-Ton

Zwei Millionen Euro für die Westtangente hat der Haushaltsausschuss des Bundestags noch für 2012 freigegeben. Im nächsten Jahr folgen weitere sechs Millionen Euro. Damit kann 2012 zumindest der erste Bauabschnitt im Süden Rosenheims, von der Autobahn A8 bis zur Schwaig, angegangen werden.

Nach dem langen Warten soll es jetzt schnell gehen. "Wir haben bereits mit den Vorarbeiten begonnen", versichert Claus-Peter Olk, Leiter des Staatlichen Straßenbauamts Rosenheim. Zwar werde es heuer noch keine großen, sichtbaren Maßnahmen geben, aber man werde den Grunderwerb angehen und betroffene Strom-, Wasser- und Gasleitungen verlegen lassen. Auch ein erster Brückenbau werde heuer noch begonnen, so Olk.

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Vor allem die Stadt Rosenheim erhofft sich von der Westumfahrung eine deutliche Verkehrsentlastung. Die offizielle B15 führt durch Westerndorf St. Peter auf die Westerndorfer Straße, biegt in die Prinzregentenstraße ab und folgt ihr durch die Innenstadt, bevor sie vor dem Eisstadion in die Briançonstraße abzweigt und es über die Kufsteiner Straße wieder stadtauswärts Richtung Autobahn geht. Je nach Abschnitt werden dort täglich zwischen 8000 und 15.000 Kfz gezählt. Doch ein großer Teil des Fahrzeugstroms, den die B15 nach Rosenheim hineinführt, folgt nicht dem offiziellen B15-Verlauf, sondern zweigt auf städtische Straßen ab. So erklären sich auch die starken Verkehrsbelastungen etwa der Hubertusstraße, am Brückenberg, in der Klepperstraße und der Äußeren Münchener Straße.

Bei einer Verkehrszählung wurden 2010 auf der B15 nördlich von Rosenheim 14.806 Fahrzeuge am Tag festgestellt. Rund zehn Prozent davon waren Schwerverkehr. Im Süden der Stadt, unmittelbar vor der Autobahnzufahrt, betrug die tägliche Fahrzeugzahl 42 465 mit einem Lkw-Anteil von neun Prozent.

Wie stark die Entlastung für Rosenheim sein wird, lässt sich schon an dem für die Westtangente prognostizierten Verkehrsaufkommen ablesen. Im Norden bei Pfaffenhofen rechnet das Straßenbauamt laut dem Verkehrsgutachten für die Planfeststellung mit rund 17.000 Kfz innerhalb von 24 Stunden. Im Süden an der Autobahn werden es demnach gut 20.000 Fahrzeuge sein. Der Anteil des Schwerverkehrs wird, je nach Streckenabschnitt, zwischen 14,2 und 21,9 Prozent betragen.

Das Verkehrsgutachten erwartet nach Vollendung der Tangente auf den innerstädtischen Straßen deutlich weniger Verkehr. Die Experten beziffern das Minus auf der Westerndorfer Straße mit 13 Prozent, auf der Ebersberger Straße mit 14 Prozent und auf der Hohenofener Straße zwischen Pang und Schwaig sogar mit 38 Prozent.

Auch die umliegenden Gemeinden werden durch die Umfahrung entlastet, etwa Großkarolinenfeld (minus 2000 Fahrzeuge am Tag), Schloßberg (minus 3000 Fahrzeuge) und Pfaffenhofen (minus 13.000 Fahrzeuge). Für den Rosenheimer Ortsteil Pang sind täglich 3000 bis 6000 Kfz weniger prognostiziert, für Westerndorf 3000 bis 4000.

ku/Oberbayerisches Volksblatt/Radio Charivari

Quelle: rosenheim24.de

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