ARTIKELSERIE: MEINE NEUE HEIMAT - WIE DENKEN ZUGEZOGENE ÜBER BAYERN?

"Hier muss man es sich schon etwas erarbeiten"

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Landkreis - Wie fühlen sich Zugezogene im schönen Bayern? Was denken sie über Land und Leute? Wir wollten von Nichtbayern wissen, wie sie über Ihre neue Heimat denken.

Einige Leser haben uns auf unseren Aufruf hin von ihren Erfahrungen mit ihrer neuen Heimat, positive wie negative, berichtet. Diese Eindrücke möchten wir wir im Rahmen der Artikelserie "Bayern - meine neue Heimat" veröffentlichen. Vielleicht bekommt der ein oder andere dadurch eine neue Sicht auf unser schönes Oberbayern und seine Menschen.

Jeden Sonntag wird ein Erfahrungsbericht veröffentlicht.

Diese Woche: Von Niedersachsen nach Anzenberg

"Ich bin selber vor 3 Jahren nach Bayern gezogen - wegen der Liebe zu einem Mann. Der Mann ist weg - aber meine Liebe zu Bayern ist geblieben und findet sich mit jedem Tag, den ich auf die Berge gucken, den Menschen hier begegne, mich mit meinen Nachbarn bei einem Schwatz unterhalte, neu. 

Ich denke nicht, dass es in meiner alten Heimat Niedersachen anders war (abgesehen von den Bergen) - aber vielleicht war es mir damals nicht so bewusst wie hier. Vielleicht nimmt man in der Heimat vieles als selbstverständlich hin - und lernt es dann erst in der Ferne zu schätzen. Weil man daheim einfach reinwächst in den Ort, die Umgebung, in das Miteinander der Menschen. 

Hier muss man es sich schon etwas erarbeiten - mit der Einstellung "ach die werden schon zu mir kommen" - da funktioniert das nicht. Eigeninitiative ist angesagt - aber nicht nur in Bayern, sondern überall - denke ich. 

Sie sind auch Zugezogen und wolle von Ihren Erfahrungen berichten? Dann schreiben Sie eine E-Mail an jennifer.bretz@ovb24.de!

Wir hatten hier letzte Woche Samstag ein Nachbarschaftsgrillen - mein Vermieter und Nachbar hat mich dazu eingeladen. und es war eine Mordsgaudi. Ich bin einfach zu fast jedem hin und habe mich vorgestellt - einfach darauf zu vertrauen, dass ich vorgestellt werde oder dass die Leute zu mir kommen - nee, kannste Knicken. Ich habe eine Spezialität aus meiner Heimat dabei gehabt LOCKSTEDTER - den habe ich dort angeboten. Sofort war man im Gespräch. Ich galt dort nicht als typische Zuagroaste - im Gegenteil. Die Menschen haben mich sehr lieb aufgenommen, Fragen gestellt, diskutiert, gelacht, gefeiert. Ich werde gegrüßt, wenn man sich sieht, oder auch spontan zum Grillen eingeladen. Ich denke, dass es an jedem einzelnen liegt, ob man aufgenommen wird - oder abgelehnt. Das liegt nicht an Bayern - das ist weltweit der Fall. ICH LIEBE BAYERN!"

Lesen Sie auch die anderen Beiträge der Serie:

"Woanders is auch scheiße" und "Mia san mia"

- "Der Schlag ins Gesicht des Neuankömmlings saß"

- "Die Einheimischen haben mich nicht verstanden und ich sie nicht"

- "Wenn man genau hinhört, tragen die Bayern ihr Herz auf der Zunge"

- "Lasst den Bayern ein wenig Zeit, Euch kennen zu lernen"

- Rheinländerin: "Ich komme mir vor wie eine Aussätzige"

- "Man muss sich integrieren, für mich gehört das dazu"

- "Irgendwann begreift auch der Letzte: Die Erde ist keine Scheibe"

- "Positiv überrascht hat mich die Willkommenskultur"

- "Das Geld ist willkommen, der Mensch dazu jedoch nicht"

- "Danke Bayern für diesen schönen Ort"

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