Elektro-Tankstelle kommt ins Parkhaus

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Echte Hingucker sind derzeit noch tankende Elektro-Autos am Stadtwerke-Gebäude - dies umso mehr, wenn es sich um so schmucke Sportwagen handelt wie dieser Tesla, gebaut in Kalifornien.

Wasserburg - Einen zumindest symbolischen Schritt in Richtung Stromtankstellen will die Stadt gehen: Im Parkhaus Kellerstraße soll eine "Zapfsäule" eingebaut werden.

Die wenigen "Stromtanker", die ihre Batterien bisher am Stadtwerke-Gebäude aufgeladen haben, sind wohl an einer Hand zu zählen. Dort war im Juli 2009 eine Stromtankstelle eröffnet worden, betreut durch die Kette "Park & Charge". Bei der können ein Schlüssel und eine entsprechende Vignette bezogen werden, die dann den Zugang zu einem Netz von momentan rund 100 Stromtankstellen bundesweit ermöglichen. Der Strom selbst ist kostenlos.

Münzautomat wie beim Parkschein

Jetzt wollte die Stadt einen weiteren Schritt in Richtung Elektromobilität machen. In den zwei Parkhäusern sollen ebenfalls Stromtankstellen eingerichtet werden, so hatte der Werkausschuss im Sommer beschlossen. Franz Klein von den Stadtwerken hatte zur letzten Sitzung des Ausschusses Informationen eingeholt. Unter anderem von einer Fachmesse brachte er den Eindruck mit, dass in diesem Bereich vieles gerade im Umbruch sei. Daher schlug er eine möglichst einfache Lösung vor: ein Münzautomat wie bei den Parkscheinen, der bis zu acht Steckdosen für eine bestimmte Zeit freigibt, Investitionsbedarf rund 5000 Euro.

Mit Blick darauf, dass beispielsweise in naher Zukunft auch Schnellladesysteme kommen dürften - mit entsprechenden technischen Änderungen an den Anlagen natürlich -, wollte der Werkauschuss nicht zu weit vorprellen. Es sei ja momentan noch eine eher symbolische Sache, so Bürgermesiter Michael Kölbl, "und woanders überlegen wir auch gut, ob und wie wir 5000 Euro ausgeben".

Am Ende war daher der einstimmige Beschluss, vorläufig nur eine Stromtankstelle einzurichten, und zwar im Parkhaus an der Kellerstraße. Platziert werden sollen die Stellplätze so, dass ebenfalls Elektroroller aufgeladen werden können. Auch weil die entsprechenden Stellplätze für Elektro-Autos reserviert werden und damit aus dem allgemeinen Gebrauch herausfallen, wird die Zahl auf zwei beschränkt.

Für 30 Minuten Strom 50 Cent zu verlangen, war der Vorschlag. Der Benutzer könnte aber auch längere Zeiten wählen, beispielsweise für eine nächtliche Komplett-Tankfüllung. Denn mit dem Parkplatz im Parkhaus könnte ein Elektromobil auch für Altstadtbewohner interessanter werden. Die hätten sonst eher Probleme, vor ihrem Haus anzustecken, wie Christian Stadler von den Grünen in die Diskussion einbrachte.

"Volltanken" für drei Euro

Noch offen ist, ob nicht doch über die Strommenge abgerechnet werden soll. Denn das sei wohl eher die Zukunft, so der Ausschuss, und vermutlich auch günstiger. Eine Komplett-"Tankfüllung" koste etwa drei Euro und dauere acht Stunden, wurde ein Beispiel aus der aktuellen Akkumulatorentechnik vorgerechnet.

Hier dürften aber größere Veränderungen kommen - und müssen es wohl auch, wenn das Ziel der Bundesregierung erreicht werden soll. Nach der sollen bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein. Der Wasserburger Wirtschaftsförderungsverband könne ja schon einmal damit werben, dass die Stadt Kunden mit E-Autos besonders willkommen heiße, meinte Helmut Schedl (SPD).

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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