Caritas befürchtet Personalmangel

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Wasserburg - Sorgenfrei in die Zukunft schauen kann die Caritas nicht. Ein Mangel an haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, insbesondere in der Pflege, wird befürchtet.

Marina Rotter, Pflegedienstchefin der Wasserburger Caritas, kann derzeit 19 hauptamtliche Pflegekräfte einsetzen, dazu kommen neun ehrenamtliche Fahrer für "Essen auf Rädern" und 15 Haushaltshilfen, alle geringfügig beschäftigt. Die Hauptamtlichen sind zum Teil schon seit vielen Jahren im Einsatz, scheiden sie aus dem Berufsleben aus, könnte es knapp werden beim Pflegepersonal. Den immer härter werdenen Berufsalltag und den nicht überragenden Verdienst nennen Marina Rotter und Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann übereinstimmend als Gründe für die befürchteten Schwierigkeiten.

"Ehrenamtliche müssen sich nicht auf Jahrzehnte binden"

Aber auch bei den Ehrenamtlichen könnten sich in Zukunft Lücken auftun. Denn einerseits geht die Tendenz verstärkt in Richtung Projektarbeit, zum anderen besteht die Gefahr, dass bei der Neusortierung der Aufgaben und Strukturen in den sich bildenden Pfarrverbänden die soziale Arbeit in den Hintergrund gerät. Dabei wächst hier, auch aufgrund des demografischen Wandels, der Bedarf. "Wir sagen Ehrenamtlichen verstärkt, dass sie sich nicht auf Jahrzehnte hinaus gebunden fühlen müssen", so Roland Legat, Leiter des Caritas-Zentrums, "sondern dass uns ein zwei-, drei- oder fünfjähriges Engagement zum Beispiel als Alltagsbegleiter oder Ämterlotse auch sehr hilft." Die Alltagsbegleiter der Caritas helfen Senioren in den Gemeinden rund um Wasserburg, die selbstständig leben, aber kleinere Unterstützung brauchen. Die Ämterlotsen unterstützen beim Umgang oder bei Verhandlungen mit Behörden.

Auf die Ehrenamtlichen kann die Caritas bisher bauen, beim letzten Mitarbeiterfest waren zwei Drittel der Anwesenden nicht angestellt. Die vielen freiwilligen Helfer, ob Pflegepartner, Alltagsbegleiter, Ämterlotsen und viele andere, müssen aber auch begleitet und geschult werden. Und das kostet.

Alle Jahre wieder gibt es die Caritas-Sammlung, bei der vor allem Frauen unterwegs sind, "eine Arbeit leisten, die oft übersehen wird, die aber sehr wichtig ist", so der Kreisgeschäftsführer. 40 Prozent der Spenden bleiben in den Pfarreien, 60 Prozent gehen an das Caritas-Zentrum am Heisererplatz. Im Jahr sind das gut 60000 Euro. Dazu kommt die Vergütung der Krankenkassen für die Pflegedienstleistungen, die aber die Kosten nicht annähernd deckt.

Die Caritas nimmt jeden pflegebürftigen Menschen an

Deswegen finden sich jedes Jahr im Herbst auf den Tagesordnungen der Stadt- und Gemeinderäte Zuschussanträge der Caritas. Völlig zu Recht, wie Marina Rotter, Lehmann, Legat und der Kuratoriumsvorsitzende Andreas Demmel finden. Denn die Caritas nehme jeden Patienten an, der sich um Pflege bewirbt, egal wie hoch der Pflegebedarf ist oder in welchem abgelegenen Weiler die Person wohnt. Ob sich das für die Caritas rechnet spielt für den Patienten keine Rolle. Außerdem, so Legat, sei die Caritas mittlerweile fast alleine auf dem Feld der sozialen Beratung. Hier werden die oft diffusen Probleme angehört, sortiert, dann wird geholfen oder an Spezialisten oder Behörden vermittelt.

Das flächendeckende Kümmern der Caritas entlastet die Gemeinden. Die dafür der Caritas finanziell unter die Arme greifen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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