Bürgerversammlung in Griesstätt

Schuldenstand der Gemeinde um die Hälfte reduziert

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Griesstätt - Positive Entwicklungen in der Gemeinde bestimmten weitgehend den Ablauf der diesjährigen gut besuchten Bürgerversammlung im Saal des Jagerwirts. 18 Schwerpunkte hatte Bürgermeister Stefan Pauker besonders im Blick:

Vor allem der Bereich Finanzwesen hinterließ dabei den beruhigenden Eindruck, dass beständig und konsequent Schulden in der Gemeinde abgebaut werden und durch ein sattes Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen 2016 in bisher noch nie erreichter Höhe auch unerwartete Mehreinnahmen von gut 300.000 Euro im Bereich des Verwaltungshaushaltes zu erwarten sind. 

50 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeine Griesstätt 

Statistisch gesehen sind derzeit 2864 Einwohner in der Gemeinde zu verzeichnen, 64 mehr als im vergangenen Jahr. Darunter sind 173 ausländische Mitbürger aus insgesamt 37 verschiedenen Nationen. Eine leicht steigende Geburtenentwicklung in den letzten Jahren, 213 Zuzüge aber nur 171 Wegzüge sorgten für diesen Zuwachs. Auch die 33 neuen Gewerbeanmeldungen, elf mehr als 2015 sind Zeichen eines positiven Trends. 

Viel Aufmerksamkeit erhielt Mohammad Murtaza Farooqi, Asylbewerber aus Afghanistan, der die wichtigsten Punkte zum Thema Asyl in der Gemeinde vorstellte. Ausdrücklich bedankte er sich bei allen für die freundliche Aufnahme und die Hilfen auf dem langen Weg Deutsch zu lernen und die hiesige Kultur zu verstehen. 50 Geflüchtete aus verschiedenen Ländern leben derzeit in vier Unterkünften in der Gemeinde

Schuldenstand um rund 50 Prozent gesunken

Positiv strich Andreas Haimerl, der die Finanzen der Gemeinde beleuchtete, die Mehreinnahmen im Bereich der Einkommenssteuer und vor allem bei der Gewerbesteuer heraus, die letztlich eine Rekordeinnahmehöhe von 606.019 Euro erreicht habe. 

Daraus errechne sich insgesamt auch eine erhöhte Steuerkraft, deren Höhe der Deckung des allgemeinen Aufgabenbereichs der Gemeinde diene. Eine kräftige Steigerung des Zuführungsbetrags zum Vermögenshaushalt auf 451.176 Euro ist vorgesehen, ein Betrag, der gut ausreicht, ordentliche Tilgungsausgaben von 192.256 Euro abzudecken und eine außerordentliche Kredittilgung von 150.000 Euro ermöglicht. 

Dass in den letzten sechs Haushaltsjahren der Schuldenstand der Gemeinde um gut 50 Prozent gesenkt werden konnte, stellte Haimerl mit Befriedigung fest, läge doch damit die Pro-Kopf-Verschuldung heuer bei 606,86 Euro und damit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden. Ziel sei jedenfalls eine weitere Halbierung der Schulden bis 2019 sowie eine weitere Erhöhung der Rücklagen

Erweiterung Breitbandausbau und diverse Straßenbaumaßnahmen

Zu den weiteren Punkten gab Pauker jeweils einen kurzen Abriss der Planungen und Abläufe. Darunter fielen der Ausbau der Breitbandversorgung, welche beständig verbessert werde, aber auch diverse Straßenbaumaßnahmen

Dabei bemängelte ein Bürger den schlechten Zustand des Radwegs von Griesstätt nach Beichten. Bürgermeister Pauker stellte dazu fest, dass trotz Nachbesserungen der Rest an Unebenheiten im Toleranzbereich liege, eine Bepflanzung im Bereich stehe noch aus. 

Im Frühjahr 2017 soll es beim Ausbau der Straße Kolbing – Wörlham losgehen. Vor allem bei der Einmündung auf die Staatsstraße müsse allerdings auch aus Sicherheitsgründen ein Buckel begradigt werden. Entsprechende Verhandlungen mit Anliegern und Straßenbauamt liefen, letzterem scheine es aber "nicht mehr zu pressieren" so Pauker.  

An weiteren Maßnahmen für die Zukunft zählte Pauker neben nötigen Kanalbefahrungen auch noch Straßenbaumaßnahmen im Bereich Kirchmaier- und Rainthalstraße auf. Die Imagebroschüren der Gemeinde soll noch vor Weihnachten verteilt werden. 

Großes Projekt 2017: Umbau Jugendheim

Positive Entwicklungen sah Pauker auch im Bereich des Kindergartens, der mit 125 Kindern voll belegt sei und der Grundschule, die derzeit von 123 Kindern in sechs Klassen besucht werde. Fünf Mitarbeiterinnen seien derzeit im Bereich der Mittagsbetreuung sehr engagiert tätig. Die sommerliche Ferienbetreuung sei Dank zweier Fördervereine seit zwei Jahren gesichert. Im Bereich der Bücherei sorge ein neues Regal dafür den Bestand übersichtlicher zu präsentieren. 

Der Umbau des Jugendheimes steht für nächstes Jahr an. Da Helfer aus den Vereinen selbst Hand mit anzulegen, sollten die Räume freundlicher und zweckmäßiger werden, gleichzeitig wird ein zweiter Fluchtweg und ein damit verbundener barrierefreier Zugang den Wert des Gebäudes erhöhen und die Vereinsarbeit insgesamt angenehmer machen. 

An Anschaffungen stehen ein Dreiseitkipper sowie ein Rasenaufsitzmäher für den Bauhof an, die Ersatzbeschaffung für ein knapp 30 Jahre altes Fahrzeug für die Feuerwehr ist ebenfalls angedacht. Deren Bedeutung, 72 Einsätzen und 3260 Dienststunden sprächen für sich, verdienten Anerkennung und sorgten damit für ein außerordentliches Lob und einen besonderen Dank an alle Aktiven durch die Gemeinde. 

Heiße Disskussionsthemen: Gesperrte Murn-Brücke und Wertstoffhof

In der abschließenden Diskussion wurde vor allem die gesperrte Brücke über die Murn besprochen. Hier seien jahrelang keine Entscheidungen getroffen worden, lautete die Beschwerde eines Anwesenden. 

Pauker verwies auf die Besitzverhältnisse im Bereich des Wehrs und der Brücke, die derzeit die Lösung des Problems behinderten. Die Gemeinde könne nicht auf Privatgrund tätig werden, ohne dass es mit dem Eigner und dem Wasserwirtschaftsamt eine gemeinsame Vereinbarung gebe, schon wegen des nötigen Rückbaus der nicht mehr genügend tragfähigen Fundamente. Wer allerdings den ersten Schritt machen müsse, blieb offen. Von Interesse ist der Weg über die Brücke allemal, da hier der Inntal-Radweg verläuft, der zurzeit an dieser Stelle wegen der Sperrung unterbrochen ist. 

Des Weiteren wurde die Verschmutzung des Weges Weng – Griesstätt beklagt, eine häufigere Prüfung wurde zugesagt. Selbst nachzumessen versprach Pauker sogar im Zusammenhang mit einer überwuchernden Hecke. 

Als besonderes Ärgernis stellte sich das Vermüllen am Wertstoffhof heraus. Das geforderte Aufstellen einer Kamera kann, so Pauker, aber nicht realisiert werden, die Verbesserung des Belages vor Ort durch Auffüllen mit Mineralbeton soll aber in Zukunft die Begehbarkeit verbessern. 

kr

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