Gute Einnahmen, weniger Investitionen

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Wasserburg - Ein "Jahr zum Durchatmen" bietet der Haushalt 2012 für Bürgermeister Michael Kölbl: Normalen Einnahmen stehen zurückhaltende Investitionen gegenüber.

Heute Abend entscheiden die Stadträte über das Zahlenwerk.

Im letzten Jahr musste die Stadt gründlich von ihrer Linie abweichen, keine neuen Schulden zu machen: Ein "finanzielles Ausnahmejahr" wurde erwartet und traf auch ein, wie die ersten Zahlen des Jahresabschlusses zeigen. Zwar wurden deutlich weniger Kredite aufgenommen als geplant: statt 4,4 nur 1,1 Millionen Euro. Auf der anderen Seite wurde aber die Rücklage um 4,7 Millionen erleichtert, geplant waren 4,1.

Und vor allem machte im letzten Jahr die Gewerbesteuer Sorgen. Eingeplant waren ohnehin "nur" 7,7 Millionen Euro, geflossen sind rund sieben Millionen.

Gewerbesteuer-Delle wieder ausgemerzt

Dies allerdings scheint nur eine "Delle" gewesen zu sein, "wie sie alle paar Jahre mal vorkommt", so Bürgermeister Michael Kölbl. Denn für 2012 rechnet die Stadt wieder mit einem Betrag, der leicht über dem langjährigen Durchschnitt liegt: Von 8,8 Millionen Euro geht Kämmerer Konrad Doser nach den Angaben der Unternehmen aus.

Kontinuierlich ansteigend ist die Einkommenssteuer, die von den Wasserburger Bürgern gezahlt wird. Entsprechend steigt auch der Anteil, der voraussichtlich in die Stadtkasse fließt, heuer erstmals über fünf Millionen Euro.

Ein weiterer positiver Beitrag für die Stadtfinanzen ist die deutlich niedrigere Kreisumlage. Diese berechnet sich aus den Einnahmen der Vorjahre, was letztes Jahr einen massiven Sprung nach oben und diesmal wieder eine Beruhigung brachte, und der Stadt um 3,65 Millionen Euro niedrigere Ausgaben als 2011.

Auf der anderen Seite des Haushaltes stehen 2012 weniger kostspielige Projekte als in den Vorjahren - oder zumindest wird noch wenig davon kassenwirksam. Das liegt zum einen an einem grundlegenden Personalwechsel in der Leitung des Bauamtes in diesem Jahr, was sich einfach auf die Zahl der Bauvorhaben auswirke, so Bürgermeister Michael Kölbl. Zum anderen liegt es in Besonderheiten der zwei größten geplanten Investitionen: Die Sanierung der Mittelschule soll zwar 2012 konkret geplant werden, der Spatenstich für den Bauabschnitt 1, die Sporthalle, wird aber wohl erst 2013 sein. Das Gesamtvorhaben wird auf alle Fälle einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Ebenfalls konkret geplant, eventuell sogar noch begonnen wird der Bau des neuen Museumsdepots. Das wird aber als Forschungsvorhaben von einer Gesellschaft vorfinanziert, an der auch das Fraunhofer-Institut beteiligt ist. Für die Stadt fallen die Kosten daher erst nach der Fertigstellung an, sodass aktuell nur Planungskosten vorgesehen sind.

Rund vier Millionen Euro sind heuer insgesamt für Bauprojekte eingeplant, letztes Jahr war es mehr als doppel so viel.

Schulden sollen weiter sinken

Unter dem Strich bedeutet dies ein "Erholungsjahr" für die Wasserburger Stadtfinanzen. Die Schulden sollen wieder sinken, auch wenn "eher vorsichtshalber", so Bürgermeister Kölbl, ein neuer Kredit von 500 000 Euro vorgesehen wird. Und die Rücklagen werden zumindest nicht weiter strapaziert und sollen am Ende des Jahres 5,6 Millionen betragen.

Nachdem der Haushalt - wie in Wasserburg seit langem üblich - an zwei Nachmittagen nicht öffentlich intensiv vorberaten wurde und es dabei keine größeren Änderungsanträge gab, geht Michael Kölbl bei der Stadtratssitzung heute (Beginn 17 Uhr) von einer einstimmigen Verabschiedung aus.

Ebenfalls beschlossen wird in dieser Sitzung der Wirtschaftsplan der Stadtwerke. Der wartet wieder mit größeren Sanierungsprojekten im Badria auf, das heuer immerhin 35 Jahre alt wird.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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