Genauere Planung, genauere Zahlen

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Rott - Der neue Gemeindekindergarten war Anlass zu einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung. Auslöser für die Sondersitzung: Mehrkosten von rund 185.000 Euro.

Der neue Gemeindekindergarten war Anlass zu einer Sondersitzung des Gemeinderates. Auslöser waren die um rund 185.000 Euro gegenüber dem Kostenrahmen gestiegenen Mittel für die Außenanlagen des Kindergartens.

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Die beiden Architekten vom Büro Krug und Großmann, Bonny Holland und Stefan Lippert, erklärten den Gemeinderäten, dass ein Kostenrahmen - wie er bei einem Wettbewerb genutzt werde - eine relative vage Schätzung sei, die auf Erfahrungswerten und Kenngrößen, gesammelt von der Architektenkammer, basiere. Je weiter die Planungen fortschritten, desto genauer wären die Zahlen. Das sei aber nur ein Punkt. Hinzu komme, dass die überplante Außenfläche jetzt 400 Quadratmeter größer sei, was die Kosten mehre, und dass der Kanal und die Versickerungseinrichtungen, die in die Außenanlagen mit eingerechnet wurden, deutlich aufwändiger sind als ursprünglich angenommen. "Wir könnten den Kanal natürlich auch in eine andere Kostengruppe rechnen, das ändert aber nichts an den Gesamtkosten", so Lippert.

Max Zangerl (Bürger für Rott) schlug vor, eine Obergrenze zu setzen und gegebenenfalls auch Sachen zu streichen. Geschäftsstellenleiter Daniel Wendrock erinnerte daran, dass der Gemeinderat beschlossen habe, die beiden Kindergartengruppen für 30 Kinder auszulegen. Üblich sind 25. Außerdem wolle man Holz/Alu-Fenster statt Kunststoff und einen sehr schönen Garten. All das mache den Kindergarten nicht billiger.

Franz Ametsbichler äußerte sich enttäuscht vom Architekturbüro, zumal doch der Bürgermeister immer gedrängt habe, dass gespart werden müsse. Das wollte Lippertz so nicht stehen lassen: Der nächste Schritt sei die Kostenberechnung, "und das ist die Zahl, an der Sie uns messen können."

Teuere Baukonjunktur

Zangerl befürchtete, dass dann die jetzt geschätzten 2,3 Millionen Euro nicht reichen werden, angesichts der permanent steigenden Baukosten "werden wir uns noch alle umschauen."

Die erste Einsparung nahmen die Gemeinderäte bei der Entwurfsplanung vor. Holland und Lippert hatten auf Wunsch des Gemeinderates Planungsvarianten für die Nordfassade dabei. Statt der hinterlüfteten Fassade mit Faserplatten entschied sich der Rat für die zwar algenanfälligere aber etwa 10.000 Euro günstigere Ziegelvariante.

Als dann eine Diskussion über die Lüftungsanlage begann, zog Bürgermeister Marin Schaber die Reißleine und meinte, man solle doch erst einmal die Kostenberechnung abwarten und über diese dann mit dem Rotstift und Fachleuten drübergehen. Die Entwurfsplanung des Architekturbüros soll bis zur Sitzung am heutigen Donnerstag fertig sein.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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