Wasserstand bereitet am Simssee Probleme

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Rollstuhlfahrer können bei Niedrigwasser vom Rollstuhl nicht ins Wasser gleiten.

Simssee - Die schwankenden Pegelstände am Simssee sorgen für Kritik. Ob Wanderer, Segler oder Rollstuhlfahrer, alle sind auf ihre Weise betroffen.

Regelmäßig trat in den letzten drei Jahren der Simssee bei stärkeren Regenfällen über seine Ufer. Wochenlang standen dann der beliebte Simssee-Wanderweg von Baierbach bis Ecking, der Radweg über Sonnenholz am Südwestufer des Simssees oder das Clubgelände des Segler- und Ruderclubs Simssee unter Wasser. Ausflügler und Feriengäste konnten die beliebten Wanderwege am Südwestufer des Simssees nicht benutzen und wenn die Segelclubmitglieder zu den Stegen wollten, mussten sie durch kniehohes Wasser waten.

In einer Konferenz im Herbst vergangenen Jahres mit den Bürgermeistern der betroffenen Anliegergemeinden, dem Wasserwirtschaftsamt, der Unteren Naturschutzbehörde, den Seebesitzern und Fischern, Vertretern des Fremdenverkehrsverbandes Simssee sowie des SR Simssee wurde beschlossen, die durch Sandablagerungen und im Wasser liegende Bäume gebremsten Abflüsse Sims und alte Sims auszubaggern, damit das Wasser wieder besser abfließen kann (wir berichteten).

Die Maßnahme wurde vom Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer dritter Ordnung im Januar durchgeführt und nach zwei Anläufen funktionierte der Ablauf wieder. Seitdem gab es keine Überschwemmungen mehr und auch die in den vergangenen Jahren um den See haufenweise auftretenden Stechmücken sind heuer viel weniger. Das freut Urlauber und die vielen Ausflügler, die am Seeweg spazieren gehen oder am Radweg radeln. Auch die Segler können wieder trockenen Fußes ihre Stege erreichen.

Allerdings fällt nun der Wasserspiegel nach Trockenperioden, sodass es auf der anderen Seite Schwierigkeiten gibt. So beklagen sich etwa die Rollstuhlfahrer, dass sie am rollstuhlgerechten Badesteg in Pietzing am Simssee zurzeit so wenig Wasser haben, dass sie vom Rollstuhl nicht ins Wasser gleiten können. Abhilfe könnte nach Ansicht der Rollstuhlfahrer schaffen, wenn die Rampe, die ins Wasser führt, zum Ende hin tiefer gelegt oder weiter in das Wasser hinein verlängert werden würde. "Dann könnten wir unseren wunderschönen Badeplatz in Pietzing wieder besser nutzen", meinen sie.

Auch die Zufahrt zu manchen Bootshütten sei etwas schwierig. Dazu sagt Franz Kirmeier, Vorstand des Seebesitzer- sowie des Fischereivereins Simssee: "Wie die langjährige Erfahrung gezeigt hat, werden Rotbach und Schlierbach in Kürze wieder so viel Geröllgeschiebe bringen, dass erneut Sandbänke aufgebaut werden und der Abfluss wieder gebremst wird." Heuer sei auch im Durchschnitt ein trockener Sommer, denn die kurzen, heftigen Regenfälle würden den Seespiegel nicht nachdrücklich nach oben treiben.

Dr. Hadumar Roch, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, stellte fest, dass die Simsseeabflüsse nicht vertieft worden seien, sondern nur die Ablagerungen entfernt worden seien. Er verfügt über genaue Zahlen, denn an einem Pegel wird der Wasserstand des Simssees schon seit 100 Jahren gemessen. Heuer sei der Wasserstand niedrig, etwa 23 Zentimeter unter den Wasserständen von 2008 bis 2011. Aber in diesen Jahren habe es die vielen Überschwemmungen gegeben. Jetzt sei der Wasserstand am Simssee wie in den 80er-Jahren. Im Schnitt des ersten halben Jahres 2012 seien auch die Niederschlagsmengen niedrig gewesen, so Roch weiter. Ein Ausbaggern der Geschiebe an den Simssee-Abläufen sei teuer und könne nur bei starkem Frost ordentlich durchgeführt werden, da sonst die Ufer mit Baggern nicht befahren werden sollten und könnten.

Zu den Problemen der Rollstuhlfahrer erklärte er, er glaube, dass eine Tieferlegung der Rampe hilfreich sei. Beim Gewässerschutz sei es sehr schwierig, die Balance zwischen Hochwassergefahr und Niedrigwasser zu halten, denn die Natur sei nicht zu 100 Prozent berechenbar, so der Fachmann.

ni/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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