Das ABC der Mülltrennung

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Alte Gießkanne oder Kinderrutsche: Alles was hier zu sehen ist, gehört ab November in den neuen Sondercontainer am Wertstoffhof.

Wasserburg - Kunststoff ist Kunststoff und gehört in den Wertstoff-Container? Von wegen: Die Trennung von Verpackungen und Restplastik ist ein Dauerproblem der Entsorgung.

Streng genommen ist es klar, in der Abfall-Information erläutert und an den Wertstoffinseln abgebildet: Alles was Verpackung ist, gehört in die Container. Sonstiger Kunststoff, im Fachjargon "stoffgleiche Nichtverpackung" genannt, ist dagegen abfallrechtlich gesehen Restmüll und muss in die Tonne oder zum Sperrmüll - obwohl das Material an sich natürlich Wertstoff ist.

"Das ist den Bürgern kaum zu vermitteln", so Bürgermeister Michael Kölbl im Umweltausschuss. Er belegte das mit dem persönlich recherchierten Beispiel von Blumentöpfen: Die dünneren Pflanztöpfchen gehören als Verkaufsverpackung in den Container, etwas stärkere Plastiktöpfe dagegen in den Müll.

Abfall-Sachbearbeiter Bernhard Schachner hat sich nun auf die Suche nach einer Lösung gemacht und einen Verwerter gefunden, der fast alle Kunststoffe annimmt und recycelt, auch größere Teile wie Gartenstühle. Das sei nämlich bisher das Problem: Die Verpackungsverwerter seien nur auf kleinere Gebinde eingestellt - und rechtlich auch nicht zuständig.

Ab November müssen sich die Wasserburger nun nicht mehr ärgern, wenn sie größere Kunststoffteile zum Wertstoffhof bringen und für ihr Umweltbewusstsein auch noch die Sperrmüllgebühr zahlen sollen. Im Rahmen eines Modellversuches wird dort ein eigener Container aufgestellt, in den diese Teile kostenlos eingeworfen werden können.

Test vorerst ein Jahr

Vorerst ein Jahr lang soll so getestet werden, welche Kunststoffmengen anfallen und wie die Qualität letztlich ist. Denn auch hier kann nicht alles, was nach Plastik aussieht, entsorgt werden.

So sind beispielsweise Verbundstoffe, etwa aus Holz und Kunststoff, ausgeschlossen, außerdem Teile aus Glasfaser, wie Dacheindeckungen. Ebenfalls nicht entsorgt werden kann PVC. Das betrifft unter anderem die gebräuchlichen Abflussrohre. Außerdem dürfen keine Metallteile im Material sein.

Der Umweltausschuss begrüßte das Projekt einmütig, auch wenn es voraussichtlich rund 3000 Euro kosten wird. Über kurz oder lang werde aber der Kunststoff noch "ein echter Wertstoff", ist Bernhard Schachner sicher.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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